Täglich frisch zubereitet Schulessen in Lotte

Große Mengen, große Töpfe – so geht’s zu in der Großküche von Elke und Christian Schubert. Foto: Ursula HoltgreweGroße Mengen, große Töpfe – so geht’s zu in der Großküche von Elke und Christian Schubert. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Die Kritik an der Mittagsversorgung in Kitas und Schulen bewog jüngst zahlreiche Verantwortliche, die Qualität dieser Essen unter die Lupe zu nehmen. In Alt-Lotte kochen Hauswirtschafterin Elke und Fleischer Christian Schubert seit vielen Jahren für Kinder und Senioren. Wir sprachen mit ihnen rund ums Kochen.

Für wie viele Kinder kochen Sie werktäglich?

Elke: Das sind ca. 300 für die Alt-Lotter Noah-Kita und die Awo-Kita, den Kindergarten St. Barbara am Hollenbergs Hügel und für Horte in Osnabrück. Außerdem liefern wir 45 Essen für Senioren in Atter, Westerkappeln, Seeste, Velpe, Wersen und Alt-Lotte aus. Die Tage, an denen nicht für andere gekocht wird, kann man an einer Hand abzählen. Das ist beim Essenservice nun mal so. Wenn man etwas macht, dann richtig. Das habe ich schon als Kind gelernt bei Großtante und Großonkelin der Gaststätte am Botterbusch.

Woher wissen Sie, was die Kinder mögen?

Christian: Das ist Erfahrung mit unseren zehn Kindern (schmunzelt) und weil wir darauf achten, was gesund ist. Nicht alle mögen Gemüse als Beilage, aber wenn wir Eintopf kochen – besonders Möhreneintopf – der geht weg wie warme Semmeln. Und weil wir das wissen, bereiten wir dann 150 Liter zu. Schweinefleisch verarbeiten wir nicht so oft. Die Kinder bekommen Rind, Pute und Fisch in vielen Variationen. Wir haben ca. 50 Gerichte, mit denen wir unsere Wochenpläne bestücken.

Elke: Wir achten auf Ausgewogenheit. Bei uns wird alles täglich frisch zubereitet. Gemüse und andere Beilagen sind anteilig mehr als Fleisch und Fisch, den es einmal wöchentlich gibt. Vegetarisches gibt es auch regelmäßig. Und wenn Hackpfanne auf dem Plan steht, dann mogele ich viel Gesundes wie reichlich Gemüse hinein (lächelt verschmitzt). Grundsätzlich gehen wir mit Fett sparsam um, weil es besser für die Gesundheit ist.

Wie sieht es mit Gemüse und Salat aus?

Elke: Diese Beilage gibt es jeden Tag. Bei uns gehört außerdem schon immer abwechslungsreicher Nachtisch zu den Essen, wie selbst gekochten Pudding, Quarkspeise, Obst der Saison und anderes. Und wenn ich vormittags Zeit habe – wir bereiten für die Firmen auch Frühstücke mit belegten Brötchen zu – dann backe ich einen Kuchen. Darüber freuen alle.

Seit vielen Jahren bieten Sie auch einen Cateringservice an. Gibt es dabei einen Wandel?

Christian: Klar. Früher gab es Braten, Beilagen, Nachtisch – das war’s. Heute bereiten wir mehr Vielfalt zu.

Elke: Ja, die Büffets sind kleinteiliger geworden. Da hat häufig die Mittelmeerküche Einfluss. Was mir auch ganz wichtig ist: Fonds für Suppen und Soßen sind frisch und selbst gekocht. Das schmeckt einfach besser. Dafür steht regelmäßig unser 60-Liter-Topf auf dem Herd; ebenso, wenn wir für große Gesellschaften kochen. Da ist dann das gesamte zehnköpfige Team im Einsatz für Küche, Ausliefern und am Büffet. Das geht nur, weil wir uns auf alle verlassen können und weil jeder eigenständig arbeitet und weiß, was zu tun ist.

Christian: Wenn wir beispielsweise für mehrere hundert Personen Spanferkel vorbereiten, dann habe ich kein Problem, das selbst hinzukriegen. In meinem großen Ofen mit rund 40 Quadratmetern passen 12 große Backpfannen.

Die Fleischerei Schubert gibt es also nur noch auf dem Schild über dem Laden?

Christian: Da möchte ich etwas ausholen. Mein Vater Herbert hat am Merschweg die Schlachterei im Jahr 1964 eröffnet. Ich habe das Geschäft im Jahr 1991 übernommen. Wir sind also in diesem Jahr schon 50 Jahre in Alt-Lotte. Vor drei Jahren habe ich die Fleischerei endgültig aufgegeben, weil wir den Schwerpunkt auf den Essensservice gelegt haben. Damit wir für Kinder und Senioren kochen dürfen, haben wir Auflagen erfüllen müssen, so dass wir zugelassener EU-Betrieb sind.

Elke: Offiziell sind wir nun „Großküche und Gemeinschaftsverpflegung“. Bratwürste macht Christian selbst. Die nach schlesischem Familienrezept gibt es nur in der Weihnachtszeit. Das wissen unsere Stammkunden und bestellen vor. Gleiches gilt in der Grillsaison für Bratwürste und eingelegtes Fleisch.

Christian (lächelt): Mein erlerntes Handwerk ist also nach wie vor gefragt.

Und was essen Sie am liebsten? Gibt es vielleicht ein Familienleibgericht?

Christian: Aber sicher! Für uns alle ist selbst zubereitete Lasagne das Lieblingsessen.


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