Tag der offenen Tür DRK Alt-Lotte feiert am Wochenende 50-jähriges Bestehen

Von Ursula Holtgrewe


Lotte. Auf 50 Jahre Ortsvereinsleben blickt in diesen Tagen das DRK Alt-Lotte zurück. Das feiern die Rotkreuzler am Sonntag, 28. September im Betreuungszentrum am Saerbecker Damm 7. Ab 15 Uhr stellt der Ortsverein beim Tag der offenen Tür verschiedene Aktivitäten vor.

„Eigentlich sind wir sechs Tage zu früh, denn die Gründung trägt das Datum 4. Oktober 1964“, errechnet der Vorsitzende Ralf Siemering schmunzelnd. Das sei indes bei 50 Jahren zu verzeihen.

Mit Manfred Westermann hat das Rote Kreuz einen Aktiven in seinen Reihen, der sich bereits vor der Alt-Lotter Gründung dem DRK verschrieben hatte – damals in Westerkappeln. „Mitglied bin ich seit 1963. Erst waren nur ein paar Lotter in Westerkappeln aktiv. Es hat sich noch nicht gelohnt, einen eigenen Ortsverein zu gründen“, berichtet Westermann, der seinerzeit noch in Osterberg wohnte.

Erste-Hilfe-Kurse in der Gaststätte „Schreck“ bewogen weitere Lotter Bürger, dem DRK beizutreten. Manfred Westermann, der heute in Gaste wohnt, war auch dabei, als in der Alt-Lotter Gaststätte „Buddenberg“ die Gründungsversammlung über die Bühne ging. Der Gründungsvorsitzende war Dr. Elsner. Erster Vorsitzender wurde Alfred Gneipelt, Schatzmeister Werner Schütte, der 25 Jahre lang das Amt innehatte. „Früher waren Männer und Frauen noch getrennt. Ich war für die männliche Bereitschaft zuständig, Hannelore Necker für die Frauen“, blickte Westermann auf fünf Jahrzehnte zurück.

Die Zahl der Aktiven wuchs. Zur Ausbildung zählten Erste Hilfe, Versorgung Verletzter im Gelände und vieles mehr, was zur Arbeit des DRK gehörte – auch die Weiterbildung von Frauen zu DRK-Schwestern. Sie erhielten Uniformen mit Haube, Bluse, Schürze, Rock und eine lederne Verbandstasche. Von denen gibt es noch einige. Zwei VW-Bullys des Katastrophenschutzes standen viele Jahre in Alt-Lotte. Weil der Katastrophenschutz Standorte zusammenlegte, wurden die Bullys abgezogen. „Daher mussten wir im Jahr 1998 ein eigenes Fahrzeug anschaffen“, betont Siemering.

Von Beginn an bot der DRK-Ortsverein Alt-Lotte Blutspendetermine an: 1964 bis 1973 in der Grundschule, von 1974 bis 1982 im evangelischen Gemeindehaus Arche. „In der Grundschule gab es die erste Ehrung für zehn Mal Blutspenden. Die erhielt Margot Zastrow. In den Anfangsjahren erhielten Blutspender, die warten mussten, einen Schnaps. Das wurde später untersagt“, erinnert sich Manfred Westermann lächelnd. Er ist nun Blutspendebeauftragter in Alt-Lotte. „Manfred ist unsere gute Seele“, hebt Siemering dessen Engagement heraus.

Eine Erbschaft ermöglichte dem DRK Anfang der 1980er Jahre Grundstückskauf und Bau des Betreuungszentrums. „Damals gab es finanzielle Unterstützung vom Kreisverband und anderen Institutionen, sodass die Finanzierung stand. Muskelhypothek haben maßgeblich Manfred und Heinz Beckemeyer eingebracht“, anerkennt Ralf Siemering. Zwei Jahre lang hätten beide jeden Samstag und Sonntag und weitere Freizeit für das ehrgeizige Projekt auf der Baustelle zugebracht. „Wir haben fast alles selbst gemacht, sodass wir ein schuldenfreies Haus einweihen konnten“, blickt Westermann in das Jahr 1982 zurück. Aktivitäten belebten das Haus. „Edeltrudt Diesel hat sofort die Seniorennachmittage ins Leben gerufen“, sagt Manfred Westermann. Bis heute treffe sich auch die Tanzgruppe in den Räumen. Kleinkindergruppen hätten sich ebenfalls für mehrere Jahre wohl gefühlt. Seit einiger Zeit gebe es im Betreuungszentrum die Frühförderung von Kindern.

„Damals hatten wir 20 Fördermitglieder. Wir sind zu jedem persönlich hingefahren und haben das Geld eingesammelt. Damit Geld in die Kasse kam, wurde viel gebastelt für Basare in der lokalen Feuerwache und bei der Firma Stalloton“, beschreibt Westermann einen Teil der Alt-Lotter DRK-Historie. Dazu gehörte auch die Beherbergung von Asylbewerbern im Betreuungszentrum, die Aufnahme einer polnischen Reisegruppe, deren Bus auf der Autobahn liegen blieb und weiteres humanitäres Engagement. Seit dem Jahr 1995 ist das Alt-Lotter DRK durch Manfred Westermann verbunden mit der Lettlandhilfe des Kreisverbandes Tecklenburger Land. Er begleitete mehrfach Spendentransporte ins Baltikum. „In einem Jahr waren es sogar neun Lastzüge“, betont er und, dass es in dem wirtschaftlich aufstrebenden Land auch heute unvorstellbare Armut gebe.

Das ehrenamtliche Engagement, bei dem das Alt-Lotter DRK auf so einige Unterstützer zählen kann, hat Westermann auch an seine Familie weitergegeben. Ehefrau Hannelore leite die Donnerstagstreffs für Senioren. Sohn Dirk ist als Rotkreuzleiter bei Einsätzen, wie dem Volkslauf, bei Heimspielen der Sportfreunde Lotte und anderen Veranstaltungen unterwegs. Die Autobahndienste wurden vor einigen Jahren jedoch eingestellt.

Über diese und viele andere DRK-Themen ist am kommenden Sonntag Zeit zu plaudern. Beim Tag der offenen Tür setzen die Aktiven auf breites Interesse der Bevölkerung. Es gibt Informationen und Ausstellungen zum aktuellen Geschehen: Frühförderung, Blutspendedienst und Tätigkeit der Aktiven.