In Büren neun Katzen vermisst Vermisste Katzen in Büren: Viele Ursachen denkbar

Im Lotter Ortsteil Büren sind seit vergangenem Wochenende neun Katzen verschwunden. Archivfoto: dpaIm Lotter Ortsteil Büren sind seit vergangenem Wochenende neun Katzen verschwunden. Archivfoto: dpa

Lotte. Winfried Harms und seine Frau machen sich große Sorgen: „Seit dem letzten Wochenende sind hier in Eversburg-Büren neun Katzen verschwunden. Eine davon ist meine Lieblingskatze, die ist hier bei mir zu Hause geboren“, berichtete am Mittwoch der Bürener, der jetzt Angst um seine beiden anderen Katzen hat. „Das sind Freigänger, die kann man nicht drinnen einsperren“, sagte er.

Auffällig sei, dass in einem so kurzen Zeitraum aus einem so kleinen Bereich so viele Katzen verschwunden sind: „Die sind alle von den Nachbarn im Bereich Landwehrstraße, Wiesenweg, Grenzweg“, betonte Harms.

Er habe nach dem Artikel über die in den vergangenen Wochen in Nachbarkommunen des Tecklenburger Landes verschwundenen Katzen auch Kontakt zur Vorsitzenden des Ibbenbürener Vereins „Helfer für Tiere in Not“, Irene Middendorf, aufgenommen. Auf deren Anraten hin habe er bei der Polizei Ibbenbüren Anzeige gegen Unbekannt wegen Diebstahls erstattet.

Winfried Harms geht es jetzt darum, andere Katzenhalter zu warnen und alle Bürger zu bitten, die Augen offen zu halten. Denn wie fast immer, wenn sich das Verschwinden von Freigängerkatzen häuft, blühen Gerüchte und Spekulationen: „Angeblich ist ein kleiner Lieferwagen mit ausländischem Kennzeichen unterwegs“, deutete der Bürener die Möglichkeit an, dass die Samtpfoten Tierfängern in die Hände gefallen sein könnten.

Zahl „übertrieben“?

Michael Muris, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Katzenschutzbundes Osnabrück und jetzt als unabhängiger Tierschützer für diverse Organisationen und Projekte aktiv, glaubt nicht, dass an diesen Gerüchten etwas dran ist. Aus Osnabrück und Umgebung ist ihm derzeit keine solche Häufung verschwundener Katzen bekannt.

Er hält auch die Zahl von über 100 Katzen innerhalb weniger Wochen im Tecklenburger Land für „übertrieben“ und verweist darauf, dass fast alle Tiere bei milden Temperaturen im ländlichen Raum verschwanden: „Ich vermute mal, dass viele, wenn nicht die meisten davon, unkastriert sind. Die haben jetzt Frühlingsgefühle und fangen an zu streunen.“

Viele Ursachen möglich

Dass sie dann wochenlang und im schlimmsten Fall eben gar nicht wieder nach Hause kommen, könne viele Ursachen haben: Unfälle – jedes Jahr werden Katzen besonders häufig im Frühjahr und im Herbst beim Überqueren der vielen Straßen überfahren – oder auch Eindringen in ein Jagdgebiet. Leider seien Jäger und Jagdpächter dazu berechtigt, Katzen, die ihnen dort vor die Flinte laufen, zu erschießen.

Darauf verweist auch ein Sprecher der Polizei in Steinfurt. Er bestätigte auf Anfrage, dass dort mehrere Anzeigen von Katzenhaltern vorlägen. Aber: „Wir haben nur drei Anzeigen, die vier Katzen betreffen.“ Diese Katzen würden in Ibbenbüren und in Püsselbüren vermisst.

Nun ist es leider nur schwer möglich und eine Quälerei für die Tiere, Katzen, die Auslauf gewohnt sind, nur noch in der Wohnung eingesperrt zu halten – ganz im Gegensatz zu Stubentigern, die es von klein auf nicht anders kennen. Wenn man seinen Garten nicht vollkommen ausbruchssicher einzäunen kann, ist es auch unmöglich, zu kontrollieren, wohin sie gehen.

Kastration

Wer seine Tiere schützen möchte, kann aber durchaus einiges tun, um die Risiken zwar nicht auszuschalten, aber doch etwas zu verringern: Sowohl Kater als auch Kätzinnen sollte man vom Tierarzt kastrieren – nicht sterilisieren! – lassen.

Denn das verhindert nicht nur unerwünschten Nachwuchs, sondern verringert auch den Aktionsradius der Freigänger. Kastrierte Katzen sind nämlich häuslicher und beanspruchen kleinere Reviere. Da ihnen dann der Sexualtrieb fehlt, bekommen sie auch keine „Frühlingsgefühle“ mehr; sie werden also nicht mehr zum Streunen verleitet. Auf ihren Jagdtrieb hat die Operation allerdings keinen Einfluss: Mäusen oder Nachbars Goldfisch stellen sie also weiterhin nach.

Dafür werden viele kastrierte Katzen aber besonders anhänglich gegenüber ihren Haltern, was wiederum ein Minimum an Erziehung ermöglicht. So kann man seine Samtpfoten mit Konsequenz und entsprechenden Fütterungszeiten ohne große Schwierigkeiten daran gewöhnen, nur zu bestimmten Zeiten nach draußen zu gehen und nachts, in der für sie gefährlichsten Zeit, im Haus zu bleiben.

Unabhängig davon sollten Tierhalter aber wachsam sein und bei konkreten Hinweisen auf Tierdiebstahl oder -quälerei die Polizei informieren. Eine Anzeige zu erstatten ist ebenfalls sinnvoll. Denn nur so lassen sich seitens der Polizei gesicherte Erkenntnisse über das Ausmaß des „Katzenschwundes“ und möglicherweise auch über dessen Ursachen gewinnen.


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