Ein Gesamtkonzept soll her Hauptausschuss diskutiert CDU-Antrag zur Turnhalle Halen

Gerd Sies, Vorsitzender des SC Halen, vor der alten Turnhalle in Halen. Deren Renovierung würde über eine halbe Million verschlingen. Sies kann alternativ einem modernen Mehrzweck-Gebäude, in dem neben Sport auch andere Angebote beheimatet wären, viel abgewinnen. Foto: Astrid SpringerGerd Sies, Vorsitzender des SC Halen, vor der alten Turnhalle in Halen. Deren Renovierung würde über eine halbe Million verschlingen. Sies kann alternativ einem modernen Mehrzweck-Gebäude, in dem neben Sport auch andere Angebote beheimatet wären, viel abgewinnen. Foto: Astrid Springer

Lotte. Der Haupt- und Finanzausschuss des Lotter Gemeinderates ist normalerweise nicht gerade ein Publikumsmagnet. Doch das Thema "Turnhalle und/oder Sport- und Kulturzentrum in Halen" hatte diesmal immerhin ein halbes Dutzend Zuhörer in Rathaus gelockt, von denen sich einige in der Einwohnerfragestunde auch zu Wort meldeten.

"Die Halle wird immer maroder", begründete Fraktionschef Werner Schwentker, warum die CDU jetzt mit ihrem Antrag darauf drängt, kurzfristig ein Konzept für die weitere Nutzung und sinnvolle Sanierung der Turnhalle zu erarbeiten.  Die Sachdarstellung der Verwaltung stelle man nicht infrage. 

Förderantrag gestellt

Danach hat sich aus dem Ikek-Prozess heraus eine Bürgerinitiative gebildet, die alternativ zur 2018 beschlossenen Sanierung der alten Halle die Idee einer neuen Mehrzweckhalle mit Nebenanlagen am Sportplatz als eine Art Dorfgemeinschaftshaus eingebracht hat. Nach Gesprächen unter anderem mit der Bezirksregierung, die die Erstellung eines Gesamtkonzeptes empfohlen hat, und zwei Info-Veranstaltungen hat die vor allem von der Sportlern des SC Halen angestoßene Bürgerinitiative auf Anraten der Verwaltung eine Förderung aus dem Programm"Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum" beantragt.

Klarheit schaffen

"Gut, dass der Förderantrag gestellt ist", so Schwentker. Die CDU unterstütze das Engagement der Bürger, aber es gehe darum, nicht auf eine (ungewisse) Förderzusage zu warten, sondern inhaltlich Klarheit zu schaffen: "Wir haben einen Beschluss, die alte Halle im Bestand zu sanieren. Für eine Mehrzweckhalle haben wir keinen Beschluss", verdeutlichte er und betonte: "Wir brauchen ein Gesamtkonzept, wo wir eigentlich hinwollen." Der alte Beschluss müsse dann eventuell aufgehoben oder erweitert werden. Unabhängig von eventueller Förderung, so die Vorstellung der CDU, sollte die Haushaltsplanung dafür noch 2019 abgeschlossen werden und Ende 2020 eine Sporthalle in Halen nutzbar sein.

SPD und FDP irritiert

"Überrascht" und "irritiert",so ihre Worte, zeigten sich Bürgermeister Rainer Lammers, die SPD-Vertreter Thomas Giebel, Hermann Brandebusemeyer und Helga Strübbe sowie Friedhelm Pösse von der FDP vom Antrag der CDU. Sowohl Lammers, als auch SPD-Fraktionschef Giebel verwiesen darauf, dass der An- und Umbau der Sporthalle in Wersen und der Neubau der Dreifachhalle in Lotte Priorität hätten. Der Bürgermeister räumte zwar den "dringenden Handlungsbedarf" bei der Halle in Halen ein, betonte aber: Wir können nicht alles auf einmal machen." 

Fehlende Information

Giebel hielt den Antrag "zu diesem Zeitpunkt für kontraproduktiv"; man sollte doch bis zum im Juni erwarteten Förderentscheid warten. Dem widersprachen die Grünen und die FDP, die zudem bemängelten, dass sie über die Bürgerinititative nicht informiert worden seien. "Es kann doch nicht sein, dass die Entscheidung davon abhängt, welche Zuschüsse wir kriegen. Die Frage ist doch, ist das sinnvoll oder nicht", so Thomas Schmitt (Grüne).

Unterschiedliche Bürgermeinungen

Auch Pösse äußerte sich überrascht, dass die Initiative ihr, so Giebel, "Füllhorn an Ideen" offenbar nur den beiden großen Fraktionen präsentiert habe, sprach sich aber dafür aus, die Bürger einzubeziehen. Einige brachten vor, dass ein Dorfzentrum entgegen der Sportlerideen  auch zentral und nicht wie der Sportplatz am Ortsrand liegen sollte und verwiesen auf den Leerstand des ehemaligen Landhauses Halen. 

"Wir sind doch gar nicht so weit auseinander", stellte Pösse fest. Da die Verwaltung laut Lammers die Erarbeitung eines Konzeptes ohnehin nicht in in drei Wochen stemmen kann, einigte man sich auf die Fortsetzung der inhaltlichen Diskussion nach der Sommerpause in den Fachaussschüssen.


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