Ufer und Vegetation sauber Erfolgreiche Müllsack-Aktion am Sundermannsee

Meine Nachrichten

Um das Thema Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lotte/Westerkappeln. In der Hitze der vergangenen Wochen suchten trotz offiziellen Badeverbots wieder zahlreiche Besucher Abkühlung am und im Niedringhaussee, dessen größerer Teil zu Wersen und damit zum Lotter Gemeindegebiet gehört. Anders als früher müssen sich Spaziergänger dieses Jahr aber nicht mehr darüber ärgern, dass überall Müll herumliegt.

Der Westerkappelner Horst Peplow gehört seit vielen Jahren zu den regelmäßigen Seebesuchern und ist auch dem Vorsitzenden des Fischerei- und Naturschutzvereins Wersen, Roland Enders, bestens bekannt. Denn Peplow sammelt von jeher bereits an den ersten warmen Tagen im Frühjahr umherfliegenden Unrat ein und versuchte, die anderen Besucher des im Volksmund nur Sundermannsee genannten Gewässers dazu zu bewegen, dort nicht ihren Müll zu hinterlassen. Bisher vergeblich.

Naturschutz ist Nebensache

Der Wersener Fischereiverein ist eine Gruppe der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA) und hat den See gepachtet. Der ehemalige Baggersee ist nicht nur Angelgewässer, sondern auch geschütztes Biotop. Das interessierte die Besucher, die dort an warmen Sommertagen nicht nur baden und lagern, sondern oft auch zelten, grillen und Lagerfeuer entzünden, bislang wenig.

Die richtige Idee

Horst Peplow schickte der Redaktion jetzt eine Mail mit Fotos, die dokumentieren, dass sich etwas zum Guten verändert habe: „Trotz des Ausnahmesommers ist der See ohne wild umherliegenden Müll. Auch der Rundweg ist okay“, schreibt der Westerkappelner und berichtet, dass er dieses Jahr rund um den See etliche 120-Liter-Müllsäcke ausgelegt habe. Mit vollem Erfolg: „Die Leute entsorgen tatsächlich fleißig ihren Müll in die Säcke. Sie sind in meiner Achtung enorm gestiegen. Das war die richtige Idee“, freut er sich.

„Aufgrund des Ausnahmesommers lagern am See nun etwa 65 Säcke ringsherum. Die NWA-Gruppe, die im Herbst dort aufräumt, spart rund 80 Prozent an Arbeit. Sie muss nicht mehr den Müll mühsam einsammeln. Er befindet sich bereits in den Säcken“, so Horst Peplow. Er betont zugleich, dass juristisch aus dem Verteilen der Plastiksäcke nicht auf einen Freizeitbetrieb geschlossen werden könne, weil er nur als Privatperson und Naturfreund ohne Auftrag gehandelt habe und kein NWA-Mitglied sei.

Verhaltner Optimismus

Roland Enders bestätigt das und berichtet auf Nachfrage, dass er aber in ständigem Kontakt mit Peplow stehe. „Der Erfolg war nicht schlecht dieses Jahr“, zollt Enders der privaten Müllsack-Aktion etwas verhalten Respekt. Und erklärt auch, warum er Peplows Optimismus nicht teilt: „ Ich verstehe nicht, wieso die Leute überhaupt Müll hinterlassen müssen und den nicht einfach wieder mitnehmen können“, sagt der vom jahrzehntelangen Kampf gegen die Müllberge müde gewordene Fischereivereinsvorsitzende. Auch dieses Jahr habe der Wersener Anglerverein schon mehrmals gefüllte Müllsäcke vom Sundermannsee abgeholt.

Von der Gemeinde im Stich gelassen?

Wann er und seine Mitstreiter aus Wersen, Halen und Westerkappeln die 65 jetzt noch dort lagernden Säcke abholen, zu denen wahrscheinlich noch einige hinzukommen, steht noch nicht fest. Normalerweise finde die Müllaktion des Vereins am dritten Samstag im September statt. Aber noch sei der Sommer ja nicht vorbei und auch viele Mitglieder noch im Urlaub. Laut Enders bleibt nicht nur die Arbeit an den Anglern hängen, sie setzen auch ihre eigenen Fahrzeuge für den Abtransport des Mülls ein: „Wir fühlen uns von der Gemeinde da auch ein wenig im Stich gelassen“, sagt er.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN