Lotter hatten mehr erwartet Rat: Information über SWTE- Netz hilft uns gar nicht

Als Tochter der Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) befindet sich die Netzgesellschaft im Aufbau. Sie wird bis 2020 den Betrieb des Gas- und bis 2021 auch des Stromnetzes übernehmen und das Netz ausbauen. Foto: Hauke-Christian DittrichAls Tochter der Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) befindet sich die Netzgesellschaft im Aufbau. Sie wird bis 2020 den Betrieb des Gas- und bis 2021 auch des Stromnetzes übernehmen und das Netz ausbauen. Foto: Hauke-Christian Dittrich
Hauke-Christian Dittrich

Lotte. Ohne Diskussion einstimmig beschlossen hat der Lotter Gemeinderat am Dienstag eine von den Grünen beantragte Umbesetzung im Bau- und Planungsausschuss sowie die Änderung des Bebauungsplans "Teichweg-Süd". Auf der öffentlichen Agenda standen außerdem Berichte des Geschäftsführers der Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) Netz GmbH über aktuelle Entwicklungen der SWTE-Gesellschaften.

Die Formulierung des Tagesordnungspunktes erwies sich als irreführend, denn der neue hauptamtliche Geschäftsführer der SWTE Netz, Tobias Koch, stellte zwar wie kürzlich schon in Westerkappeln sich selbst und seinen Werdegang sowie die Kennzahlen und den geplanten Aufbau hinsichtlich Personal und dessen Unterbringung auf dem RAG-Gelände in Ibbenbüren vor, beschränkte sich aber auf die Netzgesellschaft.

Zunächst erläuterte er, wie die 2014 von den sieben Kommunen Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Ibbenbüren, Recke, Hörstel und Hopsten gegründeten Stadtwerke Tecklenburger Land mit der Holding als Mutter und den Töchtern SWTE Energie GmbH für den Vertrieb und SWTE Netz für den Ausbau des Gas- und Stromnetzes mit den Partnern Stadtwerke Osnabrück und Innogy (früher RWE) als Partnern zusammenhängen. 

Sehr großes Netz

Er kündigte an, dass die SWTE bis 2020 das Gasnetz und bis 2021 auch das Stromnetz als eigenständiger Betreiber übernehmen werden. "Das ist ein sehr, sehr großes Netz von 533 Quadratkilometern für 130 000 Einwohner", betonte er. Eine Besonderheit sei die für einen Flächenversorger sehr große Zahl von 5800 Einspeisungen.

Koch sprach von stabilen Jahresergebnissen von vier bis fünf Millionen Euro, Umsatzerlösen von 14 Millionen Euro und Investitionen von 10 bis 15 Millionen Euro im Jahr. Zurzeit sei die Gesellschaft noch Pächter. Für die Übernahme und den Aufbau des eigenen Netzes werde auch der Personalbestand ausgebaut: "Wir sind momentan zehn Leute,  Mitte/Ende 2020 sollen es 80 Mitarbeiter sein." 

Information wird nachgeholt

Auf die etwas irritierten Nachfragen von CDU-Fraktionschef Werner Schwentker stellte Koch klar, dass es sich bei den Kennzahlen nur um die der Netzgesellschaft handele, nicht um die der SWTE insgesamt. Thomas Schmitt und Dieter Hörnschemeyer (Grüne) zeigten sich ebenso wie Friedhelm Lange (CDU) enttäuscht, dass nichts über den Vertrieb und die energiepolitischen Ziele  zu erfahren war und die Zahlen keine Entwicklung erkennen ließen: "Das hilft uns heute Abend gar nichts", so Lange. Die fehlenden Infos, so Bürgermeister Rainer Lammers, sollen in einer späteren Sitzung nachgeliefert werden.

Da der neue sachkundige Bürger für die Grünen im Bau- und Planungsausschuss nicht anwesend war, konnte er auch nicht vorgestellt und vereidigt werden. Das wird ebenfalls nachgeholt. Beifall gab es dennoch: Zum Schluss des öffentlichen Teils erinnerte SPD-Fraktionschef Thomas Giebel an den 70. Jahrestag des Grundgesetzes, was alle mit Applaus quittierten.



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