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Beizen - baden - bürsten, bitte! Hansa Eloxal produziert edles Aluminium in Lotte

Von Astrid Springer

<p><em>Veredelung</em> im doppelten Sinne: Firmeninhaber Thomas Meinert veredelt Aluminiumbauteile und modernisiert Hansa Eloxal von Grund auf. Foto: Astrid Springer</p>

Veredelung im doppelten Sinne: Firmeninhaber Thomas Meinert veredelt Aluminiumbauteile und modernisiert Hansa Eloxal von Grund auf. Foto: Astrid Springer

Lotte. Aus einigen Bädern steigt Dampf auf, darüber fährt ein Transportschlitten die Eloxierstraße der Lotter Produktionshalle ab. Bei ihrem Tauchgang durch die Bäder erhalten angehängte Aluminiumbauteile eine neue Oberfläche und sind damit langfristig gegen Korrosion geschützt. Bereits 1971 ist die Hansa Eloxal an Lottes Hansastraße ansässig.

Inzwischen operiert das ursprünglich aus Heek stammende Unternehmen unter neuer Leitung. Seit seiner Übernahme im Jahr 2008 modernisiert Geschäftsführer Thomas Meinert konsequent alle Betriebsbereiche.

Der gelernte Industrie-Informatiker arbeitet bereits seit 1997 im heute eigenen Betrieb. Vierzehn Jahre zeichnete er zuvor als Angestellter für die Angebotserstellung bei Hansa Eloxal verantwortlich, überwachte die Auftragsabwicklung und akquirierte neue Kunden. Jetzt ist er sein eigener Chef; der ehemalige Inhaber Hans Gertz steht ihm mit Erfahrung und Rat zur Seite.

„Wir selbst fertigen keine Metallteile an“, steckt Inhaber Thomas Meinert sein Leistungsspektrum ab. Alle Bauteile würden bereits in ihrer endgültigen Form zur Veredelung angeliefert. „Die Oberflächenbehandlung schützt Aluminium vor Umwelteinflüssen“, erklärt Meinert das Prinzip.

Eloxierung heißt das angewandte Verfahren, bei dem per Elektronenwanderung feinstoffliche Veränderungen an der Oberfläche entstehen. Das sei vergleichsweise umweltschonend, so Meinert. Zwar müsse er für die Elektrolyse verschiedene Säuren und Laugen einsetzen; die seien nach ihrem Einsatz jedoch neutralisierbar. Darüber hinaus sei die Eloxierung ein besonders ressourcenschonendes Verfahren, betont er, denn die behandelten Oberflächen könnten nach ihrer Verwendung praktisch rückstandsfrei wieder in den Aluminiumkreislauf zurückgeführt werden.

Seinen Auftraggebern geht es neben dem Langzeitschutz aber auch um die Oberflächengestaltung, denn häufig ist eine elegante Optik das übergeordnete Ziel. Dafür können sie zwischen fünf Farbnuancen wählen: Die Schattierungen des sogenannten EURAS-Fächers reichen von Aluminiumsilber über Bronze bis Schwarz. „Die Farbtiefe entsteht zeitabhängig“, erklärt Meinert. Dabei wird Zinn in die Mikroporen eingelagert. Das fertige Stück wird schließlich in kochendem, ionenfreiem Wasser verdichtet und abschließend – je nach Wunsch – geschliffen oder gebürstet.

Meinert darf sich über einen derzeit wachsenden Markt freuen. „Viele Aufträge kommen traditionell aus der Baubranche“, berichtet der Chef. Die veredelten Metalloberflächen würden aber auch immer häufiger als Designelement eingesetzt: „Durch die variable Gestaltung ist eloxiertes Aluminium zunehmend in der Möbelindustrie beliebt“, weiß er.

Seine Kunden stammen vornehmlich aus der Region. Dazu zählen unter anderem Solarlux und Amazone. Mancher Auftrag kommt aber auch aus Köln oder Hamburg. So lieferte Meinert unter anderem veredeltes Aluminium für den Hamburger „Kristall am Hafen“.

Neben dem Tagesgeschäft erneuerte Meinert im vergangenen Jahr das Kühlsystem der Produktion bei Hansa Eloxal und installierte zuletzt eine neue Abwasseraufbereitungsanlage. Von der globalen Entwicklung war er insofern betroffen, als die benötigten Zinnelemente ihren Einkaufspreis beinahe verdoppelten. „2011 war ein turbulentes Jahr“, resümiert Meinert und sieht dabei durchaus zufrieden aus.

Für das laufende Jahr zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Nicht nur in Sachen technischer Sanierung hat Meinert alle Hände voll zu tun. Ob die Feier des 30-jährigen Bestehens nachgeholt werden kann, ist noch offen. „Zuerst möchte ich aus Hansa Eloxal ein Vorzeigeunternehmen machen“, hat sich der ehrgeizige Geschäftsführer zum Ziel gesetzt.