Auslandserfahrung mit Heimatnähe Von Lotte an die Uni Twente: Grenzgängerin im Studium


Lotte/Enschede. Ein Studium in den Niederlanden erscheint vielen Jugendlichen in der Grenzregion als ideale Möglichkeit, Auslandserfahrung mit Heimatnähe zu verbinden. Auch Anna Pieper aus Lotte zog es nach ihrem Abi ins Nachbarland. Genauer gesagt an die Universität von Twente in Enschede, wo sie seit 2013 International Business Administration studiert. Zwischen Campus, WG-Partys und Yogakursen macht ihr das Unileben richtig Spaß. „Enschede ist definitiv eine Studentenstadt“, sagt sie.

Nach gerade mal einem Jahr in den Niederlanden ist Anna dort rundum angekommen. Sie habe viele neue Freunde gefunden, genieße ihr Studentendasein, engagiere sich und sei Vorsitzende einer Enscheder Hochschulgruppe, die zum internationalen Netzwerk ESTIEM (European Students of Industrial Engineering and Management) gehört. Dass Anna an der Uni Twente studieren wollte, wusste sie spätestens, als zwei Studenten der Uni das Studium an ihrem Gymnasium vorstellten: „Damals hat mich vor allem das Campuskonzept der Uni Twente total beeindruckt. Außerdem wollte ich gerne auf Englisch studieren, was in Deutschland nicht so häufig möglich ist.“ Die Tatsache, dass Enschede von Lotte schnell zu erreichen ist und der Studiengang Business Administration eng mit internationalen Unternehmen zusammenarbeitet, erleichterte Anna die Entscheidung.

Um sich voll und ganz auf das Abenteuer Holland einlassen zu können, belegte die 19-Jährige vor Beginn ihres Studiums einen dreiwöchigen Niederländisch-Kurs an der Uni Twente. „Es hat super viel Spaß gemacht, und ich hätte nie gedacht, dass man in so kurzer Zeit so viel lernt. Mit vielen Leuten, die damals in meiner Sprachkursgruppe waren, unternehme ich ab und zu immer noch etwas.“ Mit ihren Freunden spricht sie mal Deutsch, mal Englisch, mal Niederländisch – je nachdem, wie sich die Gruppe gerade zusammensetzt. „Natürlich gibt es immer mal Situationen, in denen man sich nicht hundertprozentig versteht. Es gibt aber nichts, was sich nicht mit Händen und Füßen oder Google-Übersetzer lösen lässt“, lacht Anna.

Zusammen mit ihren Kommilitonen, die aus den Niederlanden, aber auch aus anderen Teilen der Welt stammen, wendet sie das erworbene Wissen aus den Vorlesungen regelmäßig in realen Projekten an. Zurzeit analysiert sie mit sechs Mitstudenten die Unternehmens- und Marketingstrategie eines Rucksack-Herstellers. „Unterstützend dazu nehmen wir an einer Online-Simulation teil, bei der wir alles, was wir in der Uni lernen, direkt umsetzen können und unsere eigene Firma leiten.“ Diese Kombination aus Theorie und Praxis sei typisch für die Universität von Twente. Viele Start-up-Unternehmen seien bereits aus diesem Studienkonzept hervorgegangen.

Als Ausgleich zum Uni-Alltag nutzt Anna die Sportangebote auf dem Campus. Zusammen mit ihren Freundinnen geht sie Laufen, besucht das Fitnessstudio oder Kurse wie Power Yoga und Pilates. „Letztes Jahr war ich außerdem Mitglied in der Reitvereinigung der Uni und habe auch Hockey und Klettern ausprobiert“, schwärmt sie. Nach dem Sportprogramm kocht sie häufig mit ihrer WG, geht ins Kino oder zu den Festivals auf dem Campus. „Außerdem gibt es hier in Enschede einige coole Bars und Clubs. Am meisten Spaß machen allerdings die WG-Partys.“

An die niederländische Lebensweise musste sich die Studentin trotz aller Begeisterung erst ein bisschen gewöhnen. Denn obwohl sich die Niederlande in direkter Nähe befinden, ist hier einiges doch sehr anders. „Lebensmittel sind teurer, und Holländer können sehr direkt sein“, findet Anna. „Was mir aber gefällt, ist, dass fast jeder Niederländer fließend Englisch spricht. Außerdem sind sie sehr offen und kreativ.“ Genau diese Offenheit empfiehlt Anna auch allen Neuankömmlingen an der Universität. „Die Uni bietet unzählige tolle Möglichkeiten, sich neben dem Studium zu engagieren − sei es sportlich, kulturell oder international. Sobald man sich hier eingelebt hat, sollte jeder diese Angebote nutzen und aktiv werden“, meint Anna. „Meiner Meinung nach lernt man dabei noch mehr als in der Uni selber.“

Wer sich selbst ein Bild von der Stadt Enschede und den Studienmöglichkeiten an der „University of Twente“ machen möchte, ist zum Tag der offenen Tür am 15. November eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.utwente.de .