Sperrfrist seit 15. November Stopp für Gülledüngung in Lotte

Von Erna Berg

Landwirt Hendrik Stiegemeyer macht sein Güllefass mit Schleppschlauchverteiler winterfest. Foto: Erna BergLandwirt Hendrik Stiegemeyer macht sein Güllefass mit Schleppschlauchverteiler winterfest. Foto: Erna Berg

Lotte. Was für Landwirte ein probates Mittel für das Gedeihen von Getreide und Früchten auf Feldern und Grünflächen ist, führt bei vielen Zeitgenossen automatisch zum Naserümpfen. Die Rede ist von der Gülle, die noch bis vor einigen Tagen auch in Lotte ausgebracht wurde. Doch nun ist Schluss damit: Eine Sperrfrist für Gülle, Geflügelkot und sonstige Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff gilt seit dem 15. November.

An die Düngeverordnung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen müssen sich die Landwirte halten, betont Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz . Lokale Sonderregelungen für Lottes Landwirte gäbe es nicht. Verstöße gegen die Vorschriften können laut der achtseitigen Verordnung unter anderem mit einem Bußgeld geahndet werden.

„Genehmigungen für Sperrverschiebungen, das sind keine zeitlichen Verkürzungen, müssen bei der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer beantragt werden“, sagt Landwirt Hendrik Stiegemeyer, der nun sein modernes Güllefass mit Schleppschlauchverteiler für rund 19000 Liter Gülle gereinigt hat. Bis zum 31. Januar wird es nicht mehr gebraucht.

Auf Ackerland gilt die Sperrfrist ab dem 1. November, auf Grünland ab 15. November. „Sollte ein Landwirt außerhalb der gebotenen Zeiten Gülle ausbringen, so tut er nichts Verbotenes, wenn er eine Sondergenehmigung hat. Ist die Sperrfrist vorbei, dann braucht das Getreide aber auch dringend Dünger“, erklärt Stiegemeyer. In einem Jahr fallen auf dem Hof Stiegemeyer ungefähr 5500 Kubikmeter Schweine- und Rindergülle an. Zweieinhalb Monate lang sammelt sich der flüssige Wirtschaftsdünger in Lagerräumen an. In der Anlagenverordnung werden sogar Lagerkapazitäten für sechs Monate gefordert.

Stickstoff, Kali und Phosphor sind die wichtigsten Komponenten der Gülle. In Rindergülle ist mehr Kali, in Schweinegülle mehr Stickstoff und Phosphor vorhanden, wenn beide Flüssigkeiten miteinander verglichen werden. Somit ist der wirtschaftseigene Dünger „ein Superdünger für Getreide und Grünland“, sagt der Wersener Landwirt. Gerade beim Mais sehe man deutlich, wenn er nicht genug bekommen hat. Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ab zehn Hektar müssen jährlich einen Nährstoffvergleich für Stickstoff und Phosphat erstellen.

Stiegemeyer fährt ein Güllefass mit Schleppschlauchverteiler. Das sorgt für bodennahe Ausbringung, geringen Stickstoffverlust und Minderung der Geruchsentwicklung. Ausgetragen werden darf nicht, „wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder durchgängig höher als fünf Zentimeter mit Schnee bedeckt ist“, heißt es in der Verordnung. Zu berücksichtigen sind außerdem stark geneigte Ackerflächen. Die Geräte zur Düngeausbringung müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.