Die Neue im Rat wohnt in Halen Ursula Schmidt-Neubauer rückt für Stefan Franke nach

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Garten und Musik in Form von Chorgesang sind die Hobbys von Ursula Schmidt-Neubauer. Die Halenerin rückt für den verstorbenen Grünen-Ratsherrn Stefan Franke nach. Foto: Angelika HitzkeGarten und Musik in Form von Chorgesang sind die Hobbys von Ursula Schmidt-Neubauer. Die Halenerin rückt für den verstorbenen Grünen-Ratsherrn Stefan Franke nach. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Für den verstorbenen Ratsherrn Stefan Franke wird Ursula Schmidt-Neubauer nachrücken. Das teilte Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer jetzt mit. Die pensionierte Grundschullehrerin aus Halen werde ihre Fachkompetenz vor allem im Bereich des Schul- und Jugendausschusses, aber auch in verwandten Gremien wie dem Schulzweckverband und der Verbandsversammlung der Volkshochschule einbringen. Wer ist die Neue im Gemeinderat?

Eigentlich, so verrät die seit drei Jahren auch in der Flüchtlingshilfe aktive Hobbygärtnerin auf dem Sonnenplatz hinter ihrem Haus mit Blick auf den großen naturnahen Garten mit Obst- und Kastanienbäumen, Schwimmteich und Gemüsebeeten, stammt sie aus dem Süden Baden-Württembergs, genauer gesagt, aus dem Kreis Waldshut an der Grenze zur Schweiz. Nach NRW und in die Gemeinde Lotte kam die damals 28-Jährige 1978 der Liebe wegen – und ist geblieben. Seit 40 Jahren ist die seit langem verwitwete Mutter von drei erwachsenen Söhnen nun hier zu Hause– zuerst in Osterberg, dann in Halen.

Grünen-Mitglied seit einer Woche

Den Grünen beigetreten ist sie allerdings erst vor einer Woche. Anlass war die Anfrage, ob sie bereit sei, in den Rat zu gehen: „Ich finde die Politik der Grünen im Augenblick besonders gut. Und wenn man für die Grünen im Rat ist, sollte man auch in der Partei sein“, sagt Ursula Schmidt-Neubauer, die mit Stefan Franke und seiner Familie sowie mit Dieter Hörnschemeyer und Friedel Glüder befreundet und seit je her politisch interessiert ist. „Ich habe alle Ikek-Sitzungen mitgemacht“, erzählt sie, betont aber gleichzeitig, dass sie nie angestrebt habe, in die Kommunalpolitik zu gehen. „Das ist durch den Tod von Stefan gekommen. Erst mal war da die Trauer, dann kam die Anfrage. Die nächste nach mir wäre Friedel gewesen, aber die macht schon so viel“, erklärt sie ihren Entschluss, nun doch im Rat mitzuarbeiten.

Schul-, Sozial- und Umweltpolitik

Zu inhaltlichen Schwerpunkten und konkreten politischen Zielen könne sie noch nicht viel sagen, weil sie sich erst in die kommunalpolitische Arbeit hineinfinden müsse: „Die Politik der Grünen im Gemeinderat ist ja eine andere als die große“, erklärt sie. So viel aber kann sie schon sagen: Schul-, Jugend- und Sozialpolitik, auch Flüchtlinge und bezahlbarer Wohnraum für alle mit weniger dickem Portemonnaie, werden ebenso ihre Themen sein wie die Umwelt. „Mir geht es um Artenvielfalt auf Blühwiesen und an Wegerändern“, nennt sie ein Beispiel.

Chorsängerin und Bahnfahrerin

Die Halenerin ist auch Mitglied der Radwegeinitiative und singt im Osnabrücker Domchor, wo sie auch am großen Projekt mit moderner russischer Vokalmusik teilnahm, und in einem Frauenchor. „Ich nutze ganz viel die Nordwestbahn, da ist man von Halen in sieben Minuten am Hasetor in Osnabrück“, sagt Ursula Schmidt-Neubauer. Ihre Position zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn verwundert da nicht: „Die Nordbahn muss kommen“, meint sie.

Flüchtlingen Deutsch beigebracht

Zur Flüchtlingshilfe kam die Lehrerin, als sie gerade pensioniert war und sich in Osnabrück die ehemalige Landwehrkaserne mit geflüchteten Menschen füllte: „Da habe ich mich gemeldet und mehr als ein Jahr Deutschunterricht gegeben“, berichtet Ursula Schmidt-Neubauer. Als dann die in Halen Flüchtlinge in der ehemaligen Awo-Tagesstätte untergebracht wurde, unterrichtete sie in einem von der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellten Raum Afghanen, die sonst keine Sprachkurse bekommen hätten. Sprachunterricht gebe sie im Augenblick nicht mehr, betreue aber noch zwei Afghanen bei Behördengängen und Jobsuche.

Gemeinde mitgestalten

Jetzt blickt die engagierte Halenerin ein bisschen aufgeregt, aber auch gespannt auf ihre künftige Arbeit im Rat. „Sie freut sich schon darauf, in der Gemeindepolitik gestaltend mitwirken zu können“, schreibt Freund und Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer.


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