Erlös für Renovierung der Dorfkirche Bürgerstiftung Lotte gibt Jahresteller heraus

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Viele Handgriffe sind erforderlich, bevor Hildegard Brömlage die Jahresteller mit Motiv der Alt-Lotter Dorfkirche akkurat bemalt und lasiert. Foto: Ursula HoltgreweViele Handgriffe sind erforderlich, bevor Hildegard Brömlage die Jahresteller mit Motiv der Alt-Lotter Dorfkirche akkurat bemalt und lasiert. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Um die Renovierung der Alt-Lotter evangelischen Dorfkirche zu unterstützen, holt sich die Bürgerstiftung Lotte jetzt kreative Hilfe vom örtlichen Kunstkreis: Erstmals gibt es einen komplett handgefertigten Jahresteller, dessen Verkaufserlöse in die Sanierung des Kirchengebäudes fließen.

Das Alt-Lotter Kirchenmotiv bannte das Lotter Kunstkreismitglied Klara Harhues in groß bereits auf Leinwand und fertigte auch die Teller-Vorlage. Kunstkreismitglied Hildegard Brömlage aus Wallenhorst überträgt derzeit die Motive auf von ihr handgefertigte Steingutteller, malt sie aus, lasiert diese und brennt die Unikate in ihrer Werkstatt.

Seit mehr als 20 Jahren gehört Hildegard Brömlage dem Kunstkreis Lotte an. Ebenso lange kennt sie Klara Harhues und deren Mann Ulrich, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats. „Er hat mich angesprochen, ob ich bereit wäre, die Jahresteller zum Freundschaftspreis anzufertigen“, berichtet die kreative Wallenhorsterin. Momentan arbeitet sie an einem Jahresteller. In dessen Mitte hat sie die Konturen Alt-Lotter Dorfkirche aufgetragen inklusive der Figur „Begegnungen“. Rechtecke, Bäume und Pflanzen umgeben das Hauptmotiv.

Bevor Hildegard Brömlage an die farbige Gestaltung gehen kann, ist im Arbeitskeller mit zahlreichen Handgriffen der Tellerrohling entstanden. Dort, wo auf Regalböden anderenorts Marmeladen und anderes Eingekochtes auf Verzehr oder verschenkt zu werden wartet, stehen bei ihr eine Vielzahl von Gipsformen. „Ich gieße meine Objekte aus Steingut selbst. Auch die Jahresteller für die Lotter Bürgerstiftung “, erklärt sie. Der Deckel hat zwei Öffnungen, in die sie die flüssige Masse hineingießt. „Der Gips der Formen nimmt viel Wasser auf. Daher muss ich regelmäßig nachgießen, damit keine Luft drin bleibt. Und wenn doch, dann entstehen spätestens beim ersten Brand Risse. Das Objekt ist dann nicht mehr zu gebrauchen“, betont Hildegard Brömlage.

In einem anderen Regal stehen angetrocknete, aber noch graue Teller. Sie nimmt einen noch nicht ganz trockenen Teller in die Hände, mithilfe eines Messers verschwinden Grate. Sind die gegossenen Stücke ganz trocken, gelingt das nicht mehr ganz akkurat. Ein weiteres Stück ist dagegen bereits hell und trocken. „Nun wische ich alle Teller noch einmal mit einem Schwamm feucht ab, um kleine Unebenheiten zu entfernen“, begleitet sie ihr Tun mit Worten.

Hildegard Brömlage hat noch vor dem Beitritt zum Kunstkreis Lotte angefangen, mit Keramik zu arbeiten. „Das ist für mich Entspannung“, beschreibt sie das Hobby, das sie regelmäßig erde und zur Ruhe kommen lasse. Gebrauchs und Ziergegenstände schafft die Autodidaktin mit Hingabe und Fachkenntnis; „Ich habe mir alles angelesen und selbst beigebracht.“ Im Brennraum gibt es weitere Regale. Dort stehen weiße Rohlinge, die auf die Weiterverarbeitung zu dekorativen Gegenständen warten. Kugeln und Ostereier fallen sofort ins Auge.

Sind die Jahresteller für die Bürgerstiftung trocken und komplett bearbeitet, wandern sie in den Brennofen. Mit 1400 Grad backen die Steingutrohlinge beim sogenannten Schrüh- oder Rohbrand. Nun sind sie fertig zum Bemalen und Gestalten. Abschließend erhalten die wertvollen Werkstücke noch eine dreifache Glasur. Sie schützt die Farben, die unter einer weißen Schicht erst einmal verschwinden. Bei erneuten 1400 Grad im Ofen schmilzt die Lasur, weckt Farbbrillanz und Oberflächenglanz. „Jeder Brand dauert fünf Stunden, der gesamte Prozess bis die Stücke abgekühlt sind, jeweils 24 Stunden“, erklärt Hildegard Brömlage. Und: „Je Teller brauche ich mehr als drei Stunden.“

Die ersten fertigen Stücke, auf denen hinten das Logo der Stiftung und die Stückzahl stehen, sind fertig. „3/50“ steht auf einem kleineren, soll heißen: der dritte von insgesamt 50. Die Auflagen sind nämlich limitiert. Von den großen Tellern gibt es nur zehn. Anzusehen sind die ersten Unikate beim stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Ulrich Harhues in der Alt-Lotter Rosenapotheke. Er nimmt auch Vorbestellungen entgegen. „Beim Adventsmarkt bei Blumen Flaucher am Sonntag, 7. Dezember, verkaufen wir die Jahresteller ebenfalls. Die kleinen kosten 39,50 Euro, die großen 49, 50 Euro“, sagt Harhues. Er hofft, dass sie gut ankommen: „Je nach Resonanz werden wir im nächsten Jahr weitere auflegen.“


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