Schulen platzen aus den Nähten Gebäude in Lotte und Wersen müssen erweitert werden

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Erstklässler der Grundschule Lotte beim Mittagessen. Die Mensa ist mit 49 Quadratmetern viel zu klein für die derzeit rund 100 Schüler, sodass die Kinder in drei Schichten essen müssen. Zu klein sind auch die Klassenräume im Altbautrakt; außerdem fehlen Differenzierungsräume. Foto: Archiv/Angelika HitzkeErstklässler der Grundschule Lotte beim Mittagessen. Die Mensa ist mit 49 Quadratmetern viel zu klein für die derzeit rund 100 Schüler, sodass die Kinder in drei Schichten essen müssen. Zu klein sind auch die Klassenräume im Altbautrakt; außerdem fehlen Differenzierungsräume. Foto: Archiv/Angelika Hitzke

Lotte. Die Grundschule Alt-Lotte platzt aus allen Nähten und muss erweitert werden. Die Verwaltung soll eine entsprechende Vorplanung erarbeiten lassen. Darüber waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSK) ebenso einig wie über die Vergabe einer Gesamtplanung für das Außengelände des Regenbogenkindergartens in Büren.

Einige Ausschussmitglieder hatten sich am Tag vor der Sitzung bei einem Ortstermin selbst von der räumlichen Enge in der Lotter Grundschule überzeugen können. Steigende Schülerzahlen, zunehmende Klassengrößen, mittlerweile 50 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund, in jeder Klasse ein Kind mit Förderbedarf: „Da muss auf alle Fälle etwas passieren“, fasste Maria Brockhaus (SPD) den raschen allgemeinen Konsens zusammen.

Kurze Wege für kurze Beine

Die Verwaltung hatte für die Beschlussvorlage zwei Alternativen erarbeitet. Die erste, die Aufnahmekapazität zu begrenzen und nicht aufgenommene Kinder zur Grundschule nach Wersen zu schicken, wurde schnell verworfen. „Kurze Wege für kurze Beine“, begründete dies Friedhelm Lange für die CDU. Und Maria Brockhaus wies auf das geplante neue Baugebiet im Innenbereich von Alt-Lotte hin. Da also absehbar ist, dass künftig noch mehr Kinder die Lotter Grundschule besuchen, sollte nach übereinstimmender Meinung im Ausschuss die Erweiterung gleich so geplant werden, dass Platz für eine Zweieinhalbzügigkeit ist. Die Ergebnisse der Vorplanung sollen in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bau- und Planungsausschuss vorgestellt und die Planungskosten im Haushalt 2019 bereitgestellt werden.

Neugestaltung Kita-Außengelände

Der kommunale Regenbogenkindergarten ist Bewegungskindergarten. Aber die Spiel-und Bewegungsmöglichkeiten im Außengelände sind stark eingeschränkt, weil etliche sturmgeschädigte Bäume und als Folge davon auch nicht mehr verkehrssichere Spielgeräte entfernt werden mussten. Außerdem war das Gelände ursprünglich für über Dreijährige konzipiert, es werden aber auch immer mehr Kinder unter drei Jahren betreut. Für die Aufforstung mit Pflanzen und Bäumen und die Erneuerung der Spielgeräte soll die Verwaltung auf einstimmigen Beschluss eine Gesamtplanung in Auftrag geben, die ebenfalls in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss beraten wird. Über die Umsetzung soll dann im Rahmen der Haushaltsberatungen 2019 entschieden werden.

Zusatzräume für Gesamtschule

Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung stellte der Ausschuss auch den Bedarf für die Erweiterung der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln am Standort Wersen um drei Klassenräume einschließlich Nebenräumen fest. Die Verwaltung soll auf der Grundlage einer Voruntersuchung vom März 2017 eine Entwurfsplanung erstellen lassen, die dann in der gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss zu präsentieren ist. Für Entwurf- und spätere Ausführungsplanung sollen im Haushalt 100000 Euro eingeplant werden. Da die Jahrgänge 8/9 und 10 ab Schuljahr 2020/21 in Wersen unterrichtet werden, muss der Erweiterungsbau im Sommer 2020 fertig sein.

Schnelle Lösung

Friedel Glüder (Grüne) hielt es für sinnvoller, mehr als drei über 70 Quadratmeter große Klassenräume zu bauen, da die Klassenzimmer im Südflügel zu klein seien. Zudem sollten ihrer Meinung nach auch die Ausschreibungs- und erste Ausführungskosten in den Haushalt 2019 aufgenommen werden. Schulleiter Manfred Stalz verwies auf den Zeitdruck und darauf, dass sich die Klassen bei mehr Räumen von 30 auf 25 Schüler verkleinern, die Raumgröße also ausreichen würde. Die drei Überhangklassen seien eine „pragmatische Lösung“. Dieser Sicht folgte die Ausschussmehrheit. Im nächsten Schritt könne man ja in den Haushaltsberatungen über eine Aufstockung reden, meinte Christian Thies (CDU).

IT-Konzepte für die Grundschulen

Lediglich zur Kenntnis nahm der Ausschuss einen Bericht der Verwaltung zur IT-Ausstattung an Grundschulen. Um der digitalen Entwicklung in der Bildung gerecht zu werden, habe das Ministerium die Schulen aufgefordert, bis spätestens Schuljahresende 2019/20 Medienkonzepte zu erarbeiten, die dann auch Grundlage für Anträge der Schulträger für IT-Investitionen aus dem Programm“Gute Schule 2020“ sowie den „Digitalpakt Schule“der Bundesregierung seien. Um die Lotter Schulen dabei zu unterstützen ,habe die Gemeinde einen Vertrag mit der Kommunalen Anwendergemeinschaft West (KAAW) auch für den perspektivischen Support der Schul-IT geschlossen. Die Grundschule in Büren habe bereits ein solches Konzept erstellt, das derzeit noch ergänzt werde, berichtete deren kommissarische Leiterin Ute Thomas. Die Grundschule Wersen werde Anfang des Jahres damit fertig sein, so deren kommisssarische Leiterin Bettina Middeldorff, während ihre Kollegin von der Grundschule Alt-Lotte ankündigte, alte Pläne, die noch die Arbeit mit Beamern vorsähen, umzuschreiben.

Migrations- und Integrationskosten

Auf Kostentransparenz im Bereich der Flüchtlingsbetreuung zielt ein Antrag der CDU-Fraktion, zu dem die Beschlussvorlage der Verwaltung nur allgemeine Hinweise, aber noch keine konkreten Zahlen enthielt. Diese sollen nach allgemeinem Konsens auch aufgrund der angespannten personellen Situation in der Verwaltung erst im Rahmen des Jahresabschlusses 2018 ermittelt und nach den Worten der zuständigen Fachbereichsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp „objektscharf“ für die 40 Wohneinheiten der Gemeinde vorgelegt werden. „Mir schwebt allerdings wieder eine Excel-Liste vor“, hielt sie der Kritik an der Unübersichtlichkeit einer solchen Tabelle entgegen.

2018, so berichtete sie, habe die Gemeinde für Integration 97000 Euro vom Land bekommen. Für 2019 könne Lotte voraussichtlich mit einer NRW-Intregrationspauschale von knapp 400000 Euro rechnen.


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