Kindergartenbedarfsplanung vorgestellt Nachfrage nach Kinderbetreuung in Lotte steigt

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Mit viel Schwung nahm Nicole Denk ihre Arbeit im Kinderland Alt-Lotte auf, sodass sich auch die kleinen „Nesthocker“ (von links) Alyah, Pepe, Nikolina, Olivia und Finley wohl fühlen. Archivfoto: Ursula HoltgreweMit viel Schwung nahm Nicole Denk ihre Arbeit im Kinderland Alt-Lotte auf, sodass sich auch die kleinen „Nesthocker“ (von links) Alyah, Pepe, Nikolina, Olivia und Finley wohl fühlen. Archivfoto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Die Kindergartenbedarfsplanung für das Jahr 2015/16 in der Gemeinde Lotte stellten Ellen Lüttmann und Birgitta Hauenherm vom Kreisjugendamt jetzt dem Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur vor. Der Trend, so das Ergebnis kurz zusammengefasst, geht eindeutig in Richtung U-3-Betreuung. Insbesondere für Kinder unter zwei Jahren werden künftig verstärkt Kita-Angebote benötigt.

Da die Anmeldefrist in den sieben Kindertageseinrichtungen noch lief, waren die vorgelegten Zahlen „keine definitiven Zahlen“, wie Lüttmann betonte, sondern Planzahlen, die allerdings nötig seien fürs Budget. Die endgültigen Zahlen lägen Mitte März 2015 vor, erklärten die Kreismitarbeiterinnen auf Nachfrage aus dem Ausschuss.

Die Bedarfsplanung fußt auf den Bausteinen Entwicklung der Geburtenzahlen und Nachfrageverhalten der Eltern, sprich: den Anmeldezahlen. Nach den Erfahrungswerten zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Anmeldeverhalten im Vergleich mehrerer Jahre werden die Planzahlen fürs kommende Kindergartenjahr auf der Basis der vom Einwohnermeldeamt übermittelten Geburtenzahlen hochgerechnet. Grundtenor für Lotte: „Wir planen für alle über Dreijährigen einen Kita-Platz, für die unter Dreijährigen auch Kindertagespflege“, erläuterte Lüttmann vorab.

Die Geburtenzahlen weisen mit 249 Kindern unter zwei Jahren sechs mehr aus als für das Jahr 2014/15 (243), bei den Zwei- bis Dreijährigen mit 124 (123) ein Kind mehr als im Vorjahr und bei den Drei- bis Sechsjährigen mit 394 13 Mehr als im Vorjahr (381). Die Kinderzahl in Lotte steigt also wieder.

Betrachte man das Nachfrageverhalten im laufenden Kindergartenjahr 2014/15, so liege die Versorgungsquote bei den Drei- bis Sechsjährigen mit insgesamt 373 Plätzen bei 97,9 Prozent. Bei den Zwei- bis Dreijährigen standen 76 Anmeldungen (61,8 Prozent) 81 Plätze (Versorgungsquote: 65,9 Prozent) gegenüber, bei den Unter-Zweijährigen waren es 33 Anmeldungen (13,6 Prozent) für 24 Plätze (9,6 Prozent). In der Kindertagespflege – elf Personen in der Gemeinde Lotte bieten insgesamt 33 Plätze – wurden 17 Kinder unter drei Jahren (4,6 Prozent) und drei Kinder ab drei Jahren (0,8 Prozent) angemeldet.

Kein Rückgang in Lotte

Auffallend sei, so Lüttmann, dass in der Gemeinde Lotte bei den Drei-bis Sechsjährigen immer um die 380 Kinder eine Kindertageseinrichtung besuchen, während es in etlichen anderen Kommunen des Kreises einen Rückgang gebe. Erschwerend für die Planung sei allerdings der Umstand, dass insbesondere in Büren offensichtlich nicht alle Über-Dreijährigen in einem Lotter Kindergarten angemeldet werden: „Für uns ist das ein großes Fragezeichen“, verdeutlichte Lüttmann das Problem. Bei den Unter-Zweijährigen liege die Nachfrage nach Betreuungsplätzen hingegen über dem Kreisdurchschnitt. Nicht als Betreuungsangebot zählen Spielgruppen wie der „Zwergentreff“, den es seit dem Sommer nicht mehr gibt, wie Maria Brockhaus, als sachkundige Bürgerin für die SPD neu im Ausschuss, anmerkte.

„Bei den Über-Dreijährigen planen wir mit einer Versorgungsquote von 100 Prozent“, erklärte Ellen Lüttmann. Sie stellte auch die derzeitige Verteilung der Betreuungsangebote nach Gruppentypen (Typ I: 2-6 Jahre), Typ II 0-3 Jahre, Typ III 3-6 Jahre in den Kitas in Alt-Lotte, Büren und dem Sozialbereich Wersen-Halen sowie die Prognose dazu vor.

Zusammengefasst bedeutet dies: „Rein rechnerisch hätten wir zurzeit 24,5 Gruppen in allen Ortsteilen. Da ist der Schritt zu 25 Gruppen nicht so groß“, erklärte Lüttmann und berichtete, dass das Kreisjugendamt für 2015/16 mit insgesamt 25 Kindergartengruppen plane. In Büren und Wersen/Halen brauche man je eine halbe Gruppe zusätzlich, um 100 Prozent der Über-Dreijährigen mit einem Betreuungsplatz versorgen zu können. In Alt-Lotte werde eine halbe Typ-I-Gruppe in eine Typ-III-Gruppe umgewandelt, um der voraussichtlichen Nachfrage gerecht zu werden..

Wir Birgitta Hauenherm auf Nachfragen erläuterte, wird die zusätzliche halbe Gruppe für Wersen/Halen im Awo-Kindergarten Halen eingerichtet, weil dort die Räume großzügiger seien. In Büren wird die zusätzliche halbe Gruppe im Kinderland Büren angesiedelt. Bauliche Konsequenzen ergäben sich nicht, wohl aber personeller Mehrbedarf, insbesondere auch bei Inklusionsgruppen. Das werde ebenso wie die Qualitätssicherung auch so an die Träger und Einrichtungen weitergegeben, versicherten die Planerinnen vom Kreisjugendamt.

Die Frage von Thomas Giebel (SPD), ob das Betreuungsgeld eine Rolle bei der Kitaplatz-Nachfrage spiele, konnte Hauenherm nur indirekt beantworten: „Die Nachfrage nach Betreuung, insbesondere bei Unter-Zweijährigen,, steigt deutlich an“, konstatierte sie. Ilona Ballmann, als einzige Schulleiterin in dieser Sitzung des Gremiums vertreten, wusste zu berichten, dass viele katholische Eltern aus Büren ihre Kinder lieber im benachbarten Eversburg im Liebfrauen-Kindergarten anmelden.


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