Eine Gas- und Stromkonzession Überragendes Thema im Lotter Rat: Efeu am Gehweg

Der Efeu, der in den Gehweg vor dem alten Wersener Friedhof ragt, regt einige Ratsmitglieder sehr auf. Dann muss es der Gemeinde sonst ja recht gut gehen.Foto: Thomas NiemeyerDer Efeu, der in den Gehweg vor dem alten Wersener Friedhof ragt, regt einige Ratsmitglieder sehr auf. Dann muss es der Gemeinde sonst ja recht gut gehen.Foto: Thomas Niemeyer

Lotte. Aus Sicht der Gemeinde Lotte kann die Auswahl des neuen Konzessionsnehmers für Gas und Strom nun erfolgen. Der Rat stimmte am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung der vorgelegten Bewertungsmatrix für die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Tecklenburger Land zu. Zugleich beschloss er eine einheitliche Konzession fürs Gemeindegebiet.

Bisher gibt es in Lotte vier Konzessionen für die Energieversorgung: zwei für Gas und zwei für Strom. Jeweils zwei, weil ein Teil von Büren von den Stadtwerken Osnabrück versorgt wird, das übrige Gemeindegebiet aber von der RWE. Das ist nun vorbei, zumal die beiden Unternehmen als strategische Partner derStadtwerke Tecklenburger LandStadtwerke Tecklenburger Land fungieren.

Ob die Gesellschafterversammlung der gemeinsam mit Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Mettingen, Recke und Westerkappeln gegründeten Stadtwerke dann tatsächlich dem eigenen Unternehmen den Zuschlag erteilt, ist nicht gewiss, da die Bewertungsmatrix einen objektiven Vergleich zwischen Bewerbern ermöglichen soll. Die Chancen stehen nach Aussage von Insidern aber recht gut.

Vor dieser komplexen Materie hatte der Rat öffentlich erheblich leichtere Kost zu verdauen. So stellte er das Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai fest, was unmittelbar zuvor der Wahlprüfungsausschuss unter Leitung von Friedhelm Pösse (FDP) in der Rekordsitzungszeit von gestoppten 2 Minuten und 31 Sekunden vorbereitet hatte.

Dann beschäftigte sich der Rat in vier Tagesordnungspunkten ausnahmsweise einmal mit sich selbst: Es wird auch künftig keine Audiomitschnitte von Sitzungen geben; für die papierlose Vorbereitung erhalten die Ratsmitglieder Tablet-PCs; im Ratssaal wird eine kabellose Lautsprecheranlage installiert; ihre Kommunikation mit den Bürgern darf die Verwaltung weiter selbst organisieren.

Das alles ging ebenso ohne Diskussion ab wie die Ablehnung einer Bebauung am Gabelin, die Zustimmung zum Aldi-Bauprojekt in Alt-Lotte und die erneute Benennung von Roland Enders und Alfons Osterbrink zu Landschaftswächtern. Erst die Beschwerde von Hermann Brandebusemeyer (SPD), dass der Efeu an der Wersener Friedhofsmauer über den Gehweg ragt, brachte einige Gemüter in Wallung.

Zu diesem Thema meint ein ständiger Beobachter der Lotter Szene mit einem Augenzwinkern:

„Das ist wirklich ein Skandal: Efeuranken ragen in das Lichtraumprofil des Gehweges an der Westerkappelner Straße. Obwohl: Beim Gehtest an der Friedhofsmauer blieb der Kiepenkerl weitgehend unberührt von dem übergriffigen Grün. Nun, die Verwaltung wird sich kümmern. Obwohl sich ja Ratsmitglieder bereits gekümmert haben und auf eigene Faust zum Servicebetrieb gingen in der Sache. Andererseits wäre es Sache der Kirchengemeinde; deren fleißiger Efeubeschneider aber liegt im Krankenhaus. Tipp vom Kiepenkerl: Statt langer Behördenwege einfach mit der privaten Heckenschere einmal dran längs und munter bleiben!


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