„Das ist für uns ein Quantensprung“ Löschzug Alt-Lotte stellt neues Fahrzeug in Dienst

Von Ursula Holtgrewe


Lotte. Mit einem unterhaltsamen Abend stellte der Löschzug in Alt-Lotte das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20 am Freitag offiziell in den Dienst – sinnvoll investierte 320000 Euro, wie allseits zu hören war.

Die freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Lotte ist in vielen Bereichen fit – auch im Eventmanagement, wie die Blauröcke in schmucker Ausgehuniform erneut bewiesen. An einladend gedeckten Tischen nahmen Vertreter von Rat, Verwaltung, DRK, THW Osnabrück, evangelischer Kirche, Aktive der Löschzüge Wersen und Alt-Lotte, Feuerwehrleute der befreundeten „Nordlichter“ sowie jung gebliebene Ältere der Ehrenabteilung Platz.

Ein Großteil sah der ersten Begegnung mit dem HLF 20 gespannt entgegen. Es stand noch hinter einem Vorhang und ließ rote und blaue LED-Orientierungsbeleuchtung hervorblitzen.

Mit dem Thema Glück und humorigen Szenen, die Sebastian Kutz mittels Beamer allen vor Augen führte, stiegen die Kameraden in das Thema ein. Löschzugführer Marc Czichowski stellte den Star des Abends vor, der in zwei Jahren intensivster Planung konzipiert wurde. „Das HLF 20 ist für uns ein Quantensprung“, beschrieb Czichowski das Fahrzeug. „Die Wehr ist kein Freizeitspaß. Sie ist notwendig für Einsätze zum Wohl der Bürger und benötigt auf dem aktuellen Stand der Technik befindliche Fahrzeuge“, betonte der Alt-Lotter Löschzugführer.

Lottes Wehrleiter Volker Rapelius freute sich auf das Finale: „Zehn Jahre nach dem LF 10/6 ist es mir eine besondere Ehre, ein Fahrzeug übergeben zu dürfen, das weitestgehend unseren Anforderungen entspricht“, sagte Rapelius. Im Rahmen des vorgegebenen Budgets sei es der Gruppe um Marc Czichowski und dem stellvertretenden Wehrleiter Gerd Nüsse gelungen, ein Konzept zu erarbeiten für ein Einsatzfahrzeug, das seinesgleichen suche.

Den Aufbau auf einem Mercedes Atego habe die Firma Rosenbauer in Luckenwalde termingerecht für die „Eier legende Wollmilchsau“ fertiggestellt, berichtete Rapelius schmunzelnd. Er hob die gute Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung heraus und bat die Kameraden, weiterhin Freizeit und Engagement für die Mitbürger zur Verfügung zu stellen: „Ich freue mich auf die hervorragende Zusammenarbeit mit Euch allen.“

Zum Beamer-Programm gehörten auch die „Bullermänner“ mit Sketchen über die Arbeitsweise der Feuerwehr, die – obwohl meilenweit von der Realität entfernt – sehr wohl zum Lachen waren.

Gerd Nüsse blickte auf den Feuerwehrbedarfsplan und die Beschaffungskonzepte für den Fuhrpark zurück. „In den Jahren seit 2005 hat sich viel geändert“, hob der Fachmann heraus, der jedes Einsatzfahrzeug mit konzipierte. „Dass in Lotte so viel Geld in die Hand genommen wurde, zeigt, dass Sicherheit sehr ernst genommen wird“, lobte Nüsse.

Pastor Detlef Salomo verdeutlichte, dass 320000 Euro überaus sinnvoll investiert seien: „Ein einziges gerettetes Menschenleben lässt die Diskussion über die Kosten verstummen.“ Das neue Fahrzeug sei zugleich eine öffentliche Anerkennung für jene Menschen, die sich mit Idealismus für ihre Mitmenschen engagieren, betonte Salomo. Sein Respekt galt den Feuerwehrleuten, die sich besonnen den Gefahren stellen zum Nutzen der Allgemeinheit und zum Schutz des Lebens.

Bürgermeister Rainer Lammers klagte augenzwinkernd, inhaltlich sei seine Rede bereits gehalten worden, und lobte: „Wir haben eine tolle Feuerwehr.“ Auch zukünftig werde der Gemeindehaushalt entsprechend gestaltet, sagte Lammers zu und wünschte, dass in Lotte die Feuerwehrjugendarbeit erfolgreich fortgesetzt werde.

Es folgten die Schlüsselübergabe-Stafette Lammers-Rapelius-Czichowski sowie beeindruckende Daten über das neue Fuhrparkmitglied – interessant moderiert von Tabea Rohatsch und Carsten Hose. Nun hatte das Warten ein Ende: Das HLF 20 wurde ausgiebig in Augenschein genommen, sowohl die Fahrerkabine als auch die Ausstattung. Dazu zählt auch die Kettensäge, die der Förderverein auf Wunsch der Feuerwehrleute anschaffte.

Als zu recht später Stunden – alle hatten sich an Schuberts Schnitzelbüffet gestärkt – Bauer Brömmelkamp (André Hölscher) auftrat, waren schon einige zu Hause. Doch der schlagfertige Gast fand einige „Opfer“, die er aufs Korn nahm.