Erstmals wieder Judo im Angebot TuS Lotte macht sich auf den „sanften Weg“

Von Jannik Zeiser


Lotte. Die neuen Hoffnungsträger der Judo-Abteilung des TuS Lotte heißen Patrick Hollenberg und Nadine Dirksmeyer. Zumindest die Jugendgruppe, so hofft der Verein, soll unter den jungen Trainern wiederaufblühen. Am Freitag gaben die beiden ihr Debüt in der Alt-Lotter Turnhalle an der Jahnstraße.

„Unsere Judo-Abteilung war mal richtig groß“, schwärmt der Vereinsvorsitzende Bruno Diesel von vergangenen Zeiten. Leider hätten die beiden vorherigen Trainer aus persönlichen Gründen nicht mehr weitermachen können. So suchte man beim TuS ein halbes Jahr lang nach neuen Betreuern – und bei den Ibbenbürener „Judo Giants“ ist Günter Fischer, zweiter TuS-Vorsitzender, fündig geworden.

Freitags von 16.30 bis 18 Uhr trainieren Patrick Hollenberg und Nadine Dirksmeyer nun zunächst nur Jugendliche in der vielseitigen Sportart. Öfter können die beiden aus zeitlichen Gründen nicht nach Lotte kommen. Hollenberg (18) und Dirksmeyer (20) müssen „hauptberuflich“ studieren und bieten das Training für den TuS in ihrer Freizeit an. Sie machen schon seit ihrer Kindheit Judo, erzählen die beiden. Zur Ausbildung habe auch ein Trainerschein gehört, sodass sie mit zunehmender Erfahrung den Nachwuchs des Ibbenbürener Vereins trainieren konnten.

Zur ersten Judostunde in Lotte nach einem halben Jahr Pause sind am Freitag fünf Kinder gekommen. „Wir haben gezielt diejenigen angesprochen, die schon vorher in der Judo-Abteilung aktiv waren“, sagt Bruno Diesel. Natürlich besteht die Hoffnung, dass die Gruppe bald noch wachsen wird. „Judo“, das sei Japanisch und stehe sinngemäß für „sanfter Weg“, erklären die beiden Trainer. Im Unterschied zu vielen anderen Kampfsportarten sei Judo keine harte Vollkontaktsportart. Schläge und Tritte werden nicht gelehrt. Griffe und Würfe stehen stattdessen auf dem Trainingsplan. Auch gefahrlose Falltechniken üben die Schüler ein. Besonders für die Kinder und Jugendlichen gehe es darüber hinaus um den richtigen Umgang miteinander, erläuterten die Studenten. Neben Disziplin seien viele körperliche Fertigkeiten gefordert. „Wir machen beispielsweise Turnübungen“, so Hollenberg. „Wer zum Raufen kommt, der ist hier jedenfalls falsch“, fasst Diesel zusammen.

Bevor sich die Trainer einen Eindruck von den technischen Fertigkeiten der jungen Judokas verschafften, brachten sie die fünf Kinder in Aufwärmübungen zunächst zum Schwitzen; dafür sorgte unter anderem ein Fangspiel auf allen vieren. Anschließend gab es noch einige grundsätzliche Dinge zu klären – wie etwa der Gürtel richtig gebunden wird.

Beim Üben von Haltegriffen hatten sich der zehnjährige Jan-Luca und der zwölfjährige Glenn schnell als Trainingspartner gefunden. Die beiden haben bereits einige Jahre Judo-Erfahrung und konnten die Tipps der Trainer schnell umsetzen. „Mir macht an Judo Spaß, dass man Disziplin und Selbstverteidigung lernt“, beschrieb Glenn seine Begeisterung für den Sport. Jan-Luca findet auch die Turniere und Wettkämpfe toll, die sie regelmäßig besuchen.

Wie wichtig ist eigentlich der Wettkampfgedanke im Judo? Darüber gebe es geteilte Meinungen, sagte Patrick Hollenberg. Er selbst sei aber der Ansicht, dass die regelmäßige Teilnahme an Wettkämpfen eine wichtige Rolle spiele: „Das Training bereitet ja letztendlich auf den Wettkampf vor.“ In regelmäßigen Prüfungen können Judoka außerdem ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen und dabei neue Stufen der Ausbildung erreichen, die durch verschiedene Gürtelfarben signalisiert werden. Nadine Dirksmeyer und Patrick Hollenberg beispielsweise haben mit dem braunen Gürtel bereits den höchsten Schülergrad erreicht. Als Nächstes in der Rangfolge kämen die schwarzen Meistergürtel.

Wer sich mal im Judo versuchen möchte, könne einfach bei der Trainingsstunde am Freitag vorbeischauen, warb Bruno Diesel. Bei Fragen steht der Vorsitzende unter 05404/72329 zur Verfügung. Falls auch im Erwachsenenbereich genügend Interesse bestehe, werde man versuchen, die Angebote der Judo-Abteilung so bald wie möglich wiederaufzubauen.