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Pastor Oberbeckmann war eine Zeit lang wohlgelitten Kleiner Engel verzaubert Bürens Frauenfrühstück

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Die kleine Sängerin Victoria lässt sich von ihrer Mama Karen Fergurson am Klavier begleiten und entzückt die Bürenerinnen.Foto: Erna BergDie kleine Sängerin Victoria lässt sich von ihrer Mama Karen Fergurson am Klavier begleiten und entzückt die Bürenerinnen.Foto: Erna Berg

Lotte. Ein Frühstück nur für Frauen – das gibt es bereits seit 2008 im Bürener Gemeindehaus, viermal im Jahr. Zur jüngsten Auflage nahmen rund 70 Frauen die Einladung an und duldeten für eine gewisse Zeit sogar einen Mann in ihren Reihen: Pastor Jörg Oberbeckmann. Helga Henn begrüßte die Damen und sprach ihren Dank an die vielen Helferinnen und an Wolfgang Loose aus, der leckeres Vollkornbrot für das köstliche Büfett gebacken hatte.

Leuchtende Zündhölzerheftchen mit dem zweideutigen Spruch „Mir geht ein Licht auf“, goldene Walnusssterne in Kerzenständern zum Mitnehmen liegen an jedem festlich gedeckten Platz. Auf dem duftenden Adventskranz brennt die erste dicke Kerze.

„Mit Brüder und Schwestern kann ich Sie heute nicht wie gewohnt anreden, die Brüder streich ich mal, denn ich bin wohl der einzige Bruder in dieser Runde“, beginnt Pastor Oberbeckmann humorvoll seine Ansprache. Auch er dankt allen, die sich in diesem Jahr wieder in den Dienst der Kirchengemeinde gestellt haben: „Es sind viel mehr Menschen, als man auf den ersten Blick sieht. Sie arbeiten oft im Hintergrund.“ Er wünscht allen Gästen eine lichtvolle Zeit.

Saskia Hartmann fällt in dieser großen Damenrunde auf, denn die Konfirmandin ist mit Abstand die jüngste Teilnehmerin – bis auf eine noch jüngere Sängerin. Nicht nur Pastor Oberbeckmann freut sich sehr über ihr Erscheinen, die Tischgespräche bekommen auch gleich eine jugendlichere Wende. Saskia berichtet, dass sie in der Big Band ihrer Schule Posaune spiele und bei der Showgruppe der Osnabrücker „Black Panthers“ mitmache.

Die kleine Sängerin Victoria ist erst fünf Jahre alt. Ihre liebliche Stimme begleitet Mama Karen Fergurson am Klavier. Gemeinsam tragen sie das englische Weihnachtslied „Away in a Manger“ vor, übersetzt „Fernab in einer Krippe“. Die Zuhörerinnen sind verzaubert von der Kleinen und applaudieren begeistert.

Der Apfel ist wie so oft auch in diesem Fall nicht weit vom Stamm gefallen, denn die Mama ist Sopranistin und war Opernsängerin am Osnabrücker Theater. Papa Francisco Almanza ist sogar ein international bekannter Tenor und war zuletzt für einige Monate an der Operá National in Paris beschäftigt. Jetzt sind die Eltern freischaffende Künstler.

Eine besondere Beziehung hat Helga Henn zu diesen drei Menschen entwickelt. Sie ist sozusagen die Ersatzoma für Victoria, denn die leiblichen Großeltern leben in den Vereinigten Staaten. „Wir haben uns über gemeinsame Freunde kennengelernt und pflegen unsere Freundschaft regelmäßig. Wenn die Eltern arbeiten, passe ich auf die Kleine auf. Sie ist ein kleiner Engel.“ Mit ausgesuchten Adventsliedern, Geschichten und Gedichten bestückt, genießen die Frauen das Frühstück an diesem gemütlichen Herbstmorgen – ganz brüderlich, auch ohne Männer.


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