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„Kirche rechnet sich betriebswirtschaftlich nie“

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Rosen für Küsterin Helga Büker überreichte Pastor Jörg Oberbeckmann. Foto: BergRosen für Küsterin Helga Büker überreichte Pastor Jörg Oberbeckmann. Foto: Berg

erbe Lotte. Pastor Jörg Oberbeckmann freute sich über die große Teilnehmerzahl bei der Versammlung in der Bürener Friedenskirche. Am Donnerstag feierte die evangelische Kirchengemeinde zudem den 32. Jahrestag der Selbstständigkeit.

1825 Gemeindemitglieder gehören im Jahre 2010 zur Friedenskirche. Das bedeutet: eine halbe Stelle für Pastor Oberbeckmann. Die Frage geht um: „Wann gehen Wersen und Büren wieder zusammen?“ Auf Landesebene würde das gerne gesehen, bedeute für Büren aber ein Autonomieverlust, sagt der Pfarrer. „Aber wie lange können wir noch selbstständig bleiben?“, fragten sich die interessierten Gemeindemitglieder, „es wäre komisch, wenn die Kirchentür plötzlich zu ist.“ Zurzeit hat Pastor Oberbeckmann nur eine Antwort: „Ausharren und kämpfen! Die Kirche rechnet sich betriebswirtschaftlich nie.“ Er wies darauf hin, dass das Gemeindehaus für Familienfeiern, Konfirmationen, Jubiläen, Tauffeiern oder Altengeburtstage zu vermieten sei.

Ab dem 4. Juli gibt es in Wersen und Büren neue Anfangszeiten der Gottesdienste. Sie beginnen in Wersen um 9.30 Uhr, in Büren um 10.30 Uhr. „Wir harmonisieren und synchronisieren die Gottesdienste. Das bringt Abwechslung in den Predigtdienst der Heimatkirche. Wer meine Predigt nicht so gut findet, erlebt eine größere Vielfalt, denn Jutta Kiquio predigt anders, aber sehr gut“, lobte der Pastor die geschätzte Kollegin aus Wersen. In Büren werde auch weiterhin Pastor Henn predigen und den Gottesdienst feiern. Hannelore Nagel ist Predigerin im Ehrenamt und wird an zwei Sonntagen den Gottesdienst mit der Gemeinde feiern. Sie möchte nach den Sommerferien in Büren wieder einen Gottesdienst für Kinder im Alter von ungefähr vier bis sieben Jahren etablieren.

Aus einem Gemeindegruß von 1980 von Pastor Klaus Heinrich Panka zitierte Pastor Oberbeckmann: „Aber ich frage mich doch ab und zu, ob das denn die Kennzeichen eines Christen sind: dass er Kirchensteuer zahlt, brav seine Kinder zur Taufe bringt und zur Konfirmation schickt, im Übrigen aber den lieben Gott einen guten Mann sein lässt und ihn das Gemeindeleben so viel interessiert wie das Liebesleben der roten Waldameise.“ Über das Engagement der Ehrenamtlichen kann sich der jetzige Bürener Pastor wirklich nicht beschweren. Nach 21 Jahren wird die Küsterin und Hausmeisterin Helga Büker im Oktober im Erntedankgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. „Ich bin ihr dankbar für ihre Umsicht, ihre Hilfsbereitschaft und Gefälligkeit, für ihr Entgegenkommen.“ Der Pfarrer überreichte ihr 21 dunkelrote Rosen – für jedes Jahr eine. Die Stelle wird nicht wieder besetzt. Für die nötigsten Arbeiten im Gebäude konnte Emma Meling gewonnen werden, Jürgen Feist wird sich um die Pflege der Außenanlagen kümmern.

Ein Dankeschön ging auch an Georg Nümann, der im Gemeindebüro alle anfallenden Arbeiten „grandios und gewissenhaft erledigt“. Der Pastor bedankte sich bei Käthe Eberhard, die den Seniorenkreis seit 33 Jahren leitet, bei Helga Bujack, die die Frauenhilfe ebenso mit viel Liebe und Engagement vorbereitet und lenkt. Dank ging an den Besuchskreis, der seit dreizehn Jahren die älteren Gemeindegeburtstagskinder besucht, aus dem sich aber Herta Heuer jetzt mit 83 Jahren zurückzog.

Mitte Juli zieht Oberbeckmann mit seiner Familie nach Westerkappeln, wo seine Frau Angelika als Pfarrerin tätig ist. „Ich bin und bleibe aber Ihr Pastor, der jederzeit unter der altbekannten Telefonnummer 125565 erreichbar ist oder der in Büren bei Gemeindegruppen, Zusammenkünften oder unterwegs in den Häusern und Straßen der Siedlung ansprechbar ist.“


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