40 Monate Gefängnis Vergewaltiger aus Lotte zu Haftstrafe verurteilt

Von Hanno E. Ewald

Ein 37-jähriger Mann aus Lotte wurde jetzt wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Symbolfoto: dpaEin 37-jähriger Mann aus Lotte wurde jetzt wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Symbolfoto: dpa

Lotte/Münster. Im Prozess gegen einen 37-jährigen Familienvater aus Lotte hat das Landgericht Münster am Mittwoch das Urteil gesprochen. Wegen Vergewaltigung in drei Fällen in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung sprach das Gericht den Angeklagten für schuldig. Ihm steht nun eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten bevor.

Von der bisweilen gezeigten Lockerheit, die der Beschuldigte über weite Teile des Prozesses zur Schau trug, war bei der Urteilsverkündung schließlich nicht mehr viel zu spüren. Ein kurzer Händedruck mit seinem Verteidiger, dann starrte er ins Leere.

Der 37-jährige Familienvater erlebte vor der Großen Strafkammer des Münsteraner Landgerichts das, womit er selber im Laufe des Prozesses wohl nie gerechnet hatte: Das Gericht verkündete nicht nur wegen Vergewaltigung in drei Fällen, davon zweimal in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung, eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten – es hielt auch den bestehenden Haftbefehl aufgrund bestehender Fluchtgefahr aufrecht.

Gleichwohl ist dies ein Strafmaß, das erheblich unter dem Antrag der Staatsanwältin liegt. Sie hatte fünfeinhalb Jahre beantragt. Mit gesenktem Kopf folgte der Vater von drei Kindern die Urteilsbegründung, in der ihm der Spiegel vorgehalten wurde. Der für den Prozess relevante Teil seines Lebens drehte sich so vor allem um die zahlreichen an seiner Ex-Frau begangenen Straftaten. Die Staatsanwaltschaft hielt ihm unter anderem zur Last, seine von ihm geschiedene Ehefrau zwischen 2012 und 2014 mehrfach vergewaltigt zu haben. Wenn sich die Frau seinen Forderungen verweigerte, dann schlug er ihr ins Gesicht und machte sie gefügig. Irgendwann konnte sie nicht mehr. Als die Kinder bei der letzten Tat Ohrenzeugen wurden, kam es zur Anzeige.

Bei den vergangenen Verhandlungstagen zeigte sich: Der Prozess verlangte der Ex-Frau und vor allem den beiden Kindern des früheren Paares im Zeugenstand Einiges ab. Die Flucht nach vorne trat der Angeklagte aber dennoch nicht an. Bis zum Schluss stellte er alle drei Taten in Abrede. Seine Ex-Ehefrau habe alles auf ihre Initiative hin gewollt, ließ er wissen. Durch seine Verweigerungshaltung blieb seinen Kindern eine Aussage vor Gericht nicht erspart. Wegen des enormen psychischen Drucks stellte der Rechtsbeistand der Kinder den Antrag, die Vernehmung per Videokonferenz abzuhalten – das Gericht kam diesem Wunsch nach.

Die Vorsitzende Richterin vermochte den Einlassungen des Angeklagten nicht zu folgen. Seine Bekundungen seien durch die glaubhaften Aussagen der Zeugin und ihren beiden Kindern widerlegt. Dabei übersah die Kammer nicht, dass sich die Kinder nach einem Vorfall auf die Seite ihrer Mutter stellten. Aber von einem geschmiedeten Komplott könne keine Rede sein. So habe die Zeugin auch entlastende Umstände geschildert, hieß es dazu in der Urteilsbegründung.