Wersener Grundschüler zu Gast „Vom Korn zum Mehl“ an der Mühle Bohle in Lotte

Von Ursula Holtgrewe

Mühsam ist das Herauspulen der Körner aus den Ähren, die sorgfältig in kleinen Bechern gesammelt werden. Foto: Ursula HoltgreweMühsam ist das Herauspulen der Körner aus den Ähren, die sorgfältig in kleinen Bechern gesammelt werden. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Mühsam und zeitaufwendig waren früher die Arbeitsgänge für gemahlenes Mehl. Das erfuhr die 3a der Grundschule Wersen. „Vom Korn zum Mehl“ lautete das Thema, bei dem sich die Kinder vor und in Wersens Mühle Bohle mit Getreide und historischer Technik vertraut machten.

Das Angebot gehört zu den Themen, die der Mühlenverein am technisch-ökologischen außerschulischen Lernort Mühle Bohle Grundschülern vermittelt. Vorm rund 300 Jahre alten Mühlenstandort begrüßten die Lehrer im Unruhestand, Wilhelm Schröder, Dieter Zehm und Friedel Glüder, die aufgeweckten Schüler mit Lehrerin Corinna Maier und Praktikant Robin Martin.

Die Kinder hatten bei der Vorbereitung gut aufgepasst und erkannten Weizen- und Roggenähren sofort. „Weizen hat kurze und Roggen hat lange Grannen“, wusste ein junger Besucher. Nun erhielten die Kinder reife Ähren und pulten die Körner heraus. Das war auch für die flinken kleinen Finger von Lisa und Maja gar nicht so einfach. „Ihr müsst die Ähren auf dem Tisch rubbeln, dann lösen sich die Körner schneller“, verriet Schröder. Das klappte schon besser.

Bevor die Kinder die Körner in kleine Dosen füllten, entfernten sie mit kräftigem Pusten die Spelzen, die die Körner umhüllten. Leichter ging das Herauslösen früher mit einem Dreschflegel. „Die Körner wurden damit auf der Diele aus den Ähren geschlagen“, erklärte Schröder und demonstrierte das Schlagen mit dem Flegel.

In der Mühle gab es dann einen informativen Film. Auf einem Esel bringen ein Bauer und seine Tochter einen Sack Getreide zur Mühle. Die wurde mit Wasserkraft angetrieben. „Das ist wie hier“ , rief Dominik, der mit den Klassenkameraden bereits das Wasserrad in Aktion gesehen hat. Mit ihm wird die Wasserkraft auf die Zahnräder im Getriebekeller umgeleitet.

Vor dem Mahlvorgang wurde das Getreide gereinigt, bevor eine Schälmaschine Spelzen entfernte. Nun konnte das Mahlen beginnen. Auf dem festsitzenden Bodenstein drehte sich der Laufstein. War das Mehl noch nicht fein genug, wurde es noch einmal gemahlen. Die Schüler erkannten das Becherhebewerk, das es auch in der Mühle Bohle gibt. „Das ist wie ein Fahrstuhl für Mehl“, fand Paul einen treffenden Vergleich.

Die Frühstückspause legte die 3a im lauschigen Mühlengrund ein. Ein weiteres Mal konnten die wissbegierigen Gäste das Thema ganz praktisch begreifen: Mit Mörser, Metallgetreidemühle und Steinmühle mit Boden- und Mahlstein in klein konnten sie Körner selber mahlen.

Arbeitsblätter lagen gleichfalls parat. Auf diese wurde beispielsweise die Lösung des „Getreidedurcheinanders“ notiert. Am leichtesten war wegen Größe und Farbe das Maiskorn zu erkennen. Mithilfe von Lupe und Pinzette galt es an einer anderen Station, ein gequollenes Weizenkorn genau zu betrachten.

Mit ihrem erweiterten Wissensschatz gingen die Wersener Drittklässler zurück zur Schule. Die pädagogischen Unruheständler räumten auf und bereiteten die nächsten Besuche vor. Bis Anfang Oktober sind nämlich noch sechs weitere Klassen aus Alt-Lotte und Wersen zu Gast. Die beiden Vierten aus Wersen kennen „Vom Korn zum Mehl“ schon und freuen sich auf das Thema „Vom Baum zum Nistkasten“.