Stefan Frankes Tod schockiert „Ein schwerer Verlust für die Gemeinde Lotte“

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Gemeinsam erfolgreich im Kommunalwahlkampf 2009 waren (von rechts) Stefan Franke, Christine Harms, Dietrich Hesse, Thomas Schmitt, Dieter Hörnschemeyer und Friedel Glüder. Foto: Archiv/Thomas NiemeyerGemeinsam erfolgreich im Kommunalwahlkampf 2009 waren (von rechts) Stefan Franke, Christine Harms, Dietrich Hesse, Thomas Schmitt, Dieter Hörnschemeyer und Friedel Glüder. Foto: Archiv/Thomas Niemeyer

Lotte. Schockiert und erschüttert reagieren Rat und Verwaltung der Gemeinde Lotte auf die Nachricht vom tödlichen Unfall des stellvertretenden Grünen-Fraktionschefs Stefan Franke. Bürgermeister Rainer Lammers spricht von einem „schweren Verlust für uns alle“.

Mit seinem besten Freund und Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer sowie einem weiteren erfahrenen Bergsteiger befand sich der 52-Jährige auf einer fünftägigen Bergtour in den Südtiroler Alpen. Am vergangenen Donnerstag, dem zweiten Tag ihrer Wanderung, wollten sie von der Riesenfernerhütte aus über den Schneebigen Nock zur Kasseler Hütte.

Bis dahin eine perfekte Alpentour

Am Nachmittag befanden sie sich bei schönstem Sommerwetter bereits auf dem Abstieg von dem 3358 Meter hohen Gipfel, als das Unglück geschah. „Den schwierigen Teil der Tour hatten wir schon hinter uns und noch alle Zeit der Welt“, quält sich Hörnschemeyer mit seiner schrecklichen Erinnerung. An einer unübersichtlichen Stelle sei Franke gegen ihren Rat ein wenig vom Weg abgewichen und abgerutscht. Sein Versuch, an dem Hang wieder sicheren Halt zu finden, sei fehlgeschlagen. „Wir konnten nicht zu ihm gelangen, ohne selbst abzurutschen“, sagt der Freund verzweifelt.

„Ich bin völlig traumatisiert“, bekennt Hörnschemeyer. Das unmittelbare Miterleben des etwa 200 Meter tiefen Absturzes über ein rund 50-prozentiges Gefälle ins Tal werde er nicht mehr los. Auch nicht das Bangen und Hoffen um den Freund und die sinnlosen Selbstvorwürfe, nachdem er am nächsten Morgen tot aufgefunden wurde. Die Retter, darunter auch Seelsorger, hätten ihnen zwar versichert, dass sie nichts verkehrt gemacht hätten – „aber was hilft das am Ende!“

Vielseitig engagierter Bürger

Stefan Franke hinterlässt eine Frau und zwei minderjährige Kinder. