Maria Rolfes-Mittelberg Westerkappelnerin leitet Kommunionunterricht

Die Kirche ist für Maria Rolfes-Mittelberg ein Ort zum Kraftschöpfen. Das möchte sie auch den Kindern in der Vorbereitung zur Erstkommunion vermitteln. Foto: Rüscher-UfermannDie Kirche ist für Maria Rolfes-Mittelberg ein Ort zum Kraftschöpfen. Das möchte sie auch den Kindern in der Vorbereitung zur Erstkommunion vermitteln. Foto: Rüscher-Ufermann

baru Lotte/Westerkappeln. Drei Kinder betreten zögernd die Kirche. „Kommt hier herüber“, spricht Maria Rolfes-Mittelberg sie an. „Dort könnt ihr euch hinsetzen“, sagt sie und zeigt auf den Nebenraum. Die Westerkappelnerin leitet mit Pfarrer Norbert Tillmann den Unterricht der Erstkommunionkinder. Vor sechs Jahren hat sie dieses Ehrenamt in der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha übernommen.

Pater Shaji überzeugte die Katholikin, diese Aufgabe zu übernehmen. „Ich möchte, dass du mit Pastor Tillmann die Gruppen der Erstkommunion leitest“, so stand er eines Abends vor ihrer Tür. Die Überraschung darüber sieht man ihr heute noch an. „Ich bin eigentlich jemand, der gern hinten in der letzten Bank sitzt“, erklärt sie. Vorn in der Kirche zu stehen, das habe sie sich nicht vorstellen können. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt. „Wenn man etwas will, geht alles“, fasst sie zusammen. Neben dem Kommunionunterricht teilt Maria Rolfes-Mittelberg seit ein paar Monaten auch die heilige Kommunion in der Messe mit aus.

Maria Rolfes-Mittelberg ist Krankenschwester von Beruf. Nun betreut sie zudem zwei Kommuniongruppen: Montags kommen die Kinder aus Westerkappeln zum Kommunionunterricht, dienstags sind die Mädchen und Jungen aus Lotte und Wersen in der Kirche St. Margaretha. 50 Kinder sind es insgesamt. Jedes Jahr im November startet der Unterricht. Bis Mai sind die Gruppen zusammen. Maria Rolfes-Mittelberg organisiert vieles für die Stunden, Pfarrer Tillmann füllt den theologischen Teil. Das Krippenspiel vorzubereiten und Heiligabend aufzuführen ist eine ihrer nächsten Aufgaben. Eine Fahrt nach Telgte mit Kreuzweg organisiert sie, und vor Ostern bastelt sie Palmstöcke mit den Mädchen und Jungen. „Wir singen viel und erkunden die Kirche“, berichtet sie. „Mir ist es wichtig, den Kindern das Thema Glauben und Beten locker, lebensnah und vor allem positiv nahezubringen.“

Aus Erfahrung weiß sie, viele Kinder kommen über den Kommunionunterricht zur Kirche. Das sei auch eine Gelegenheit, die Familien mit in das Boot der Gemeinde zu holen. Deshalb sei die Phase des Unterrichts eine besondere Zeit. „Kinder sind doch die Christen von morgen“, betont Maria Rolfes-Mittelberg.

Die Kirche ist für die Krankenschwester ein Ort, an dem sie Kraft schöpfen und Ruhe finden kann. Auch dieses Gefühl möchte sie den Kindern und ihren Familien vermitteln.

Über die ehrenamtliche Arbeit innerhalb der katholischen Kirche habe sie viele Menschen kennengelernt, stellt Maria Rolfes-Mittelberg fest. Inzwischen werde sie auch direkt von Mitmenschen auf ihre Arbeit angesprochen und manchmal sogar um ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte gebeten.

Der Unterricht mit wissbegierigen Kindern sei ein tolles Arbeiten und bereite ihr viel Freude. Am Tag nach der Kommunion treffen sich die Kinder mit ihren Familien noch einmal zum Dankgottesdienst und einem gemeinsamen Frühstück. Und dann? „Die Woche nach der Kommunion denke ich immer: Jetzt musst du deinen Ordner für ein halbes Jahr wegstellen.“ Das hört sich nicht begeistert an. Aber Maria Rolfes-Mittelberg verbindet die Zeit ohne Kommunionunterricht immer mit der Hoffnung, viele der Familien in der Kirche wiederzutreffen.