Profiler Axel Petermann liest Kriminelles in Wersens „Kuchenwerkstatt“

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Profiler Axel Petermann berichtet über unnatürliche Todesfälle. Foto: Stefan KuntnerProfiler Axel Petermann berichtet über unnatürliche Todesfälle. Foto: Stefan Kuntner

Lotte. Hochspannung verspricht die Autorenlesung am Samstag, 3. November, 19 Uhr, in Wersens Café „Kuchenwerkstatt“ am Strotheweg 118. Axel Petermann, Profiler, Autor und Drehbuchautor liest aus „Die Elemente des Todes“. Der Kartenvorverkauf beginnt am 6. Oktober.

Axel Petermann ist einer der bekanntesten Fallanalytiker oder – auf neudeutsch – Profiler Deutschlands. Er ging ursprünglich nur auf Zeit und als Ersatz für den Wehrdienst in den Polizeidienst. Der ungeklärte Mordfall an der 17-jährigen Carmen K. im Jahr 1971 sowie die fesselnden Schilderungen seines Kriminalistik-Dozenten weckten jedoch sein Interesse an Verbrechensaufklärung, sodass er den Einsatz bei der Mordkommission der Kriminalpolizei anstrebte.

Von 1975 bis 2014 arbeitete er bei der Kriminalpolizei Bremen. Nach der Kommissarsausbildung war er dort Mordkommissionsleiter und stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen. Insgesamt bearbeitete er mehr als 1000 Fälle des unnatürlichen Todes.

Was ist Profiling

Ab 1999 setzte sich Petermann mit den FBI-Methoden des Profilings kritisch auseinander und begann mit dem Aufbau der Dienststelle Operative Fallanalyse, deren Leiter er bis zu seiner Pensionierung 2014 war. Für ihn ist der Schlüssel zur Klärung eines Tötungsdeliktes durch die Interpretation der Spuren am Tatort, der Rekonstruktion des Tatgeschehens sowie die Analyse der Opferpersönlichkeit zu finden. Da die Auswahl des Opfers und die Tatortspuren auf Entscheidungen des Täters basieren, wird dadurch das Motiv der Tat deutlich und lässt so Rückschlüsse auf sein Profil zu.

Das Versprechen

Seit seiner Pensionierung beschäftigt er sich im Auftrag von Angehörigen und Anwälten mit der Aufklärung von ungeklärten Todesfällen. Auf die Frage, warum er sich denn nicht wenigstens als Rentner den schöneren Dingen des Lebens zuwendet, antwortete Petermann im Gespräch mit unserer Redaktion: „Noch zu meinen aktiven Zeiten wurde ich immer wieder von Menschen angesprochen, in deren Umfeld jemand unter nicht geklärten Umständen ums Leben gekommen war. Damals habe ich immer darauf hingewiesen, dass ich noch arbeite und mich deshalb nicht kümmern kann. Jetzt fühle ich mich bei diesen Menschen im Wort. Noch in der Nacht nach meiner Pensionierung erreichte mich per Mail die erste Anfrage.“

Ungeklärte Fälle

Es ist die Ungewissheit, die viele Angehörige quält. Warum musste ein geliebter Mensch sterben? War es Selbstmord, Mord oder ein tragischer Unfall? So suchte beispielsweise die Familie von Lars Wunder Hilfe bei Petermann. Der 31-Jährige war im Dezember 2015 von einer privaten Feier bei der Feuerwehr im ostfriesischen Critzum nicht nach Hause in das gut 3,5 Kilometer entfernte Jemgum zurückgekehrt. Großangelegte Suchaktionen verliefen erfolglos, wurden Ende des Jahres eingestellt. Petermann wurde von der Familie hinzugezogen, zweifelte früh daran, dass Lars Wunder Opfer eines Gewaltverbrechens wurde – ganz ausschließen konnte er es aber auch nicht. Letztlich fand ein Bauer den Leichnam des 31-Jährigen vier Monate später auf seinem Acker – er war ertrunken.

Mehr als eine Lesung

Mit dem Engagement des Profilers erfüllt sich Organisator Manfred Will auch einen eigenen Wunsch: „Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Axel Petermann, habe seine Bücher gelesen und Sendungen im Fernsehen verfolgt“, berichtet Will. So arbeitet Petermann auch als Berater des Bremer Tatortteams und wirkt an Drehbüchern mit. Er habe sich gedacht, dass dieser interessante Zeitgenosse auch Lotter Publikum in seinen Bann ziehen werde, betonte Will. „Also habe ich ihn angerufen. Nach zwei Minuten hatte ich seine Zusage. Er liest nicht nur aus seinem neuen Roman ‚Die Elemente des Todes‘, sondern erzählt auch aus seinem spannenden Berufsleben als Profiler“, freut sich Will bereits auf die Begegnung.

Tickets gibt es ab dem 6. Oktober

Vier seiner Fälle erreichten bereits ein TV-Millionenpublikum. Eine besondere Atmosphäre der Nähe zu den Kriminalfällen verspricht die Lesung in Wersen am 3. November zu gewähren, denn es passen keine 100 Zuhörer in den Raum. Der Erlös der Veranstaltung ist für die Arbeit der Bürgerstiftung Lotte bestimmt. Der Ticketvorverkauf beginnt am Samstag, 6. Oktober. Karten je 7 Euro gibt es im Lotter Laden (Alt-Lotte, Bahnhofstraße), bei Schreibwaren Köhler (Halen, Niederseester Weg), in der Rats-Apotheke (Wersen, Rathausplatz) und in der Westfalen-Apotheke (Büren, Berliner Platz).


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