Dekorativ, aber giftig „Natur des Jahres 2013“: Wolfsmilchgewächse

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Lotte. Die Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) mit ihren weltweit 2000 vielgestaltigen Arten wurde zur Staude des Jahres 2013 gewählt. Alle enthalten einen ätzenden, meist weißen Milchsaft. Der deutsche Name Wolfsmilch weist auf diesen „beißenden“ Pflanzensaft hin. Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) ist ein besonders schönes Prachtexemplar dieser Gattung.

Die Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) ist als Unkraut nicht gerade gern gesehen im heimischen Garten, denn sie verbreitet sich gerne und reizt mit ihrem giftigen Milchsaft schnell empfindliche, unbehandschuhte Hände.

Beliebt sind dagegen die roten, lachsfarbenen, rosafarbenen und cremeweißen Weihnachtssterne, auch Adventsstern oder Poinsettie genannt, nach dem Entdecker der Art in Mexiko J.R. Poinsette. Sie schmücken ab November mit ihren auffällig gefärbten, sternförmig angeordneten Hochblättern (Brakteen) Fensterbänke in Küche und Wohnzimmer und sorgen für eine vorweihnachtliche Atmosphäre.

Die eigentlichen Blüten des Weihnachtssternes sind nicht die auffallend schön gefärbten Blätter (Scheinblüte), sondern sie sitzen grün-gelblich, klein und unscheinbar mittendrin in den Hochblättern. Es handelt sich um Blütenstände (Cyathien) aus männlichen und weiblichen Einzelblüten. Jeweils eine weibliche Blüte ist von männlichen Blüten kranzförmig umgeben.

Der Weihnachtsstern kommt in den tropischen Laubwäldern Mittel- bis Südamerikas vor. 1804 soll der Naturforscher Alexander von Humboldt sie nach Europa gebracht haben.

Zu den beliebten Zimmerpflanzen gehört auch der Christusdorn (Euphorbia milii), der seinen deutschen Namen bekam, weil die dornigen Zweige an die Dornenkrone Jesu erinnern. An Baron Pierre-Bernard Milius (1773-1829), französischer Gouverneur der damaligen Bourbon-Insel im Indischen Ozean, heute Réunion, erinnert der wissenschaftliche Name. Er brachte Exemplare der damals noch unbekannten Art in den botanischen Garten von Bordeaux. Auf Madagaskar kann die Euphorbia milii bis 1,5 Meter hoch werden.

Die weiße Wolfsmilch ist hochgiftig: Sie kann Magenbeschwerden, Erbrechen und Durchfall verursachen. Da die milchige Flüssigkeit Latex enthält, können bei Kontakt Allergien ausgelöst werden. Die Wolfsmilch sollte sofort mit Wasser von der Haut abgewaschen oder im bereits geronnenen Zustand mit einer Hautcreme entfernt werden.

Im Blumenladen von Uwe Rauchfleisch ist der Bleistiftstrauch (Euphorbia tirucalli), auch Milchbusch oder Gummihecke genannt, zu entdecken. Bis zu sieben Meter hoch kann er werden.

In der Gärtnerei von Ulrike und Norbert Schröer zeigt sich der Kroton (Codiaeum variegatum), auch Croton, Wunderstrauch oder Krebsblume, in farbenfrohen Herbstfarben grün, gelb bis pupurrot. Er enthält einen farblosen, leicht giftigen Milchsaft.

Beliebte Gartenstauden sind auch die Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia Amygdaloides), die Vielfarbige Wolfsmilch (Euphorbia Epithymoides) und die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia Myrsinites).

Die farbenfrohen Weihnachtssterne warten zurzeit in den Blumenläden auf Kunden, die ihre Fensterbänke adventlich schmücken möchten.


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