Vergewisserung nach vier Jahren Lotter Einrichtungen erneut „Familienzentren“

Von Ursula Holtgrewe

Erfolg durch Engagement der Teams: Wieder zertifiziert als Verbund-Familienzentrum sind die Alt-Lotter Awo- und Bürener Kinderland-Einrichtung. Foto: Ursula HoltgreweErfolg durch Engagement der Teams: Wieder zertifiziert als Verbund-Familienzentrum sind die Alt-Lotter Awo- und Bürener Kinderland-Einrichtung. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Geschafft. Die Rezertifizierungs-Urkunden als Familienzentrum hat der Verbund Awo-Kita in Alt-Lotte und Kinderland-Kita in Büren jüngst aus Berlin erhalten. Damit bestätigte PädQUIS (Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme der Freien Uni Berlin), dass die Teams in den Einrichtungen die Qualitätsanforderungen für das Gütesiegel Familienzentrum in den zurückliegenden vier Jahren eingehalten haben.

Dazu gehörte auch die schriftliche Dokumentation nach Vorgaben des Landes NRW, beispielsweise was sich im Sozialraum, dem Umfeld der Kitas, geändert hat und die Fortbildungen der Teams; weiterhin eine Begehung der Kitas von PädQUIS-Mitarbeitern und viele Aspekte mehr.

Das Gütesiegel zeichnet Kitas aus, die über die Kernaufgaben Bildung, Erziehung und Betreuung hinaus Angebote zur Förderung und Unterstützung von Familien anbieten, und zwar niederschwellige Angebote, sodass Eltern keine Scheu zeigen, sich zu beteiligen. Weitere Bereiche sind Familienbildung und Erziehungspartnerschaft, Kindertagespflege, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Sozialraumbezug, Kooperation und Organisation, Kommunikation sowie Leistungsentwicklung und Selbstevaluation.

Daher nahmen Awo-Kita-Leiterin Brigitte Schleuter und Kinderland-Leiterin Nicole Denk überaus zufrieden die Urkunden entgegen. Im Fazit von PädQUIS hieß es beispielsweise zum Punkt „Beratung und Unterstützung für Kinder und Familien“: In diesem Bereich ist nicht nur die Gütesiegelfähigkeit gegeben, sondern auch eine außerordentliche Leistungsvielfalt.

Jeder Sozialraum hat andere Strukturen und Bedürfnisse. Daraus ergeben sich individuelle Angebotsstrukturen. Daher sind folgende Beispiele nur ein Auszug der Angebote: In der Büren Kinderland-Kita gehöre dazu, dass „Clown Tonto“ einmal im Monat in der Kita mit dem Nachwuchs spezielle Gefühlsübungen mache, erklärte die stellvertretende Leiterin Nele Schleck. „In unserem Ortsteil organisieren wir einmal im Jahr eine Bedarfsabfrage. Dabei können alle Bürger mitmachen, denn die Fragebögen liegen an vielen Stellen aus. Beispielsweise ist daraus der Joga-Kurs in unserer Einrichtung mit dem Kooperationspartner VHS entstanden“, berichtete die stellvertretende Kinderland-Leiterin Nele Schleck.

Eine Reaktion auf die Befragung sei beispielsweise das VHS-Angebot „Kreative Engelwerkstatt“, die im Herbst stattfinden werde, sagte sie. Der Englischkurs laufe zurzeit in der Kinderland-Einrichtung gemeinsam mit Kindern der Regenbogen-Kita. Zudem gebe es im Verbund-Familienzentrum die Sprechstunde der Beratungsstelle Jugendhilfe Lengerich einmal im Monat, sagte Nele Schleck.

In Büren hat sich vor nicht allzu langer Zeit herausgestellt, dass der interkulturellen Erziehung mehr Raum gegeben werden müsse – anders als beispielsweise in Alt-Lotte, wo schon länger darauf reagiert wird. „Wir haben daraufhin unter anderem ein Kulturfest ausgerichtet“, sagte Nele Schleck. Auch eine Hebamme arbeite mit der Kita zusammen. Im Kurs „Elternstart“ gebe es Tipps für das Leben mit Kleinkindern, aus der sich eine Krabbelgruppe entwickeln soll.

Dieser Kurs wird alsbald in der Alt-Lotter Awo-Einrichtung angeboten. „Auch bei uns gibt es regelmäßige Bedarfsabfragen und wir haben festgestellt, dass es in unserem Einzugsgebiet werdende Mütter gibt“, berichtet Leiterin Brigitte Schleuter. Englisch in der Awo-Kita sei gut gelaufen. „Wir starten einen neuen Anlauf“, sagte sie.

Erfolgreiche Praxis ist es, nicht nur mithilfe von Aushängen zu informieren, sondern jeder Familie einen Flyer mit Angeboten zu geben. Ein Sprachkurs läuft in der Awo-Kita ebenfalls. „Ein neuer Schwerpunkt zur interkulturellen Arbeit wird demnächst im Morgenkreis mit Kindern und Eltern angeboten. Lottes Büchereileiterin Beate Diesel unterstützt uns und stellt eine Kiste mit unterschiedlichen zweisprachigen Büchern zur Verfügung“, erklärte Brigitte Schleuter und betonte: „Wichtig für unsere Arbeit sind unsere Kooperationspartner.“

Eine Besonderheit hat die Awo-Kita zudem: In der Einrichtung werden Kung Fu-Kurse angeboten. „Das gute ist, die Kinder kennen den Weg und können eigenständig zum Kurs kommen“, freute sich Brigitte Schleuter.

Leiterinnen und Teams wissen, dass sie vieles dokumentieren müssen, damit sie in vier Jahren für das Verbund-Familienzentrum erneut zufrieden sagen können: „Geschafft!“