Jungs halten sich noch zurück Im Sommerleseclub Lotte zur Leseratte werden

Von Erna Berg


Lotte. Das kann ein knisternd spannender Abenteuer-Sommer werden für die Schüler der Gemeinschaftshauptschule Lotte – wenn sie Lust auf Lesen haben.

Im vergangenen Jahr haben 51 Leseratten der GHS bei der landesweiten Aktion „Sommer Lese Club“ durchgehalten und mindestens drei Bücher durch geschmökert. Jetzt geht es in die Leserunde 2014, die schon während der Schulzeit am 23. Juni beginnt und mit einer Verlängerung nach den Sommerferien am 19. September endet. Die Kooperation der Bücherei der GHS und Lottes Gemeindebüchereien machen die tolle Aktion möglich.

„Rund 70 neue Bücher, ausgesucht aus einer Vorschlagsliste von Leseexperten, liegen in der Schulbibliothek zum Ausleihen bereit“, berichtete Deutschlehrerin Astrid Hübner, die am Dienstag mit Kollegin Kristina Thierbach, Praktikantin Anne Martin und 26 Sechstklässlern die Wersener Bücherei besuchte. Dort wurden sie von Bücherleiterin Beate Diesel , ihrer Unterstützerin Maria Sundermann und Bürgermeister Rainer Lammers erwartet.

Er würde selber schon aus beruflichen Gründen viel lesen, erzählte Lammers den Schülern und empfahl ihnen, am Sommerleseclub mitzumachen. Auf die Frage, wer denn dabei wäre, meldeten sich Lara, Lena, Anita, Julia, Alica und Jaqueline spontan. „Da bin ich aber platt, dass kein Junge mitmacht“, staunte der Bürgermeister etwas enttäuscht.

Dabei ist für jeden etwas dabei, warb Astrid Hübner. Viele bebilderte Bücher und Comics gehören zum Angebot. Finanziell unterstützt wird diese Aktion vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, der Bohnenkamp-Stiftung in Osnabrück sowie aus dem Etat der Gemeindebücherei.

Noch liegen die Bücher in der Gemeinschaftshauptschule zum Ausleihen bereit, in den Ferien können sie in den Gemeindebüchereien gegen neue umgetauscht werden. Alle wissen Bescheid, dass Lesen süchtig machen kann und es dagegen nur ein Mittel gibt: Neue Bücher ausleihen und weiterlesen, bis die Eltern das Licht ausschalten oder die Augen schwer werden.

Mittlerweile hatten die Schüler in der Bücherei ihre Lesetagebücher rausgeholt, saßen an Tischen oder lagen auf dem Boden und arbeiteten. „Sie lesen, nein sie verschlingen zurzeit im Deutschunterricht das Buch ,35 Kilo Hoffnung‘ von Anna Gavalda und haben ihre Aufgaben zum Lesestoff mitgenommen“, erklärte Astrid Hübner. „Oft fehlt den Schülern die Motivation, sich aus eigenem Antrieb mit Büchern zu beschäftigen. Wenn Eltern, Großeltern und Kinder öfter gemeinsam lesen würden, hätten die Schüler viel mehr Spaß am Lesen.“

Anita und Jaqueline haben an diesem Tag schon ihre ersten Sommerlesebücher entdeckt: „Was zur Hölle“ und „Zwillings-Chaos Hoch 2“ und füllen ihr Anmeldeticket frühzeitig aus. Wenn sie drei Bücher geschafft haben, bekommen sie ein Zertifikat, das sogar auf dem Zeugnis vermerkt werden kann.

Doch das ist noch nicht alles. Am 26. September steigt wie im vergangenen Jahr ein Abschlussfest im herrlichen Schulgarten . Wer in den Ferien zur Leseratte geworden ist, kann sich jetzt schon wieder auf eine aufregende Sommerleseclub-Abschlussparty mit Tombola freuen.


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