Im feinen Zwirn auf Biker-Benefiztour Lotter engagiert sich für Forschung gegen Prostata- und Hodenkrebs

Im feinen Zwirn ein Zeichen setzen für mehr Männergesundheit: Zum dritten Mal richtet Martin Wermeier aus Lotte den Distinguished Gentleman's Ride in der Region Osnabrück aus.  Foto: Ursula HoltgreweIm feinen Zwirn ein Zeichen setzen für mehr Männergesundheit: Zum dritten Mal richtet Martin Wermeier aus Lotte den Distinguished Gentleman's Ride in der Region Osnabrück aus. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Den Impuls gaben Australier vor sieben Jahren. Rasch wurde der „Distinguished Gentleman’s Ride“ (DGR), was übersetzt so viel heißt wie "Ausfahrt vornehmer Herren", zur weltweiten Benefizaktion für den Kampf gegen Prostatakrebs. Teilnehmerzahl steigend. Zum dritten Mal koordiniert Martin Wermeier aus Alt-Lotte die Aktion für die Region Osnabrück am letzten Septembersonntag.

Der begeisterte Biker ließ sich bei einem Ride in Hamburg infizieren und koordinierte im Jahr 2017 das erste Benefiz-Biken vor Ort. „Mich wundert ein bisschen, dass sich der DGR in der Region noch nicht so sehr herumgesprochen hat“, sagt er. Zudem ist es ihm wichtig, herauszustellen: „Selbstverständlich sind auch Gentlewomen an diesem 29. September willkommen.“ Es sei eine weltweite Unterstützungsaktion für an Prostatakrebs Erkrankte und diejenigen, die wegen dieser Krankheit selbstmordgefährdet sind.

Mitmachen ist ganz einfach: Auf der Homepage www.gentlemansride.com kann man sich anmelden, um gegen eine Spende mithilfe der Kreditkarte mitzufahren. Oder wenn man einen Biker oder eine Bikerin finanziell unterstützen möchte. „Jeder Mitfahrer kann in seinem Bekanntenkreis Sponsoren gewinnen. Die Homepage ist seit dem 1. August freigeschaltet. Und noch am 29. September können sich Kurzentschlossene entscheiden mitzufahren“, betont Wermeier. Erst bei der Anmeldung werden Start und Ziel bekannt gegeben.

Manche tragen – angeklebte – Schnurrbärte, um optisch auf die Unterstützung der Movember Foundation, die sich für mehr Männergesundheit und Aufklärung stark macht, hinzuweisen. Andere lassen sich extra für die Solidaritätsaktion einen Bart wachsen – wie Martin Wermeier.

Dieser Solidaritäs-Aufkleber ziert den Laptop von Martin Wermeier. Foto: Ursula Holtgrewe

Einen Dresscode gibt es auch: Gern gesehen sind schnieke Kleidung und feine Stoffe. „Sakko, Hemd, Krawatte oder Fliege und Kopfbedeckung sollten die Teilnehmer schon tragen. Ich habe meine Bikerkleidung drunter“, berichtet der Koordinator über persönliche Sicherheitsvorkehrungen auf dem Motorrad.

Mitmachen kann folglich jeder, der mit der Teilnahme an dem weltweiten Ride ein Zeichen für die Männergesundheit setzten möchte.

Gern gesehen sind ältere Maschinen, Vintage Bikes, Caff Racer, Scrambler, Brat und Rat Bikes, klassische Commuter und Chopper. Über die und vielleicht sogar liebevoll restaurierte Oldtimer lässt sich dann am Ziel vortrefflich bei Benzingesprächen fachsimpeln.

Wer sich der Aktion aktiv anschließt, wird Teil einer Bewegung mit diesmal global erwarteten mehr als 125.000 Fahrern, die ein Zeichen setzen für die Forschung gegen Prostata- und Hodenkrebs sowie daraus entstehende psychische Probleme. Sicherheitshalber fährt Wermeiers Schwager Hendrik Behrmann hinterher mit Zugmaschine, Anhänger, Pflaster und Co.

Ob die im vergangenen Jahr weltweit von der Community eingefahrenen 6 Millionen Dollar (rund 5,2 Millionen Euro) getoppt werden können, bleibt abzuwarten; sei aber durchaus realistisch.

Ansprechende Strecken hat Martin Wermeier für die Biker-Ausfahrt beim Distinguished Gentleman's Ride am 29. September ausgesucht. Foto: Ursula Holtgrewe

Zuversichtlich ist Martin Wermeier, dass er den Vorjahresbetrag von rund 3500 Euro der Osnabrücker Benefiz-Biker überschreiten wird. Und, dass sich dem Tross wieder Fahrer aus Bad Salzuflen, Bielefeld, Hannover, Essen und Herford anschließen werden. Weil bekanntlich die Mundpropaganda die beste Werbung ist, geht er zudem davon aus, dass die Zahl von 100 Teilnehmern in diesem Jahr deutlich übertroffen werden kann. In der Planung ist Wermeier noch für eine ansprechende Kulisse fürs Gruppenfoto.

Wermeier selbst sitzt dann am Lenker einer BMW air 100 RS, Baujahr 1980. „Wir werden uns im Raum Osnabrück und Osnabrücker Land bewegen“, verrät er; und, dass es eine Ausfahrt über rund 50 Kilometer geben wird. Für die gelten Regeln wie gesittetes Fahren in der Kolonne und keine Überholmanöver. Außerdem komme die Kommunikation keinesfalls zu kurz, denn: „Es geht beim Biken auch darum, Leute zu treffen und zu quatschen, weniger darum, Kilometer zu kloppen.“

Wer also am 29. September gemütlich rollende Motorradfahrer in feinem Zwirn sowie mit echten oder aufgeklebten Schnurr- und anderen Bärten sieht, weiß: sie gehören zur weltweiten „Distinguished Gentleman‘s Ride“-Bewegung.

Zur Sache

GDR, eine Erfolgreiche Biker-Bewegung
Im Jahr 2012 richtete der Australier Mark Hawwa die erste Ausfahrt aus, um die Akzeptanz für Motorradfahrer zu erhöhen. Inspirieren ließ er sich durch ein Bild von Don Draper aus der TV-Serie „Mad Men“, der im Anzug auf einem klasischen Motorrad sitzt. Bereits im Jahr drauf verband Hawwa die Tour mit einer Spendensammelaktion für die Männergesundheit. Bislang kamen mehr als 18,5 Millionen US-Dollar zusammen. Ziel in diesem Jahr ist es, sieben Millionen US-Dollar einzufahren. Partner ist die Movember Foundation, eine führende Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür engagiert, dass Männer ein glücklicheres und gesünderes Leben führen. Jährlich verlieren mehr als eine Million Männer aufgrund von Selbstmord und Prostatakrebs ihr Leben. Die globale Biker-Community fordert im klassischen und Vintage-Stil bei Kleidung und Motorrad auf, das Bewusstsein zu schärfen. Die Foundation unterstützt in Deutschland beispielsweise Forschung für bessere Prognosen bei Prostata- und Hodenkrebs.


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