Neue Vereinsförderung in Lotte Ausschuss für neue Formen der Neubürgerbegrüßung

Von Olaf Wienbrack

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Neue Präsente für Neubürger sollen die hier von Kathrin Fürstenberg (l.) und Esther Kleina-Metelerkamp präsentierten alten Geschenke ersetzen. Archivfoto: Ursula HoltgreweNeue Präsente für Neubürger sollen die hier von Kathrin Fürstenberg (l.) und Esther Kleina-Metelerkamp präsentierten alten Geschenke ersetzen. Archivfoto: Ursula Holtgrewe

owie Lotte. Die Vereinsförderung in Lotte und die Neubürgerbegrüßung waren die beiden zentralen Punkte der Haupt- und Finanzausschusssitzung im Rathaus am Donnerstag.

Eröffnet wurde die Sitzung mit einer erfreulichen Mitteilung von Joana Watermeyer, die bare Münze für die Gemeindekasse bedeutet: „75 Prozent der im Sommer durch Ikek (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) angefallenen Kosten sind von der Bezirksregierung an die Gemeinde ausgezahlt worden“, verkündete sie den Ausschussmitgliedern.

Tauschbörse als Idee

Nach so froher Ankündigung ging es in eine recht harmonische Sitzung. Gemeinschaftliches Engagement zu fördern, sah Helga Strübbe (SPD) als sehr wichtig an. Deshalb begrüßt sie auch durchweg das Konzept zu weiterer Vereinsförderung. „Insbesondere die Tauschbörse halte ich für eine gut durchdachte Idee“, hob sie hervor.

Ein wichtiges Anliegen brachte Strübbe bezüglich der Förderung des Partneraustausches mit Lys-lez-Lannoy in Frankreich vor. Denn hierzu bestehen noch alte Richtlinien aus dem Jahr 1993 mit einer „Pro-Kopf-Förderung“ bei Besuchen und Gegenbesuchen.

Auch Soziales fördern

Im später einstimmig gefassten Beschluss wurde die Partnerschaftsförderung mit in die Vereinsförderung als Sonderpunkt aufgenommen. Eine gewisse Kritik und auch persönliche Enttäuschung äußerte Dieter Hörnschemeyer (Grüne): „Wo es um die Förderung der Vereine geht, ist nicht ein einziger Vereinsvertreter zur öffentlichen Sitzung anwesend. Das ist traurig“, stellte Hörnschemeyer fest.

Dem hielt Bürgermeister Rainer Lammers entgegen, dass dieses Thema auch anlässlich des Vereinstreffens am 22. November im Haus Hehwerth mit sehr großer Vereinsbeteiligung besprochen worden sei. Hörnschemeyer brachte dann ein, dass ihm zusätzlich zu Kultur-, Brauchtums- und Heimatpflege als förderwürdigen Aspekten noch der Begriff „Soziales“ fehle. Seine Anregung fand Gehör.

Gutscheinheft statt Ehrenamtskarte?

Werner Schwentker (CDU) hält die Voraussetzungen für die Ehrenamtskarte NRW mit durchschnittlich fünf Stunden wöchentlicher Ehrenamtsarbeit für recht hoch. „Bei uns im Mühlenverein schafft das trotz vieler Arbeiten niemand“, hob er hervor und plädierte für eine „Ehrenamtskarte Lotte“ mit geringeren Hürden. Einstimmig äußerten sich alle Ausschussmitglieder, dass ein Bonus nur über die Sportfreunde Lotte zu wenig sei, weil nicht jeder unbedingt Fußballfan sei. Vielmehr wünschten sich alle eine Art Gutscheinheft für Vergünstigungen. Durch persönliche Ansprache von Firmen und Vereinen wird Joana Watermeyer versuchen, so eine Form der Anerkennung bald umzusetzen. „Dann werden wir damit aber erst nach dem 1. Januar starten können“, stellte sie klar. Damit waren alle Ratsmitglieder einverstanden.

Gastmitgliedschaft in Vereinen

Für die Neubürgerbegrüßung sind unterschiedliche Begrüßungsgeschenke vorgesehen. Für die Babys ist etwas Kuscheliges von „Elefantasie“ geplant, Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr sollen ein Block- und Stifteset erhalten, und für ältere Kinder gibt es Stehplatzkarten bei den Sportfreunden. „Insbesondere für die älteren Kinder ist das ein bisschen wenig“, gab Werner Schwentker zu bedenken. „Die jungen Neubürger sollten die Gemeinde Lotte besser kennenlernen und ihnen sollte die Vereinsvielfalt vorgestellt werden“, war seine Idee. „Ja, Fußball ist zu wenig“, konnte ihm Dieter Hörnschemeyer nur beipflichten. So kam über Stefan Kunz (SPD) auch hier die Idee eines Gutscheinheftes auf, das etwa kostenfreie Gastmitgliedschaften in den Vereinen vorsieht. Dafür erntete er auch die volle Zustimmung von Friedhelm Pösse (FDP): „Man mag es kaum glauben, aber auf meinem Spickzettel steht auch Gastmitgliedschaft“, sagte Pösse.

Gemeindeführung

Friedhelm Lange (CDU) wollte aber noch die Idee der Gemeindeführung – etwa mittels einer halbjährlich angebotenen Bustour durch die Gemeinde – aufgegriffen sehen. Alle Punkte fanden schließlich Eingang in den einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Neubürgerbegrüßung. Übrigens finden etwa 900 Bürger jährlich ein neues Zuhause in der Gemeinde Lotte. Diese Zahl hatte Bürgermeister Rainer Lammers in die Diskussion eingebracht, was dann zu einer ganzen Busflotte führen würde, wenn alle mitfahren. Alle Parteien waren sich aber einig, dass sicherlich nur ein Bruchteil das Angebot nutzen werde.


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