„Das Engagement lässt nach“ Gemeinde Lotte teilt Kritik an Müll und Vandalismus

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Hundekot ist nach den Erfahrungen der Lotter Gemeindeverwaltung auch deshalb ein Problem, weil sich viele Hundebesitzer trotz eindeutiger Piktogramme und vorhandener Tütenspender davor ekeln, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge damit aufzunehmen und zu Hause oder im nächsten Mülleimer zu entsorgen. Archivfoto: Ursula HoltgreweHundekot ist nach den Erfahrungen der Lotter Gemeindeverwaltung auch deshalb ein Problem, weil sich viele Hundebesitzer trotz eindeutiger Piktogramme und vorhandener Tütenspender davor ekeln, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge damit aufzunehmen und zu Hause oder im nächsten Mülleimer zu entsorgen. Archivfoto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Nicht nur zum Thema Müll, zu dem Besucher der Lotter Jugendtreffs in einem Artikel Anfang des Monats ihre Ideen äußerten, sucht die Gemeinde den Dialog. Dazu ist ein Diskussionsforum im April geplant. Zuvor hat die Gemeinde jetzt konkrete Fragen beantwortet, die sich aus den Anmerkungen der jungen Leute ergeben haben.

Rund 150 Mülleimer gibt es laut Mitteilung der Verwaltung in der Gemeinde Lotte. „Die Mülleimer werden wöchentlich geleert. Im Außenbereich in den Wintermonaten erfolgt die turnusmäßige Leerung alle zwei Wochen. Die Leerung übernimmt eine externe Firma.“

Beschädigung kein Einzelfall

Leider ist der von den Bürener Jugendlichen angesprochene demolierte Mülleimer im Bürgerpark kein Einzelfall: In den vergangenen Jahren seien 25 Müllbehälter durch Vandalismus beschädigt worden. „Davon wurden 15 Behälter ausgetauscht und zehn Behälter repariert“, so die Gemeindeverwaltung.

Manche horten Hundekottüten

Hundekotentsorgungsstationen mit integriertem Mülleimer gebe es zwar nicht, wohl Hundekottütenspender – und zwar mehr als nur drei. Sie sind zu finden am Haus Hehwerth, an der Ecke Krümpelstraße/Saerbecker Damm, am Bürgerpark Büren, am Sportplatz Büren, in den Brookwiesen und an der Straße Auf dem Berge. Die Tütenspender werden nach Auskunft der Verwaltung vom Hausmeister, dem Servicebetrieb der Gemeinde oder von Privat nach Bedarf aufgefüllt. „Leider wird immer häufiger festgestellt, dass nach einer Befüllung die Tüten in Gänze von Personen entnommen werden und damit offensichtlich der persönliche Vorrat aufgefüllt wird“, beklagt die Gemeinde den Egoismus einiger Hundehalter.

Hundebesitzern zu anrüchig

Wie die Jugendlichen aus dem Bansen haben auch die Mitarbeiter des Servicebetriebs und der Gemeindeverwaltung beobachtet, „dass es zahlreichen Hundebesitzern häufig zuwider ist, den Kot ihres Hundes aufzusammeln, auch wenn die Beutel zur Verfügung stehen. Jeder Hundebesitzer, der darauf Wert legt, nimmt in der Regel eine kleine Patrone mit Hundekotbeuteln mit, die an der Leine befestigt werden kann“, so die Gemeinde. Leider seien Hundekotbeutel auch keine Gewähr dafür, dass diese samt Inhalt dann auch im Mülleimer landen: „Oftmals werden die Tüten dann in die Landschaft geworfen, was aus ökologischer Sicht sicherlich auch zu hinterfragen ist.“

Keine personellen Kapazitäten

Nach dem finanziellen und personellen Mehraufwand befragt, den die Aufstellung und Leerung von mehr und größeren Müllbehältern an bekannten Brennpunkten bedeuten würde, weist die Gemeindeverwaltung darauf hin, dass der Mehraufwand genau festgelegt werden müsste, um die Kosten dafür zu errechnen. Das Personal des gemeindeeigenen Servicebetriebes habe zurzeit keine freien Kapazitäten; der derzeitige Aufwand betrage rund 20000 Euro im Jahr.

Schließlich wollten wir noch wissen, welche Möglichkeiten die Gemeinde sieht, einen Ordnungsdienst, eventuell in Kooperation mit Vereinen, Paten, Gemeindejugendring, an einschlägig als inoffizielle Treffpunkte bekannten Plätzen und bei Veranstaltungen wie Heimspielen der Sportfreunde Lotte einzurichten.

Besondere Situation am Stadion

„Über die bereits durch den Servicebetrieb geleisteten Arbeiten (Müllbeseitigung) hinaus wird diesseits keine erfolgversprechende/müllminimierende Möglichkeit des – unter Umständen kostenintensiven – Einsatzes von Ordnerdiensten zur Müllvermeidung anlässlich von Fußballspielen gesehen“, heißt es in der schriftlichen Antwort. Die Situation rund um das Stadion müsse aber sicherlich noch einmal gesondert in Kooperation mit den Sportfreunden Lotte betrachtet werden.

Beteiligung geht zurück

Dank des Engagements von ehrenamtlichen Helfern finde in der Gemeinde einmal jährlich eine Müllsammelaktion statt. „Hier ist leider bereits ein Rückgang der Beteiligung festzustellen. Auch das freiwillige Engagement zur Übernahme einer Beetpatenschaft lässt nach“, bedauert die Verwaltung.

Sie verweist auch darauf, dass eine neue Kraft eingestellt wurde, die in erster Linie den ruhenden Verkehr überwacht. „Sie wurde auch dahingehend geschult, dass Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer eigenen Hunde nicht entfernen, verwarnt werden. Problem ist dabei nur, dass man die Personen auf frischer Tat ertappen muss, was natürlich schwierig ist.“

Handlungsbedarf ist da

Das Thema Müll sei nicht nur von Jugendlichen, sondern im Ikek-Prozess auch von vielen erwachsenen Bürgern angesprochen worden. Auch ein „Hundespielplatz“ sei in den Veranstaltungen zum Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept oft thematisiert worden: „Das zeigt, dass es hier noch Handlungsbedarf gibt.“

Dialog mit Jugend am 5. April

Den durch Ikek und Jugendbefragung in Gang gesetzten Kommunikationsprozess möchte die Gemeinde auf jeden Fall fortsetzen. „Die Gemeinde Lotte will die Erwartungen und Anregungen der Jugendlichen, die sie so eindrucksvoll in der Ausschusssitzung vorgetragen haben, aufgreifen und ihre Anregungen zusammen mit Ihnen weiterentwickeln,“ betont sie. Wie Hauptamtsleiterin Petra Tepe im Fachausschuss des Rates bereits bekannt gab, soll dazu voraussichtlich am Freitag, 5. April, um 17 Uhr im Alt-Lotte Haus Hehwerth ein „Dialogforum“ stattfinden, in dem Jugendliche mit Kommunalpolitikern, aber auch Verwaltungsmitarbeitern unter anderem über das Thema Müll reden.


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