Grundsatzbeschluss zur Ringstraße Lotter Ausschuss für Bürgerbeteiligung zur mittleren Bahnhofstraße

Als Abrundung der vorhandenen Siedlung an der Poststraße in Wersen begrüßen alle Fraktionen den Bau eines Wohnhauses auf dieser Wiese am Ortseingang - sofern es sich optisch einfügt und das Schild "1000 Jahre Wersen" nicht versetzt werden muss. Foto: Angelika HitzkeAls Abrundung der vorhandenen Siedlung an der Poststraße in Wersen begrüßen alle Fraktionen den Bau eines Wohnhauses auf dieser Wiese am Ortseingang - sofern es sich optisch einfügt und das Schild "1000 Jahre Wersen" nicht versetzt werden muss. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Einstimmig grünes Licht gab der Bau- und Planungsaussschuss am Dienstag für die Voraussetzungen zur baulichen Entwicklung der Fläche nördlich des bereits rechtskräftigen Bebauungsplanbereiches Boyersweg in Lotte. Auch dem Grundsatzbeschluss für eine Einziehungssatzung, die es ermöglicht, ein Grundstück an der Poststraße am Ortsrand von Wersen zu bebauen,stimmten alle Fraktionen zu. Zur Neugestaltung der mittleren Lotter Bahnhofstraße soll so schnell wie möglich eine Bürgerbeteiligung durchgeführt werden.

Wie Bauamtsleiterin Astrid Hickmann erläuterte, geht es bei der dritten Änderung des Bebauungsplans Boyersweg – die zweite für den demnächst zu erschließenden südlichen Bereich östlich des Torfkuhlenweges ist seit dem 19. Juli rechtskräftig – noch nicht um Inhalte, sondern um einen Grundsatzbeschluss zur Anpassung des geltenden Plans an neue Gegebenheiten. Denn der Eigentümer der nördlichen Fläche Richtung Ringstraße hat inzwischen Interesse am Verkauf geäußert, für den diese Anpassung des Ausbaustandards der Ringstraße, des Maßes der baulichen Nutzung und der Wegfall des Fußweges an der südlichen Grundstücksgrenze Voraussetzung sei.

Lücke im Ring

Ursprünglich sei die Ringstraße mal "als kleine gemeindliche Umgehungsstraße" geplant gewesen. Diese Funktion übernehme mittlerweile der weiter nördlich ausgebaute Hansaring, der als Landesstraße auch den überregionalen Verkehr aufnehme. Die Anlieger hätten sich zudem vor fast 20 Jahren gegen eine Buslinie auf der Ringstraße ausgesprochen. Die Verkehrsfläche zwischen Torfkuhlenweg und Ringstraße 18/Daimlerstraße  war bisher nur auf einer Breite von 1,50 Meter im Besitz der Gemeinde, sodass der sonst überall erfolgte Endausbau dort nicht weiter geführt wurde und nur ein Fußweg als Trampelpfad blieb. 

Sammelstraßenfunktion verloren

Da die deshalb lückenhafte Ringstraße keine übergeordnete Erschließungsfunktion für Lotte mehr habe, könne die Funktion als innerörtliche Sammelstraße aufgegeben werden. Dem stimmten alle Ausschussmitglieder einhellig zu, ebenso dem Auftrag an die Verwaltung, eine Planänderung vorzubereiten. 

Diskutiert wurde der Verwaltungsvorschlag, im Zuge der Änderung den neu auszubauenden Lückenschluss zwischen Torfkuhlenweg und Ringstraße 18 zugunsten eines Rad- und Fußweges auf vier Meter Breite zu beschränken, sodass zwar ein Müllfahrzeug durchfahren kann, aber kein Pkw-Begegnungsverkehr möglich ist. Die Erschließung könne über eine Stichstraße vom Torfkuhlenweg aus erfolgen, erklärte Hickmann.

Einbahnstraße oder Sperrung für Pkw?

Mögliche Varianten für den in der Breite reduzierten Teil der Ringstraße seien eine generelle Sperrung für Pkw, die Installation versenkbarer Poller oder eine Einbahnstraßenregelung. Während CDU-Fraktionschef Werner Schwentker und Lothar Albers (FDP) Bedenken gegen die dort schmalere Verkehrsfläche als auf der übrigen Ringstraße anmeldeten, begrüßte Thomas Schmitt (Grüne) die "Entschleunigung" der Ringstraße und regte an, auch gleich Passivhäuser festzusetzen. SPD-Fraktionschef Thomas Giebel betonte, dass die Bevölkerung daran gewöhnt sei, dass es dort keine Verbindung für Pkw-Verkehr gibt.  

Ausschussvorsitzender Georg Holtgrewe erinnerte daran, dass es zunächst nur um den Grundsatzbeschluss zur Aufstellung der Planänderung gehe. Man einigte sich schließlich darauf, erst die Entwurfsplanung zu machen und dann im Zuge der Diskussion im Fachausschuss die Frage der Erschließung zu klären. Ausgangsbasis soll die Vier-Meter-Breite des Ringstraßenabschnitts sein: "Wir können dann immer noch umplanen",  so Holtgrewe.

"Klare Kante" am Ortsrand

Von vornherein einig waren sich die Ausschussmitglieder bei dem Grundstück an der Poststraße, das laut Mandy Wolters vom Bauamt im Flächennutzungsplan ohnehin als Wohnbaufläche ausgewiesen ist. Auf der unmittelbar an die vorhandene Bebauung angrenzenden Fläche gegenüber der Einmündung der Straße "Am Herrengarten"  möchte die Tochter der Grundstückseigentümerin ein Wohnhaus für den Eigenbedarf bauen.  Die damit erfolgende Abrundung der Bebauung mir einer "klaren Kante" am Ortsrand halten auch  die Grünen für "sinnvoll" , so Schmitt. Der laut Bauordnung des Kreises Steinfurt dafür nötigen Einziehungssatzung stimmten alle zu, betonten aber, das sich das Gebäude in die vorhandene Bebauung einfügen müsse.

Gemeinde trägt Bürgerbeteiligung

Die Überplanung und Neugestaltung der Lotter Bahnhofstraße zwischen Cappelner Straße und Boyersweg soll über die Dorferneuerung erfolgen. Da die Bezirksregierung einen Förderantrag der Gemeinde mit dem Hinweis abgelehnt hatte, dass die Beteiligung der Bürger und Gewerbetreibenden nicht förderfähig sei, müssen die Kosten dafür von der Gemeinde getragen und die Förderung von Planung und Umsetzung aus der Dorferneuerung für 2021 erneut beantragt werden. Die Bürgerbeteiligung sei wichtig und soll ,so der allgemeine Konsens,so schnell wie möglich durchgeführt werden. 


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