Vierte Gruppe für CJD-Provisorium Bedarfsplanung für Kinderbetreuung in Lotte vorgestellt

Das Christliche Jugenddorf errichtete 2018 eine provisorische Kita in Wersen. Jetzt wird kurzfristig eine vierte Gruppe gebraucht, um den Betreuungsbedarf zu decken. Foto: Angelika HitzkeDas Christliche Jugenddorf errichtete 2018 eine provisorische Kita in Wersen. Jetzt wird kurzfristig eine vierte Gruppe gebraucht, um den Betreuungsbedarf zu decken. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung in der Gemeinde Lotte für das Jahr 2020/21 und das neue Online-Anmeldeverfahren für sie Kindergartenplätze stellte Kevin Simon vom Kreisjugendamt am Dienstag im Ausschuss für Schulen. Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) vor.

Grundlage sind die jetzt vorliegenden Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2019/20, die Entwicklung der U-3- Anmeldequoten von 2010/11 bis 2019/20 und die Prognosen zur Geburtenentwicklung der Jahrgänge bis 2023/24 in Alt-Lotte und Wersen/Büren/Halen. "Die Kurven sind in den letzten zwei Jahren etwas abgeflacht und jetzt etwa auf dem Kreisdurchschnitt", so Simon. Auch bei der prognostizierten Geburtenentwicklung "sind keine großen Sprünge drin".

Dennoch brauche man in Alt Lotte rein rechnerisch kurzfristig zehn Plätze mehr: "Da fehlt uns eine Gruppe." Derzeit stehen dort in der Awo-Kita Lotte, dem evangelischen Kindergarten Noah und dem Kinderland Alt-Lotte insgesamt zwölf Gruppen zur Verfügung. Für 2020/21 und 2021/22 sieht das Kreisjugendamt einen Bedarf von 13 Gruppen.

Nicht immer Platz in der Wunsch-Kita 

Aktuell seien noch einige Kita-Plätze frei. Freie Plätze gebe es insbesondere noch bei Tagesmüttern und -vätern, berichtete Simon, und erklärte auf Nachfrage aus dem Ausschuss, wieso mehr Plätze gebraucht würden, wenn doch noch welche frei seien, dass dies am Anmeldeverhalten der Eltern liege: Die können nämlich außer ihrer Wunsch-Kita noch einen Zweit- und Drittwunsch angeben, nähmen aber den freien Platz in der  Zweit- oder Drittwunsch-Kita oft nicht in Anspruch, auch wenn sie  in der Erstwunscheinrichtung keinen Platz bekämen.

20 Gruppen für Wersen/Büren/Halen

In Wersen/Büren/Halen sei es mit 90 Kindern pro Jahrgang ähnlich; auch hier fehlten rechnerisch mindestens zehn Plätze. Statt der jetzt insgesamt 19 Gruppen in der Awo-Kita Halen, der CJD-Kita Wersen, dem evangelischen Kindergarten Wersen, dem Kinderland Wersen, dem Kinderland Büren und der kommunalen Kita Regenbogen in Büren würden dort insgesamt 21,5 Gruppen benötigt. Da die Standortfrage für den Bau der endgültigen CJD-Kita noch offen ist, schlägt das Kreisjugendamt hier für das Jahr 2020/21 eine vierte Containergruppe am provisorischen Standort Hoher Esch vor.

Anspruch auf fünf Gruppen

"Die Gemeinde hat für den CJD-Kindergarten schon viel Geld in die Hand genommen", gaben Friedel Glüder (Grüne) und Friedhelm Lange (CDU)  zu bedenken. Wenn vor dem ohnehin geplanten Neubau noch eine weitere Gruppe eingerichtet werden müsse, kämen ja wieder Kosten auf sie zu. Auf Langes Frage, ob die benötigten Plätze nicht auf andere Kitas verteilt werden könnten, hatte Kevin Simon eine klare Antwort: Nein, denn im Trägervertrag ist ausdrücklich ein Betrieb als Fünf-Gruppen-Kindergarten vorgesehen. Am derzeitigen Provisorium mit drei Gruppen könne man eine  Container für eine weitere Gruppe dazustellen. "Schön wäre natürlich ein Neubau am endgültigen Standort", so Hauptamtsleiterin Petra Tepe.

Kindertagespflege fest eingeplant

Auf weitere Fragen aus dem Ausschuss versicherte Simon, dass sowohl das Wohnbauflächenkonzept und der Generationswechsel, als auch das in Ikek und Masterplan angestrebte Bevölkerungswachstum von 0,5 Prozent pro Jahr in der Planung berücksichtigt seien. Auch die 30 Plätze in der Kindertagespflege seien wie immer "fest eingeplant", weil von vielen Eltern sogar als Erstwunsch genannt.

Online-Anmeldung ab Oktober

Für das Anmeldeverfahren, an dem sich aber prinzipiell nichts ändere, so informierte Simon weiter, wird  ein bereits in über 150 Kommunen bundesweit eingesetztes Online-System eingeführt. Am 16. Oktober soll das Elternportal frei geschaltet werden."Wichtig ist: Das Online-Verfahren ersetzt nicht das persönliche Gespräch", betonte er.


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