Gehweg komplett blockiert Verteilerkästen zwingen Fußgänger in Büren auf die Straße

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Drei Verteilerkästen vorm Haus: Insbesondere der wackelige, orangefarbene Bauverteilerkasten blockiert den ohnehin schmalen Gehweg. Da in der Straße viele ältere Menschen wohnen, müssen die mit dem Rollator auf die Straße ausweichen, da es auf der anderen Seite überhaupt keinen Gehweg gibt. Und auf der Straße ist der dicke „Kabelsalat“ jetzt noch ein zusätzliches Hindernis. Foto: Angelika HitzkeDrei Verteilerkästen vorm Haus: Insbesondere der wackelige, orangefarbene Bauverteilerkasten blockiert den ohnehin schmalen Gehweg. Da in der Straße viele ältere Menschen wohnen, müssen die mit dem Rollator auf die Straße ausweichen, da es auf der anderen Seite überhaupt keinen Gehweg gibt. Und auf der Straße ist der dicke „Kabelsalat“ jetzt noch ein zusätzliches Hindernis. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Diesen Zustand will Annerose Gregor nicht länger hinnehmen: Vor ihrem Grundstück am Buchenweg 5 in Büren wird der ohnehin schmale und nur einseitig vorhandene Gehweg von inzwischen drei Verteilerkästen blockiert. Anrufe bei der Gemeindeverwaltung hätten bisher nichts daran geändert, berichtet sie.

Bevor der große Stromverteilerkasten für die gesamte Straße vor mehr als zehn Jahren aufgestellt wurde, sei sie immerhin noch informiert und von der Gemeinde gefragt worden, erzählt die Bürenerin. Am 19. Juni dieses Jahres habe die Deutsche Glasfaser ihre Leitungen und Anschlüsse im Buchenweg verlegt, am 20. dann ihren Verteilerkasten aufgebaut – gleich neben den Stromverteilerkasten, aber ohne sie als Anwohnerin zu informieren, geschweige denn zu fragen.

Dritter Kasten blockiert Gehweg komplett

Die Pflastersteine dazwischen hätten sie einfach so wieder hingelegt, ohne sie passend zuzuschneiden: „Da entstehen doch Unkrautecken“, ärgert sie sich über die dadurch bedingte Mehrarbeit bei der Pflege ihres Vorgartens. Die Krönung aber sei, dass ebenfalls seit dem 20. Juni der provisorische Stromverteilerkasten für den Neubau des Vierfamilienhauses an der Ecke Buchenweg/Stiegelbreede direkt davor steht und den ohnehin schmalen und durch die anderen beiden Verteilerkästen zusätzlich eingeengten Gehweg nun vollständig blockiert.

Kabelsalat auf der Straße

Das dicke Kabel, das von dort bis zur schätzungsweise rund 70 Meter entfernten Baustelle führt, habe die Baufirma seinerzeit zwar ordentlich aufgerollt und unter dem Kasten verstaut. Irgendjemand habe es aber dann in einem wirren Haufen auf die Straße geworfen. Annerose Gregor vermutet, dass ein Handwerker im Auftrag der Deutschen Glasfaser (DG) noch einmal an deren Verteilerkasten musste und ihm das Kabel dabei im Weg war. Aber ob mit oder ohne ordentlich aufgerolltem Kabel – das Provisorium ist in jedem Fall ein Hindernis, das jeden Passanten zwingt, auf die zum Glück nicht stark befahrene, aber abschüssige Wohnstraße auszuweichen. Denn auf der anderen Straßenseite gibt es überhaupt keinen Bürgersteig.

Viele ältere Anwohner

Für Annerose Gregor ist das ein Unding, denn viele ihrer Nachbarn seien um die 80 und zum Teil auf den Rollator angewiesen. „Alte Menschen sind nicht mehr so schnell, die springen nicht mal eben so zur Seite“, erklärt sie. Da der Bauverteilerkasten schon etwas rostig aussieht und schief auf einem vergleichsweise filigranen Untergestell steht, befürchtet sie obendrein, dass die nächste Sturmböe ihn auf die Straße kippen lässt.

