Klassentreffen des Einschulungsjahrganges 1950 Ehemalige Lotter Grundschüler genießen den Tag miteinander im Café am Goldbach

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Das Klassentreffen des Einschulungsjahrganges 1950 der Grundschule Lotte fand diesmal im Café am Goldbach statt. Dritte von links, sitzend, Irmgard Hornung. Foto: Erna BergDas Klassentreffen des Einschulungsjahrganges 1950 der Grundschule Lotte fand diesmal im Café am Goldbach statt. Dritte von links, sitzend, Irmgard Hornung. Foto: Erna Berg

Lotte. Zum 13. Mal trafen sich fünfzehn ehemalige Schüler, die 1950 in die evangelische Grundschule Lotte eingeschult wurden. Diesmal verbrachten sie einen Tag voller Erinnerungen und Gespräche über ihr jetziges Leben im Café am Goldbach.

Irmgard Hornung hatte ihre Mitschüler humorvoll eingeladen: „Sei dabei bei der nächsten Klassenkeilerei.“ Diesen Aufruf setzten die fünfzehn natürlich nicht wortwörtlich um, sondern sie genossen den Tag mit Frühstück, Mittag und Kaffee trinken im Café am Goldbach.

Klaus Wendlandt hatte die weiteste Fahrt. Er kam aus dem Harz angereist. „Das ist einfach ein Muss“, sagte er und freute sich. Aber es sei schon komisch zu sehen, wie sich die Heimat in den Jahren immer wieder verändere. Auf eine ehemalige Mitschülerin mussten sie etwas länger warten, denn sie steckte im Stau auf der Autobahn.

Zucht und Ordnung

Das erste Treffen der Gruppe gab es 1970 mit Lehrern und Partnern. 1978 feierten die ehemaligen Volksschüler „20 Jahre nach der Entlassung“. 1996, zum 70. Geburtstag ihres Lehrers Hermann König, hatte sich Irmgard Hornung als Schülerin mit Schürze und Tornister verkleidet und plauderte aus dem Schulnähkästchen. Ein Jahr später trafen sie sich wieder – allerdings zu einem traurigen Anlass: zur Beerdigung des beliebten Lehrers. In unregelmäßigen Abständen, die immer kürzer wurden, trafen sich die einst 26 Grundschüler. Heute leben noch 20 von ihnen.

Wie es häufig in den Nachkriegsjahren so war, saßen damals zwei Klassen in einem Klassenraum. Die erste Klasse wurde von Fräulein Goldstein unterrichtet, dann übernahm Junglehrer König die Schüler. „Es war trotz 50 Kindern sehr leise im Raum, es herrschte Zucht und Ordnung, aber im positiven Sinne“, berichteten die ehemaligen Schüler. Der Lehrer sei damals eine Respektsperson gewesen.

Soziales Miteinander

„Es war eine liebevolle Leitung unter Lehrer König, aber wir mussten auch richtig pauken. Wenn uns die Köpfe tüchtig qualmten, ließ er die Fenster öffnen, und es wurde gesungen“, erinnerte sich Irmgard Hornung gerne zurück. Außerdem übten sie mit König Stücke für Theateraufführungen ein. „Er legte dadurch wichtige Wurzeln für ein soziales Miteinander im Leben.“

Schläge mit dem Stock

Prügelstrafen habe es auch gegeben, aber nicht bei Lehrer König. Die Mädchen bekamen Schläge in die Hände oder wurden an den Ohren gezogen oder in die Wangen gekniffen. Den Jungen sei der Hintern mit einem Stock versohlt worden, „ein Mitschüler war regelmäßig dabei, aber einmal habe er den Stock mit Zwiebeln eingerieben und beim Einsatz zerbrochen.

Geteilt nach evangelischer und katholischer Religion wurden sie sie in diesem Fach unterrichtet. „Wir waren eine Diaspora“, berichtete Wendlandt. Die größte Sportskanone in der Grundschulzeit, besonders in Leichtathletik, sei der im vergangenen Jahr verstorbene Gerd Strübbe gewesen. 

Die fünfzehn Ehemaligen hatten so viel zu erzählen, zu lachen und schwelgten in Erinnerungen. Da da war es gut, dass die Organisatorin den ganzen Tag im Café am Goldbach für die Ehemaligen Grundschüler einen Platz reserviert hatte. Das nächste Treffen ist für das Jahr

2020 geplant. Dann sind es 70 Jahre nach der Einschulung in die evangelische Grundschule Lotte. 


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