Kreis: Zweitbeste Lösung Ein Bypass für die Kreisstraße23 in Halen kommt

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Begradigung der Engstelle: Wo heute die Achmerstraße auf die bevorrechtigte K23 mündet, soll die rechts vorspringende Ecke wegfallen, die Vorfahrtstraße samt Radweg geradeaus verlaufen und nach links eine Sackgasse entstehen.Die Steinmauern sollen grundsätzlich bleiben. Foto: Thomas NiemeyerBegradigung der Engstelle: Wo heute die Achmerstraße auf die bevorrechtigte K23 mündet, soll die rechts vorspringende Ecke wegfallen, die Vorfahrtstraße samt Radweg geradeaus verlaufen und nach links eine Sackgasse entstehen.Die Steinmauern sollen grundsätzlich bleiben. Foto: Thomas Niemeyer

Lotte. Ein seit 20 Jahren gärendes Ärgernis könnte bereits im Jahr 2015 behoben sein: die extrem enge Durchfahrt der Kreisstraße 23 durch die Bauerschaft Halen. Für den seit langem geplanten Bypass am Ortseingang aus Richtung Wersen durch das Wäldchen hinüber zur Achmerstraße hat der Kreistag grünes Licht gegeben, wie CDU-Fraktionschef Wilfried Grunendahl mitteilt.

Stephan Selker, Leiter des Straßenbauamtes des Kreises Steinfurt, bestätigt diese Information. Sein Haus werde die neue Trasse nun im Detail planen. Das Zeitfenster dafür sei jedoch eng, da nach seinem Wissen 2015 der Abbruch der maroden Dütebrücke der Autobahn 1 nahe dem Attersee erfolgen soll, für die die K23 als Umleitung dient. Wie das Landesamt Straßen.NRW auf Anfrage mitteilt, soll der Abbruch aber erst 2016 erfolgen.

Der Verlauf des Bypasses ist bekannt: Am Scheitelpunkt der Bergkuppe vor dem Hof Havermeyer wird die K23 rechts auf die Trasse des alten Wirtschaftsweges dort verschwenkt und mündet nach etwa 150 Metern gegenüber dem Hof Meyer auf die K15. Der enge Bogen zwischen Havermeyer und Hof Steinmeyer wird als Sackgasse stillgelegt. Die Vorfahrtsregelung an der heutigen Einmündung der Achmerstraße in die K23 entfällt.

Was damit aber nicht entfällt, ist die Engstelle zwischen den Höfen Kohnhorst und Steinmann, an der die Planer bisher scheiterten. Nach einem letzten vergeblichen Anlauf 2010 strich der Kreis schließlich die Mittel für dieses Projekt aus seinem Haushalt. Doch statt des von vielen erwarteten Aus‘ ging ein Ruck durch die Lotter Politik. So beantragte die CDU damals, alternative Streckenführungen zu prüfen. Die fanden sich zwar nicht, aber für die Engestelle fand sich eine „zweitbeste Lösung“, berichtet Selker, der allen politischen Kräften in Lotte und Steinfurt bescheinigt, Anteil daran zu haben.

Statt die Trasse ein Stück auf das Kohnhorst-Grundstück zu erweitern, erklärte sich Ulrich Steinmann bereit, seine Ecke, die derzeit noch in den Mündungsbereich ragt, für die Verbreiterung der Fahrbahn abzugeben. „Leider mussten wir dafür einige Abstriche an unserer Planung machen“, bedauert Selker. Aber immerhin. Für ein Hochbord reiche dort der Platz nicht aus, sodass für den Radweg eine abgesetzte Blockmarkierung genügen müsse. Bürgermeister Rainer Lammers dazu: „Immerhin. Bisher haben wir da gar keinen Rad- oder Fußweg.“

Bürgerradweg

Für die Querung des K-23-Bypasses durch den neuen Bürgerradweg der örtlichen Initiative an der Achmerstraße will sich Selker noch eine elegante und sichere Lösung einfallen lassen. An der Größenordnung von 800000 Euro für das Gesamtprojekt dürfte das kaum etwas ändern. Planungskosten von 85000 Euro stehen im Kreishaushalt 2014; wenn der Bewilligungsbescheid vorliegt, dürfte das Projekt 2015 abgeschlossen sein – pünktlich zu den Folgen des Dütebrücken-Neubaus an der A1.

Für Stephan Selker ist diese Ortsdurchfahrt nicht irgendein Projekt: „Ich war vor 20 Jahren das erste Mal dort und habe mir damals schon zum Ziel gesetzt, die Situation mit den Bruchmauern so zu erhalten. Das sieht wunderschön aus, wie im vorvergangenen Jahrhundert. Diesem Ziel kommen wir jetzt wohl ein Stück näher.“

Dass vor einigen Grundstücken inzwischen ortsfremde Zäune stehen, passt ihm nicht ins harmonische Bild. „Da sind die Anwohner gefordert, die Zäune wieder durch solche Mauern zu ersetzen“, appelliert er.


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