Umsetzen zu teuer

Sie habe mehrfach bei der Gemeinde angerufen, aber getan habe sich bisher nichts. Man habe ihr lediglich die Nummer eines Ansprechpartners bei der DG genannt, die sie auch angerufen habe. Doch der junge Mann am Telefon habe auf ihren Vorschlag, den Glasfaser-Verteilerkasten doch einige Meter den Gehweg weiter nach unten zur großen Kastanie umzusetzen, wo er niemanden störe, „sehr ungehalten“ reagiert. Tenor: Jetzt sei alles fertig, ein Umsetzen komme nicht in Frage, weil zu teuer.

Eine ganz andere Resonanz fand nach ihrer Darstellung ein Anruf bei der Mettinger Baufirma wegen des Bauverteilerkastens: Ein „sympathischer Ingenieur“ sei eigens vorbeigekommen und habe sich das vor Ort angesehen. „Das fand ich ganz, ganz toll“, sagt Annerose Gregor. Allein: Passiert ist bisher nichts.

Bei jedem Neubau wieder Provisorium vor der Tür?

Sie bemängelt, dass sie nicht vorher gefragt wurde und dass sie befürchten müsse, dass „jedes Mal, wenn weiter oben neu gebaut wird, wieder so ein Provisorium aufgestellt wird“. Sie sieht auch nicht ein, dass oben an der Stiegelbreede kein regulärer Stromverteilerkasten installiert wird. Und, dass der Bauverteilerkasten, wenn er denn noch länger nötig sei, nicht weiter oben näher an der Baustelle aufgestellt wird, sodass er nicht den Weg blockiert.„Die Gemeinde spricht nicht mit mir und die Firmen sprechen nicht mit mir“, so Gregor.

Bauherr für Provisorium verantwortlich

Jörg Stork vom Bauamt der Gemeinde Lotte will sich auf Nachfrage der Redaktion beim Bauherrn, der für den Bauverteilerkasten verantwortlich sei, dafür einsetzen, dass zumindest die Gehwegblockade und der Kabelsalat auf der Straße beseitigt werden. „Das geht natürlich nicht“, gibt er der Anwohnerin recht.

Gemeinde versucht, Beeinträchtigungen zu bündeln

Das Aufstellen des Glasfaser-Verteilerkastens sei aber „schon von der Deutschen Glasfaser mit uns abgestimmt“, sagt er und erklärt, warum der neben den vorhandenen großen Stromverteilerkasten gesetzt wurde: „Wir versuchen, das möglichst auf öffentlichem Grund unterzubringen und das zu bündeln, um weitere Behinderungen auszuschließen. Das war das kleinere Übel, denn hier war die Beeinträchtigung schon da“, sagt er unter Hinweis auf den Stromverteilerkasten und die ebenfalls schon daneben stehende Straßenlaterne.

Baumwurzeln problematisch

So etwas in unmittelbarer Nähe von Baumwurzeln zu installieren sei problematisch, meint er zu Anneroses Gregors Vorschlag mit dem Platz vor der Kastanie. Und gibt zu bedenken: „Es gibt gewisse Abstände, wo die Kästen stehen müssen.“ Stork wirbt auch um Verständnis dafür, dass die Gemeinde nicht jedes Mal die Anwohner fragt, wenn sie vor deren Grundstück im öffentlichen Raum so einen Kasten aufstellen lässt. Das sei nur im Einzelfall bei absehbaren Problemen üblich.

Übrigens: Der von ihm angesprochene Bauherr hat, so berichtet Annerose Gregor, prompt reagiert: Inzwischen sei der Bauverteilerkasten an die Seite neben die beiden anderen gestellt und das Kabel ordentlich aufgerollt darunter verstaut worden. Der Gehweg ist also nur noch eingeengt, nicht mehr komplett versperrt.


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