SF Lotte bei Alemannia Aachen Kevin Pires-Rodrigues: Müssen Sieg schaffen

Von Carsten Richter

Kevin Pires-Rodrigues erobert den Ball im Mittelfeld. Foto: MrugallaKevin Pires-Rodrigues erobert den Ball im Mittelfeld. Foto: Mrugalla

Lotte. Als krasser Außenseiter müssen die Sportfreunde Lotte am Montagabend bei Alemannia Aachen antreten. Die Begegnung auf dem traditionsreichen Aachener Tivoli wird live im TV-Spartensender Sport 1 übertragen und beginnt um 20.15 Uhr.

Die Mannschaft von Michael Boris tritt dort schon mit dem Mute der Verzweiflung an. Zu schlecht lief es in den bisherigen fünf Begegnungen, aus denen nur magere zwei Punkte heraussprangen. Und die Lage wird sich weiter zuspitzen, wenn nicht möglichst schnell der Hebel umgelegt werden kann.

Auch Kevin Pires-Rodrigues, der im Sommer von Rot-Weiß Essen nach Lotte wechselte, sieht das so. Der 22-Jährige, der bei allen fünf Spielen auf dem Platz stand, hofft jetzt aber vielmehr auf den Weg der kleinen Schritte, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. „Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir müssen jetzt Schritt für Schritt sehen, dass wir weiterkommen. Wenn wir erst einmal einen Sieg landen, könnte es schon eine Art Befreiung für alle sein. Doch den müssen wir erst einmal schaffen“, weiß der Deutsch-Portugiese.

Dabei nimmt Pires-Rodrigues wohlweislich das Team in der Pflicht. Dass die momentan völlig verunsicherte Mannschaft aber auch selbst absolut unzufrieden und selbstkritisch mit dem noch jungen Saisonverlauf ist, macht der Mittelfeldspieler deutlich. „Es ist schwer, für die bisherigen Spiele Worte zu finden. Denn das Abschneiden hatte sich jeder anders vorgestellt. Insgesamt ist es schon alles sehr frustrierend. Wir trainieren unter der Woche wirklich alles. Wir trainieren Standards, Spielabläufe und alles Mögliche. Da macht jeder alles und vieles klappt auch. Aber dann im Spiel kommt nicht immer viel dabei heraus“, sagt der 1,70 Meter große Akteur mit leicht gesenktem Kopf.

Um dann aber schnell hinzuzufügen, dass seiner Meinung nach nicht der Übungsleiter daran schuld ist. „Dem Trainer kann ich keinen Vorwurf machen. Er haut schließlich alles raus, aber wir müssen es eben umsetzen“, meint er zu Michael Boris, der mit einem Durchschnitt von 0,4 Punkten pro Spiel allerdings öffentlich stark in der Kritik steht.

Am Montag nun wollen die Sportfreunde Lotte nicht nur das bundesligataugliche Stadion auf dem Aachener Tivoli bestaunen, sondern den Favoriten im Rahmen ihrer Mittel auch etwas ärgern. „Es ist bekannt, dass da eine tolle und große Kulisse auf uns wartet. Wenn wir da was holen wollen, müssen wir als Kollektiv enger und kompakter stehen als zuletzt. Man hat ja gesehen, dass es vorher gegen Wiedenbrück in der ersten Halbzeit schon einige Torchancen für uns gab. Nur müssen wir diese Dinger auch mal rein machen und uns nicht wieder durch ein dummes Gegentor, dem wir dann wieder nachlaufen müssen, selbst Probleme bereiten. Unser Manko sind bisher ganz klar die unnötigen Tore, die wir kriegen, und die vergebenen Chancen, die wir nicht machen. Vielleicht geht ja in Aachen etwas. Ich wünsche es mir jedenfalls sehr.“,