Probepredigt in Alt-Lotte Pastor Iven Benck: Die Bibel ist kein verstaubtes Buch

Pastor Iven Benck bewirbt sich für die vakante Pastorenstelle in Alt-Lotte. Foto: Ursula HoltgrewePastor Iven Benck bewirbt sich für die vakante Pastorenstelle in Alt-Lotte. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Gut besucht war Alt-Lottes Dorfkirche, als die Gemeinde am 3. Oktober zum Probegottesdienst mit Pfarrer Iven Benck und anschließender Fragerunde eingeladen war. Nur: Es gab keine Fragen. Daher sprach die WT mit dem Kandidaten für die freie Pfarrstelle in Alt-Lotte.

Einmal mehr war der Geistliche aus Wesenberg in Mecklenburg-Vorpommern rund fünfeinhalb Stunden mit dem Zug angereist. Hintergrund: Wegen eines Formfehlers im ersten Bewerbungsdurchgang muss das Procedere für die Neubesetzung der Stelle in Alt-Lotte erneut durchgeführt werden. Also hielt Iven Benck am nationalen Feiertag zum Mauerfall, dem 3. Oktober, seine zweite Probepredigt. Schwerpunkte: Dankbarkeit und Einheit. 

Applaus dokumentiert Zufriedenheit 

Als Kirchmeister Heinrich Arendröwer die Gemeindeglieder anschließend aufforderte, Fragen zu stellen, blieb es ruhig im Kirchenschiff. „Das zeigt eine allseitige Zufriedenheit“, resümierte er lächelnd. Applaus folgte. Das wertete auch Superintendent André Ost als Zustimmung der Gemeinde: „Es gab keinen weiteren Fragebedarf und der Applaus hat das noch unterstrichen.“

Die WT nahm Kontakt zu Iven Benck auf, als er wieder an seiner Wirkungsstätte in Wesenberg angekommen war. Bis dahin war der 47-Jährige beruflich schon ziemlich viel unterwegs. „Ich habe keinen Pastorenhintergrund, wie viele andere Theologiestudenten“, berichtete er. Seine Eltern seien Jugendherbergseltern in Heide in Schleswig-Holstein gewesen, sagte der gebürtige Dithmarscher.

Hebräisch und Griechisch gelernt

In Bielefeld an der kirchlichen Hochschule begann er sein Studium. „Dort konnte ich Hebräisch und Griechisch lernen, denn ich wollte die Bibel in der Urfassung lesen können. In Bielefeld hatte ich meine erste Begegnung mit Westfalen und dem Mittelgebirge Teutoburger Wald. Seitdem bin ich Berg-Fan“, verriet Benck schmunzelnd. In Westfalen fühle er sich sehr zuhause, wegen des Teutoburger Waldes und wegen der familiären Verbandelungen.

Berg-Fan

Als Berg-Fan habe es nahe gelegen, nach dem Studium auch in Heidelberg und Tübingen eine Stelle im Österreichischen Hallstadt im Salzkammergut anzunehmen. „Vor knapp 20 Jahren hatte ich in Deutschland keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Das ist heute ganz anders“, erklärte Benck. Mit seiner Frau Sigrun siedelte er in die bergige Ferienregion um. Die Kinder Johannes, Hanna, Lydia und Andreas komplettierten das Familienglück. Von 2004 bis 2013 arbeitete Benck dort, bevor er eine Stelle in Wesenberg übernahm. Dort kam dann vor vier Jahren Nesthäkchen Maria zur Welt.

Stolzer Papa von fünf Kindern

Kein Wunder, dass der stolze Papa als erstes Hobby seine Familie nennt vor dem gemeinsamen Wandern. Skifahren mag er auch und – klar – klassische Musik. „Meine Frau ist studierte Musikerin. Alle Kinder spielen Instrumente, wie Klavier, Posaune, Cello und Horn. Ich habe Gitarre gelernt und singe gern, auch neue christliche Popmusik“, sagte der Pastor vergnügt. Zum Lesen komme er leider weniger, denn er betreue St. Marien in Wesenberg und neun weitere Kirchen in neun Dörfern.

Gottesdienste und Hausbesuche

„Meistens halte ich am Wochenende zwei Gottesdienste und bin in jeder Kirche vier bis sechs Mal im Jahr“, beschrieb er seine Aufgaben, die er nach wie vor „mit voller Kraft“ erfülle. Dazu zählten auch Hausbesuche zwei weitläufigen Gemeinden mit rund 780 Gemeindegliedern.

Wenn es die Zeit erlaubt, nimmt er gern Sachbücher rund ums Reisen, über Kunst, Architektur und Geschichte in die Hand - und selbstverständlich über „alles, was mit der Bibel zusammenhängt“, beschrieb Benck seinen Favoriten. 

Den christlichen Glauben an Jugendliche weitergeben

„Besonders wichtig ist mir, den christlichen Glauben an die Jugendlichen weiterzugeben, ohne aber die Erwachsenenarbeit zu kurz kommen zu lassen“, hob der Geistliche heraus. Begegnungen mit Menschen bereiten ihm hörbar Freude. Der Glaube an Jesus Christus gebe seinem Leben Halt und Sinn. Das wolle er Menschen allen Alters vermitteln. Weiterhin liege ihm die Ökumene sehr am Herzen und die Bibelarbeit, denn: „Die Bibel ist kein verstaubtes Buch.“

Wahlgottesdienst am 19. Oktober

Wie geht es weiter? Am Samstag, 19. Oktober, ist die Gemeinde um 18 Uhr zum Wahlgottesdienst eingeladen. Die Liturgie übernimmt Synodalassessor Jörg Oberbeckmann, die Predigt hält Scriba (Schriftführerin) Ulrike Wortmann-Rotthoff. Die anschließende Wahl leitet André Ost. Er ist hinsichtlich einer schnellen Neubesetzung zuversichtlich: „Anfang November ist die Einspruchsfrist durch. Ich gehe davon aus, dass das Westfälische Landeskirchenamt rasch seine Bestätigung der Wahl schickt.“ Er hoffe sehr, dass die Vakanz in Alt-Lotte Anfang Februar 2020 beendet sei.


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