Litauer zur Stippvisite in Lotte Europäische Errungenschaften im Lotter Rathaus bekräftigt

Willkommen heißt Bürgermeister Rainer Lammers (rechts) die litauische Delegatin mit den litauischen Farben. Foto: Ursula HoltgreweWillkommen heißt Bürgermeister Rainer Lammers (rechts) die litauische Delegatin mit den litauischen Farben. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Besondere Gäste kamen jetzt zur Stippvisite ins Lotter Rathaus: eine Delegation der Region Telsiai in Litauen. Es wurde zum Treffen von Europa-Befürwortern – aus vielfältigen Gründen.

Die gute Laune von Vaclovas Veicekauskas, litauischer Förderer der Kreispartnerschaft und Übersetzer, war ansteckend. Davon ließen sich Gisela Lang, SPD-Abgeordnete im Kreis Steinfurt sowie Gästebegleiterin, und Lottes Bürgermeister Rainer Lammers bereitwillig anstecken. Veicekauskas ist Leiter von Stadt und Region Telsiai als Mitarbeiter des Regionalen Entwicklungsmanagements in Litauen. Gemeinsam mit einer fünfköpfigen Chor-Delegation aus dem Bistum dort besuchte er dieser Tage den Kreis.

Anerkennung der Besucher fanden die litauischen Landesfarben, mit denen die Tische geschmückt waren. Lammers berichtete über seinen Besuch in Litauen mit einer Steinfurter Bürgermeistergruppe. Dass Lotte seit mehr als 25 Jahren eine Partnerschaft zum französischen Lys-lez-Lannoy pflegt, nahm er zum Anlass zu bekräftigen: „Wir in Europa brauchen die Partnerschaften für das Völkerverständnis.“

Das pflegen auch Veicekauskas und die jungen Litauer. Stolz berichtete er, dass Litauen sich seit den Beitritten zur EU und zur Nato im Jahr 2004 wirtschaftlich sehr positiv entwickelt habe: „Mittlerweile ist es so, dass Jugendliche, die im Ausland studieren oder eine Ausbildung machen, in der Regel wieder nach Litauen zurückkehren.“ Auch stellte er heraus: „Wir gehören zu den zehn Ländern in der Welt mit der besten Internetversorgung.“

Ein knappes Drittel lernt Deutsch

Die meisten Schüler in Litauen wählen Englisch als erste, immerhin 30 Prozent Deutsch als zweite Fremdsprache. Vaclovas Veicekauskas gehörte zu den Mitgründern des Vereins „Freunde für deutsche Sprache und Kultur“ in Kooperation mit dem Goethe-Institut in Litauens Hauptstadt Vilnius. Bei einem der "Tage der deutschen Sprache" zählte Gisela Lang zu den Gästen. Sie und der Litauer bedauerten es sehr, dass einer der Steinfurter Kreispartnerschaftsförderer mit Telsiai, der stellvertretende Landrat Bernhard Hembrock, verstorben sei.

Allseitiger Wunsch war es, die Begegnungen zu intensivieren; auch durch Gesang. „Noten sind eine internationale Sprache“, betonte Gisela Lang. Eine überaus beeindruckende Probe ihres Könnens stimmten die fünf Vokalisten an. Nach Auftritten am vergangenen Wochenende gibt es am 3. Oktober ein Wiedersehen beim Chöretreffen im Kloster Gravenhorst. Dann ist auch der litauische Bischof zu Gast.

Mit einem Lied begeistert die Chordelegation aus Litauen im Lotter Rathaus. Foto: Ursula Holtgrewe

Eine Vielzahl emotionaler Erinnerungen nahmen die Sänger von ihrem Kurzbesuch mit nach Hause. An ihren überhaupt ersten Besuch als 15-Jährige bei einem Choraustausch in Deutschland erinnerte sich Chorleiterin Ernesta Darguziene: „Ich lebte als Katholikin in der Familie eines evangelischen Pastors. Er hatte Frau und Kinder. Das hat mich geschockt, denn das kannte ich von Zuhause gar nicht.“ Beeindruckt sei sie von den vielen schönen alten Gebäuden und dem großen Angebot in Supermärkten gewesen.

Wirtschaftlicher Aufschwung ist durch die EU-Mitgliedschaft längst in Litauen angekommen. Vaclovas Veicekauskas berichtete, dass auch zu dessen Sicherung rund 600 deutsche Soldaten in seiner Heimat stationiert seien. Er betonte, es sei ein Zeichen an Moskau, das mit dem Krieg in der Ukraine sehr dicht an Litauen herangerückt sei.

Nun hieß es für die Gäste, Kontakte zu den Wersener Krüger-Schulen aufzunehmen; nicht ohne bei der Verabschiedung zu bekräftigen, dass Sicherheit und Frieden in Europa erhalten bleiben müssten.


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