Neue Mitglieder und Ideen Frischer Wind bei der CDU Lotte

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Lotte. Dass die Lotter Christdemokraten in der Vergangenheit fleißig waren, darüber war man sich zur Versammlung des Ortsverbandes vergangenen Freitag in der Wersener Kuchenwerkstatt einig. 25 Mitglieder waren gespannt auf den Vortrag des heimischen EU-Parlamentariers Markus Pieper.

Zunächst gab Fraktionsvorsitzender Werner Schwentker einen kurzen Rückblick auf die politischen Aktivitäten der vergangenen Monate. Darunter die Anregung eines kommunalen Grundstücksmanagements, umfassendes Investitions-Controlling, die Ermittlung von Bedarfen zur Wohnbauentwicklung – auch vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung des Ortsteils Wersen, wo die CDU unter anderem die Anlegung eines Dorfsees als Hochwasserschutzmaßnahme prüfen lassen will.

Sorgen um Bahnhofstraße

Zunehmend Kopfzerbrechen bereitet den Christdemokraten die aktuelle Lage an der Lotter Bahnhofstraße: „Viele Leerstände hier werden durch Low-Cost-Angebote besetzt, diese Entwicklung halten wir für sehr bedenklich“, sagte Schwentker. Für die derzeitige Verkehrsführung, die uneinheitliche Bausubstanz in Kombination mit den Leerständen sieht die CDU dringenden Handlungsbedarf und will für den gesamten Bereich einen Gestaltungsvorschlag entwickeln lassen.

Neue Ideen für den Strotheweg

Jüngste Idee der CDU-Fraktion: Ein modernes Verkehrskonzept für den Strotheweg soll her. Sofern man diesen vom Durchgangsverkehr abkoppele, könne man ihn als Anliegerstraße entwickeln und die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt berücksichtigen. „Dann sind ganz neue Lösungen denkbar“, sagte Schwentker. Der Strotheweg würde Büren nicht länger zerschneiden. Und in dem Zuge könne auch ein Mobilitätspunkt als leistungsfähiger Übergang zur Nordbahn geschaffen werden.

CDU-Neuzugänge

So viel Einfallsreichtum macht offenbar attraktiv: Der Ortsverband wächst. Gleich sechs neue Mitglieder stellte Vorsitzender Stephan Lütke Glanemann vor: Thorsten Arnsfeld, Axel Echelmeyer, Olaf Mersch, Sebastian Schuldt, Daniel Wegener und Günther Westermann. Als Abgesandte für die Kreisvertreterversammlung und den Kreisparteitag wurden Stephan Lütke Glanemann und Sebastian Schuldt gewählt, Stellvertreter sind Christian Thies und Axel Echelmeyer. Geehrt wurden August Schwer für 40 Jahre und Walter Ottens für 25 Jahre CDU-Mitgliedschaft.

Bericht aus Brüssel

Der Europaabgeordnete Markus Pieper zeigte sich beeindruckt ob der Arbeit vor Ort. Er stand – auch vor dem Hintergrund der 2019 anstehenden Europawahlen – seinen heimischen Parteifreunden Rede und Antwort zu seinen Zielen als Abgeordneter im Brüsseler Parlament.

Der politische Gegenwind aus den USA, aber auch von Russland und anderen Staaten hätten Europa gestärkt. „Wir sind ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner“, so Pieper und sprach vom „neuen europäischen Selbstbewusstsein“.

Die Europäische Union bewirke im Einzelnen viel mehr, als man zunächst annehme, dazu zählten beispielsweise einheitlicher Verbraucherschutz, einheitliche Gebühren bei Telefonie und Banküberweisung. Die EU mache vieles möglich. „In der Summe kann man das auch Freiheit nennen“, sagte Pieper.

„Was für uns nur bequem ist, ist für die Wirtschaft unerlässlich“, betonte der EU-Parlamentarier. Auch das Münsterland und Lotte profitierten direkt vom europäischen Binnenmarkt und internationalem Handel. Die CDU fordere derzeit zehn Prozent mehr EU-Mittel. „Die Themen sind wichtig und um sie zu lösen, braucht es auch Geld“, warb Pieper. Der EU-Haushalt sei mit rund 150 Milliarden Euro vergleichsweise klein.

Doch Piepers EU-Begeisterung hat auch Grenzen: Er sprach sich deutlich gegen eine europäische Arbeitslosenversicherung aus, auch einer Vergemeinschaftung der Spareinlagen steht er derzeit kritisch gegenüber. Damit könne man nur verunsichern. Es dürfe nicht sein, dass deutsche Sparer für offensichtlich hoch verschuldete Banken anderswo hafteten.

Populisten nicht das Feld überlassen

Gleichzeitig verurteilte Pieper den Populismus, durch den die EU gern zum allgemeinen Sündenbock abgestempelt wird, aufs Schärfste. Er rief eindringlich dazu auf, zur Europawahl zu gehen. „Man stelle sich vor, wir hätten im Ergebnis eine starke europafeindliche Fraktion in Brüssel“, beschwor Pieper ein düsteres Bild herauf. Und mancher im Raum ahnte wohl, was das bedeuten könnte.


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