Martin Luther und die Erziehung Kurzweiliger Reformationsabend in der Lotter Arche

Von Jannik Zeiser

Martin Luther (Detlef Salomo) lässt sich von Annette Salomo zum Thema Erziehung befragen. Foto: Jannik ZeiserMartin Luther (Detlef Salomo) lässt sich von Annette Salomo zum Thema Erziehung befragen. Foto: Jannik Zeiser

Lotte. Zum Reformationstag kam Martin Luther zu Besuch. Doch er ging nicht etwa in die Lutherstadt Wittenberg, sondern schaute im beschaulichen Lotte im Gemeindehaus Arche vorbei. Dort gab er launig seine Ansichten zum Thema Erziehung zum Besten.

Im vorherigen Gottesdienst stellte Pastor Detlef Salomo die Lutherrose in den Mittelpunkt. Die Rose ist das Siegel Martin Luthers und ist zugleich Ausdruck seiner Theologie. Ausführlich erklärte Salomo anhand von Zitaten Luthers die Bedeutung des Symbols. Luther schrieb den einzelnen Elementen der Rose jeweils eine Bedeutung zu, die verschiedene Aspekte seines persönlichen Glaubens widerspiegeln. Salomo fasste das Grundbekenntnis der Lutherreformation zusammen: „Es kommt auf Gottes Liebe und Gnade an.“ Luther habe als durchaus fröhlicher Mensch außerdem großen Wert auf die Freude am Glauben gelegt.

Anschließend wurden im Saal der Arche Tische und Stühle gerückt und die angemeldeten Gäste mit leckerer Kartoffelsuppe verwöhnt. Der Pastor kündigte außerdem hohen Besuch an: „Martin Luther kommt am Reformationsabend nicht etwa nach Wittenberg, sondern hier zu uns nach Lotte.“ In einem kleinen Vortrag fasste Salomo zuvor Luthers erzieherische Grundsätze zusammen. Luthers Gesamtwerk enthalte einige pädagogische Ansätze, die – teilweise – auch in der heutigen Zeit noch auf der Tagesordnung stünden. Luther habe für eine strenge, aber gerechte und liebevolle Kindererziehung plädiert. Wie überaus wichtig Luther eine gute Kindererziehung war, zeige sich im extremen Ausspruch des Reformators: „Ich will lieber einen toten Sohn, denn einen ungezogenen haben.“

Anschließend trat Detlef Salomo erneut auf, diesmal in der Rolle Martin Luthers, und stand den Fragen Annette Salomos in thüringischem Dialekt Rede und Antwort. „Was tun, wenn sich die Kinder schlecht benehmen?“ Die Antwort Luthers darauf: „Gebt ihnen Schläge, wenn sie es verdienen. Doch gute Worte dazu, damit sie nicht scheu werden und schließlich gar nichts Gutes mehr von euch erwarten.“ Nur Regeln und Vorschriften, das sei für Kinder unerträglich. Der Reformator selbst hatte unter den sehr harten Erziehungsmaßnahmen seiner Eltern gelitten, worüber er „ganz schüchtern“ geworden und schließlich ins Kloster gegangen sei, um Mönch zu werden.