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Selbst aus Berlin kommen Gäste Nächstes Picknickkonzert an der Mühle Bohle schon in Planung

Das Wetter spielte dieses Jahr nicht so ganz mit. Die gute Laune der Gäste konnte das aber nicht trüben. Wo Fallschirm und Sonnensegel als Witterungsschutz fehlten, wurden eben Regenschirme aufgespannt, Capes und Anoraks übergezogen oder Hüte aufgesetzt. Foto: Werner SchwentkerDas Wetter spielte dieses Jahr nicht so ganz mit. Die gute Laune der Gäste konnte das aber nicht trüben. Wo Fallschirm und Sonnensegel als Witterungsschutz fehlten, wurden eben Regenschirme aufgespannt, Capes und Anoraks übergezogen oder Hüte aufgesetzt. Foto: Werner Schwentker

Lotte. Nach dem Konzert ist vor dem Konzert: "Die Erschöpfung hat sich inzwischen gelegt", berichtet Vorstandsmitglied Bianka Friske-Kunze und verrät, dass die Planungen für das nächste Picknickkonzert an Wersens Mühle Bohle bereits begonnen haben. Es wird auch 2020 wieder Mitte August mit den Sänger Katja Helen Rothfuss, Bryan Rothfuss und Jeannette Oswald stattfinden und voraussichtlich "in Richtung Evergreens" gehen.

Wie schon in den bisherigen drei Picknickkonzerten werden die Opernsängerin und ihre Kollegen, begleitet und unterstützt von hochkarätigen Musikern, bekannte und beschwingte Melodien aus Oper, Operette und Musical präsentieren. Der Schwerpunkt, so verriet die Schriftführerin, Mitorganisatorin und Öffentlichkeitsbeauftragte des Vereins Mühle Bohle, soll 2020 ein wenig mehr in Richtung Musical gehen.

Gesangssolisten und Musiker genießen die Stimmung beim Picknickkonzert und geben gerne noch eine Zugabe. Foto: Werner Schwentker

Das Freiluft-Picknickkonzert im Hof der stimmungsvoll beleuchteten historischen Doppelwassermühle an der Düte, zu dem die Besucher ihre Speisen und Getränke selbst mitbringen, ist längst kein Geheimtipp mehr und strahlt nach Bianka Kunzes Worten überregional aus. Zur dritten Auflage am vergangenen Samstag kamen über 450 Gäste, die zum Teil sogar aus Berlin und Hamburg angereist waren, weil sie eine besondere Verbindung zu den Künstlern und/oder zu dem liebevoll restaurierten Kleinod in Lottes Ortsteil Wersen haben.

Überwältigende Resonanz

"Die Resonanz ist überwältigend", freute sich Kunze und unterstrich: "Die Nachfrage wird immer größer."  Es sei ein gutes Zeichen, wenn Leute gleich nach dem Konzert schon nach Karten für das nächste fragen. Auch die Sänger und Musiker seien begeistert von der guten Organisation und der tollen Stimmung, sodass sie gerne in ihrer Freizeit die 800 Kilometer Anreise auf sich nähmen, um hier aufzutreten: "Das spricht ja auch für uns", sagte das Vorstandsmitglied nicht ohne Stolz. 

Sopranistin Katja Helen Rothfuss, ihr Bruder Bryan Rothfuss und auch Jeanette Oswald mit ihrem komödiantischen Talent und ihrer schönen Stimme hätten sich in Wersen eine richtige Fangemeinde erarbeitet. Zum zweiten Mal mit dabei war das Meininger Salon Orchester. Ob die instrumentale Unterstützung im kommenden Jahr erweitert werden muss, "wissen wir noch nicht", so Kunze.

Sonnensegel und regensichere Bühne sind schon aufgebaut, aber es bleibt noch viel zu tun. Foto: Werner Schwentker

Mit der Zahl der Gäste sei auch der Aufwand gestiegen, den die Vereinsmitglieder ehrenamtlich zu stemmen haben. Der reicht vom Ausleihen, Heranschaffen und Aufbauen einer regensicheren Bühne, der Tische und Bänke, des Fallschirms und der Sonnensegel über die Aufstellung eines zusätzlichen Toilettenwagens bis zum Verlegen der Kabel und die Installation der Sound- und Lichttechnik und von der Organisation der Übernachtungsmöglichkeiten für die Künstler bis zum Büffet für deren Verköstigung. 

Viele helfende Hände brauchte es, um alles aufzubauen und den großen Fallschirm als Witterungsschutz aufzuspannen. Foto: Werner Schwentker

"Dieses Jahr hatten wir ein Spotlight. Ein Beleuchter folgte den Sängern, wenn sie sich ins Publikum bewegten", berichtete Kunze und sagte: "Wir werden jedes Jahr besser." Allerdings betonte sie auch, dass die rund 20 ehrenamtlichen Helfer für die Organisation des Events,  Auf- und Abbau, Aufräumen und Reinigen des Geländes inklusive des geliehene Toilettenwagens, der sauber wieder abgegeben werden muss, keine Profis und zumeist auch nicht mehr die Jüngsten seien. "Das ist zwei Tage lang sehr, sehr viel Eigenleistung. Irgendwo ist da eine Grenze", unterstrich sie.

Vom Regen nicht abschrecken ließen sich die Besucher des diesjährigen Picknickkonzertes. Git behütet und eingepackt genossen sie die Musik im stimmungsvoll beleuchteten Ambiente. Foto: Werner Schwentker

Der Verein hofft deshalb auf Hilfe von außerhalb, insbesondere auf Verstärkung und Unterstützung durch fitte Helfer. Im kommenden Jahr wollen es einige junge Sportler zum Beispiel übernehmen, auf die Dächer zu klettern, die Haken für die Aufhängung von Fallschirm und Sonnensegel zu fixieren und die Scheinwerfer anzubringen.

"Wir hoffen auch auf Förderung", betonte Bianka Friske-Kunze im Hinblick auf die Finanzierung, um den Preis für die Karte bei 25 Euro pro Person halten zu können. Sie berichtete, dass man sich beim Münsterland-Verein um Mittel aus dem Topf für Kulturförderung bewerben werde. Für die Rücken und Gelenke der ehrenamtlichen Helfer wäre es schon eine große Entlastung, wenn man sich zum Beispiel die Tische und Bänke von einem Partyservice liefern lassen könnte: "Alles andere muss man sehen!" 


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