Ligabetrieb ist das Ziel SV Büren fehlen noch Softball-Spielerinnen

Von Ursula Holtgrewe

Freuen sich auf Verstärkung beim Softballtraining (von links): Joelle Resak, Anthea Lamping, Jean-Paul Noserke, Lena Pohlmann, Michelle Wamhoff, Lisa Beckmann und Alina Terre. Foto: Ursula HoltgreweFreuen sich auf Verstärkung beim Softballtraining (von links): Joelle Resak, Anthea Lamping, Jean-Paul Noserke, Lena Pohlmann, Michelle Wamhoff, Lisa Beckmann und Alina Terre. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Softball-Premieren-Training des SV Büren 2010 auf dem Wersener Sportplatz: Sechs gut gelaunte junge Frauen im Sportdress treffen sich im herbstlichen Sonnenschein.

Vier bringen Erfahrungen in der Sportart mit. Zwei sind Neulinge, mit Neugier auf den amerikanischen Volkssport. Trainer Jean-Paul Noserke ist nach der ersten Trainingseinheit mit den engagierten Frauen überaus zufrieden. Nur: Eine Mannschaft besteht aus mindestens neun Spielerinnen. Folglich suchen die „O-Snaps“, wie sie heißen, weitere Softballerinnen.

Eingangs steht das unverzichtbare Aufwärmen auf dem Programm: Eine verkürzte Stadionrunde und Dehnübungen für Beine, Schulter, Arme, Hände. Der Trainer verteilt Fanghandschuhe und Bälle. Michelle Wamhoff aus Georgsmarienhütte und Alina Terra aus Alt-Lotte haben eigene dabei.

Sie gehören zu den OSC-„O’Snaps“, die Noserke so lange betreute, bis Studentinnen keine Zeit mehr fürs Training hatten. „Ich habe vor sieben Jahren mit Baseball angefangen und bin dann zum Softball gewechselt“, berichtet Lina Terre. Michelle Wamhoff nickt. Ihre Karriere verlief vergleichbar.

Auch die Osnabrückerin Lisa Beckmann und Joelle Resak aus Alt-Lotte, die schon viele Jahre Handball und Volleyball spielt, bringen Softball-Erfahrungen mit. „Ich war an einem College in Gladstone/Michigan. Da habe ich eine Saison lang Softball in einer Mannschaft gespielt“, berichtet sie. Lisa Beckmann, mit 15 Jahren die jüngste in der Gruppe, war ein Jahr lang in einer Highschool in Sommerville/South Carolina. Sie hat dort verschiedene Sportarten praktiziert. Softball gehörte dazu. „Es gibt drei Saisons. Im Frühjahr haben wir Softball gespielt, im Sommer und Herbst andere Sportarten“, erklärt sie.

Die Faszination für die vier liegt in den unterschiedlichen Anforderungen dieser Sportart, zum Beispiel die Kombination von Schlagen, Fangen und Laufen; weiterhin Konzentration, Schnelligkeit und Geschicklichkeit, was wiederum eine gut Kondition erfordert.

Auf dem Sportplatz in Wersen haben die Frauen das Werf- und Fangtraining begonnen. Dabei wird die eigentlich schwächere Hand als Fanghand trainiert. Jean-Paul Noserke gibt ab und zu Tipps, lobt: „Schöner Wurf“. Er erhöht die Schwierigkeit, indem er den Abstand der paarweise Agierenden vergrößert.

Die Wallenhorsterin Lena Pohlmann ist auf einen Bericht in der NOZ hin neugierig geworden: „Ich möchte Softball mal ausprobieren“. Genau wie Anthea Lamping aus Alt-Lotte. „Eine neue Sportart wollte ich eh mal ausprobieren. Eigentlich sollte es Kickboxen werden. Aber Softball macht echt Spaß.“

Vor allem dann, wenn man nach einigen geschlagenen Luftlöchern mit dem Schläger erstmals den auf einer Vorrichtung liegenden Ball richtig trifft, sodass er meterweit zu einer Fängerin fliegt. Ein zufriedenes Lächeln huscht kurz über das Gesicht, in dem sofort wieder Konzentration steht.

Was erwarten sich die Softballerinnen? „Ligabetrieb wäre cool“, sagt Joelle Resak lächelnd. Sie und alle anderen sind sich einig: Sie werden in Schule und Sportgruppen werben, damit die „O-Snaps“ in der kommenden Saison Ligaspiele bestreiten können. Auch das wäre eine Premiere für den SV Büren 2010.