Schelte für Bürgermeister Ärger über Äußerung zur Tecklenburger Nordbahn

Von Oliver Langemeyer

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<em>Streitfall Nordbahn:</em> Auch bei Bürgermeistern gibt es unterschiedliche Meinungen zur Reaktivierung.Karikatur: Götz WiedenrothStreitfall Nordbahn: Auch bei Bürgermeistern gibt es unterschiedliche Meinungen zur Reaktivierung.Karikatur: Götz Wiedenroth

Mettingen. Telefon-Interview: Er atmet ganz tief ein. Seufzt. Und dann sagt Eckhard Kellermeier, CDU-Bürgermeister von Recke: Das Ei mit der Nordbahn, das sein Amtskollege Heinz Steingröver (SPD) aus Ibbenbüren ihm da ins Nest gelegt habe, das finde er nicht so toll. „Tief einatmen“, das sagt Kellermeier, „ist nötig, um nicht so loszupoltern, wie das von anderen gemacht wird...“

Der Bürgermeister hält es in gewissem Rahmen für „Wahlkampfgetöse“, was da aktuell in Sachen Nordbahn passiert ist. Ibbenbürens Bürgermeister hatte das von Landrat Thomas Kubendorff (CDU) vorangetriebene Projekt einer Reaktivierung in einem Gespräch mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) als „überflüssig“ bezeichnet.

„Ich weiß“, kommentiert Eckhard Kellermeier, „dass Steingröver kein Freund der Nordbahn ist. Und es ist ja auch sonst bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt.“ Deshalb zahlt der Recker Bürgermeister mit gleicher Münze zurück: „Das ist nicht ganz angemessen, so zu formulieren.“

Die Infrastruktur per Schiene, sagt Kellermeier, ist wichtig für die Anrainer-Kommunen. „Und wenn die Chance besteht, über die Schiene die Region zu stärken, dann ist Solidarität gefragt. Die scheint aus Ibbenbüren nicht zu kommen. Aber vielleicht besteht ja auch die Sorge, dass es eine Entwicklung gibt, die an Ibbenbüren vorbeigeht.“ Reckes Bürgermeister ist leicht angesäuert, das gibt er zu: „Ein bisschen ärgerlich ist das schon.“

Mettingens Bürgermeister Helmut Kellinghaus (parteilos) hat dagegen kein Problem mit den Äußerungen des Amtskollegen aus Ibbenbüren. „Es ist bekannt, dass Steingröver gegen die Reaktivierung der Nordbahn ist“, sagt Kellinghaus. Das müsse man akzeptieren.

Der Mettinger Rat habe zu den Plänen, wieder Personenzüge zwischen Recke und Osnabrück rollen zu lassen, 2011 eine Erklärung abgegeben. Darin wird zwar die Tür zur Reaktivierung nicht zugeschlagen. „Wir haben aber auch nicht Hurra geschrien“, erklärt er. Die Gemeinde hatte verlauten lassen, den ersten Plänen nicht im Wege zu stehen. Es müssten aber noch viele Detailfragen, unter anderem die Sicherheit der Anwohner und die Frage der Haltepunkte in Mettingen und Schlickelde, geklärt werden.

Außerdem habe man dem Kreis Steinfurt deutlich gemacht, dass auf die Gemeinde keine Kosten zukommen dürften. Weder bei den Investitionskosten noch bei den Ausgaben zum Unterhalt der Strecke.

Kellinghaus räumt aber ein, dass eine Stärkung der Schiene angesichts des zunehmenden Schwerlastverkehrs nicht von vornherein auszuschließen sei. Bevor es keine konkreten Pläne gebe, könne Mettingen zur Reaktivierung weder eindeutig Ja noch Nein sagen.


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