Tatorte in Lotte und Westerkappeln Prozess gegen Serieneinbrecher in Osnabrück gestartet

Von Heiko Kluge

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Am Landgericht hat jetzt der Prozess gegen vier Männer begonnen, die 29 Einbrüche verübt haben sollen – unter anderem in Lotte und Westerkappeln. Symbolfoto: dpaAm Landgericht hat jetzt der Prozess gegen vier Männer begonnen, die 29 Einbrüche verübt haben sollen – unter anderem in Lotte und Westerkappeln. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Seit gestern müssen sich vier Männer vor der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts verantworten, denen zahlreiche Wohnungseinbrüche zur Last gelegt werden. Unter anderem sollen drei der Angeklagten im vergangenen Mai in ein Wohnhaus in Westerkappeln eingestiegen sein und Gegenstände im Wert von 14308 Euro gestohlen haben.

Die Männer, allesamt georgischer Nationalität, sollen sich überwiegend durch Einbrüche eine ergiebige Einnahmequelle verschafft haben. Insgesamt legt die Staatsanwaltschaft den Männern 29 Straftaten zur Last, die sie in wechselnder Beteiligung und mitunter auch mit weiteren Personen zwischen September 2012 und Mai 2014 begangen haben sollen. Neben dem Einbruch in Westerkappeln sollen die zwischen 28 und 57 Jahre alten Männer noch in vielen anderen Orten Wohnhäuser heimgesucht haben, beispielsweise in Lotte, Bramsche, Meppen, Göttingen und Jever. Um größere Gebiete abdecken zu können, sollen die Männer alte Fahrzeuge angekauft und mit gefälschten Kennzeichen versehen haben. Zur Tarnung sollen sie gefälschte Namen und gefälschte Papiere benutzt haben.

Der Einbruch in das Haus in der Kleestraße in Westerkappeln wird zwei 28 und einem 32 Jahre alten Mann vorgeworfen. Durch ein aufgehebeltes Terrassenfenster sollen sie am 12. Mai eingedrungen sein und Schmuck, Uhren und Elektrogeräte gestohlen haben.

Der erste Verhandlungstag beschränkte sich auf die Verlesung der Anklage sowie den Vorschlag des Gerichts, sich im Rahmen einer Verständigung zu einigen. Im allgemeinen Sprachgebrauch als „Deal“ bezeichnet, werden bei einer solchen Verständigung im Strafverfahren durch Rechtsgespräche mit den Beteiligten die Folgen einer Verurteilung abgestimmt. Für Gericht und Staatsanwaltschaft besteht der Vorteil einer solchen Verständigung darin, dass sich durch ein umfassendes Geständnis eine mitunter aufwendige Beweisaufnahme vermeiden lässt. Der Angeklagte profitiert, indem er eine gewisse Sicherheit über den Ausgang des Verfahrens hat und ihm durch sein Geständnis auch eine Strafmilderung zuteilwird.

Im Falle der vier Angeklagten schlug das Gericht vor, die Männer – glaubhafte Geständnisse vorausgesetzt – zu Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und sechs Monaten bis hin zu maximal vier Jahren und sechs Monaten zu verurteilen. Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 8. Dezember können sich die Männer überlegen, ob sie auf das Angebot eingehen wollen.


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