CDU, Grüne und FDP gemeinsam Bündnis für Lotte sucht neuen Bürgermeister

Von Thomas Niemeyer

Als „Bündnis für Lotte“ wollen (von links) Dieter Hörnschemeyer, Stephan Lütke Glanemann, Friedel Glüder, Knut Gerlach und Werner Schwentker einen neuen Hausherrn im Rathaus durchsetzen. Foto: Thomas NiemeyerAls „Bündnis für Lotte“ wollen (von links) Dieter Hörnschemeyer, Stephan Lütke Glanemann, Friedel Glüder, Knut Gerlach und Werner Schwentker einen neuen Hausherrn im Rathaus durchsetzen. Foto: Thomas Niemeyer

tn Lotte. Bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 sollen die Bürger in Lotte auswählen können. Die Ankündigung der scheidenden CDU-Vorsitzenden Ute Saeger aus dem vergangenen November will ein „Bündnis für Lotte“ nun umsetzen. Am Donnerstag starteten CDU, Grüne und FDP gemeinsam eine öffentliche Ausschreibung für einen Bürgermeisterkandidaten.

Zum Start hatten die Vorsitzenden und Ratsfraktionschefs der drei Parteien nach Wersen eingeladen: Stephan Lütke Glanemann und Werner Schwentker für die CDU, Friedel Glüder und Dieter Hörnschemeyer für die Grünen sowie Knut Gerlach für die FDP, deren Fraktionschef Friedhelm Pösse durch Kur entschuldigt war.

In einem konzertierten Vortrag betonte das Quintett, dass sich das Bündnis und seine Initiative nicht gegen irgendjemanden richte, sondern etwas für Lotte erreichen wolle. Es bestehe ein gutes Verhältnis zu Amtsinhaber Rainer Lammers, der aufgrund seiner integren Amtsführung einen Anspruch auf die Loyalität und Wertschätzung des gesamten Rates habe. Doch sei man gemeinsam zu dem Eindruck gelangt, dass die notwendigen Weichenstellungen für eine gute Zukunft der Gemeinde mit dem Sozialdemokraten nicht durchsetzbar seien.

Im Anschluss an den Startschuss informierte Werner Schwentker den Bürgermeister persönlich über die Ausschreibung. Lammers zeigte sich auf Anfrage „nicht überrascht. Ich habe das erwartet.“ An seinem Plan, mit seiner Entscheidung, ein drittes Mal zu kandidieren, noch zu warten, ändere das nichts.

Aus dem misslungenen Versuch nahezu aller Kräfte im Wallenhorster Rat, einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu Amtsinhaber Ulrich Belde zu küren, haben die Lotter offenbar gelernt. Dazu Dieter Hörnschemeyer: „Unsere Zusammenarbeit ist seit Jahren gut und vertrauensvoll. Insofern ist die Situation in Wallenhorst überhaupt nicht vergleichbar.“

Schwentker und Gerlach bestätigten, dass das Lotter Jamaika-Bündnis wegen der Unterschiedlichkeit der drei Parteien offen sei. Niemand müsse seine Position aufgeben. Dies laufe gut und sei eine solide Basis für die gemeinsame Ausschreibung. Die Bündnispartner schließen nicht aus, dass sich Kandidaten aus Lotte, vielleicht sogar aus ihren eigenen Reihen, finden. Doch auch für sie gelten die Anforderungen der Ausschreibung: langjährige Erfahrung in einer Kommunalverwaltung, möglichst in leitender Funktion mit entsprechender Ausbildung; Kommunikationsstärke, Führungskompetenz; finanzpolitische und wirtschaftliche Handlungskompetenz.

In ihrer Gemeinschaft sehen CDU, Grüne und FDP auch bessere Chancen, Bewerber zu finden, die diese vergleichsweise hohen Erwartungen erfüllen und bereit sind, gegen einen Sozialdemokraten in einer Gemeinde anzutreten, wo die SPD seit Langem den Bürgermeister stelle. „Unsere Gemeinde im Speckgürtel von Osnabrück, landschaftlich schön gelegen, hat viel zu bieten“, begründete Friedel Glüder die hohen Ansprüche.

Im ersten Quartal 2015 will das Bündnis seine Kandidatenauswahl treffen, damit der Bewerber ausreichend Zeit habe, sich mit Lotte vertraut und in Lotte bekannt zu machen. Die Partner sind zuversichtlich, sich dann einvernehmlich auf eine Person zu einigen – für Lotte eben.