Ärger am Saerbecker Damm Rücksichtslose Hundehalter in Lotte im Visier

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Nicht nur ekelerregend, sondern auch gesundheitsgefährdend sind solche Tretminen. Herrchen oder Frauchen, die auch im Randbereich von Siedlungen auf Fußwegen Hundekot nicht beseitigen, handeln rücksichtslos und begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Ordnungsgeld belegt werden kann. Foto: dpaNicht nur ekelerregend, sondern auch gesundheitsgefährdend sind solche Tretminen. Herrchen oder Frauchen, die auch im Randbereich von Siedlungen auf Fußwegen Hundekot nicht beseitigen, handeln rücksichtslos und begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Ordnungsgeld belegt werden kann. Foto: dpa

Lotte. Nicht nur der CDU, die das Thema unter dem Stichwort „Mängelbeseitigung“ in die jüngste Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses eingebracht hatte, sondern allen Fraktionen und der Gemeindeverwaltung obendrein stinkt es: Das Verhalten von Hundebesitzern nämlich, die ihre Vierbeiner auf Pättken und Fußwegen ihr Geschäft verrichten lassen, ohne anschließend die Hinterlassenschaften zu beseitigen.

Am Beispiel des Wirtschaftsweges in Alt-Lotte, der zwischen den Häusern 21 und 23a vom Saerbecker Damm in die Felder führt, verdeutlichte CDU-Ratsherr Horst Petersson das anrüchige Problem. Trotz des am Anfang des Weges bereits von der Gemeinde aufgestellten Verbotsschildes mit dem unmissverständlichen Piktogramm klagen Anlieger darüber, dass Herrchen und Frauchen nicht bereit seien, den Hundekot zu entfernen. Da der Weg nicht gepflastert und jetzt im Herbst zudem häufig teilweise mit Blättern bedeckt ist, sind die Tretminen obendrein nur schwer auszumachen – zumal im Dämmerlicht.

Auf Wunsch der Anlieger hatte die CDU deshalb eine Absperrung des Wirtschaftsweges, verstärkte Kontrollen und entsprechende Sanktionen beantragt. In ihrer Beschlussvorlage verwies die Verwaltung darauf, dass für ordnungsbehördliche Sanktionen eine Kontrolldichte erforderlich wäre, für die kein Personal da sei. Eine Ahndung mit Nachweis, dass die Hinterlassenschaft tatsächlich nicht entfernt wurde, sei kaum durchsetzbar. Eine Sperrung des Weges würde das Grundrecht für Fußgänger und Radfahrer auf Betreten der freien Landschaft einschränken, komme daher auch nicht infrage.

Tütenspender hilft nicht

Der Versuch, dort einen Hundetütenspender zu etablieren, sei mangels ordnungsgemäßer Benutzung leider ebenfalls gescheitert – bleibe nur der öffentliche Appell, diese Ordnungswidrigkeiten zu unterlassen und Rücksicht zu nehmen.

Petersson betonte, dass dieses Problem in anderen Teilen der Gemeinde ebenfalls bestehe. Er hob neben den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen durch mögliche Übertragung von Krankheiten und Parasiten auch das Ekelgefühl hervor. „Das geht gar nicht“, unterstrich Ordnungsamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp.

Neben sozialer Kontrolle durch Nachbarn, so Peterssons Vorschlag, könne möglicherweise auch eine Überwachung der bekannten Örtlichkeiten durch private Sicherheitsdienste, speziell zu den üblichen Ausführzeiten, Abhilfe schaffen, „Klar ist auch, dass nicht die Gemeindeverwaltung für die Beseitigung zuständig ist“, unterstrich er mit Blick auf Hundehalter, die fälschlicherweise glauben, dass sie dafür ja Hundesteuer zahlen.

„Bevor wir hier über Bürgerwehr oder nicht diskutieren, sollten wir überlegen, ob es nicht eine Lösung gibt, die umsetzbar ist und die Gemüter beruhigt“, erklärte dazu Bauamtsleiterin Astrid Hickmann. Sie schlug vor, das Wegstück zwischen den Häusern probeweise für einige Monate vom Servicebetrieb reinigen und eventuell schottern zu lassen. Hintergedanke: Wenn es gepflegt aussieht, steigt vielleicht die Hemmschwelle, es zu verunreinigen.

Diesen Vorschlag begrüßten die Sprecher aller Fraktionen ausdrücklich. Denn, wie es Dirk Havermeyer (CDU) im Umkehrschluss unter Verweis auf eine ähnliche Situation am Spielplatz Brookwiesen formulierte: „Wo schon Dreck liegt, vermehrt er sich automatisch.“

Zu der ebenfalls von der CDU beantragten Beseitigung des Engpasses Ringstraße zwischen Bahnhofstraße und Torfkuhlenweg in Alt-Lotte durch Kauf oder Pacht und Befestigung des Weges für die Nutzung durch Radfahrer erklärte Bürgermeister Rainer Lammers, dass die Verhandlungen mit den Eigentümern „sehr, sehr schwierig“ seien. Die Gemeinde werde sich aber nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ weiter um den Grunderwerb bemühen, was auch dem Konsens im Ausschuss entsprach.

Als „gut“ und „richtige Maßnahme“ bezeichnete Horst Peterssson für den Antragsteller CDU auch die Absicht der Verwaltung, zur Entschärfung der Parksituation im Bereich Saerbecker Damm die Hausverwaltung auf nicht bestimmungsgemäße Garagennutzungen und das Thema weiterer Stellplätzmöglichkeiten im inneren Siedlungsbereich hinzuweisen.


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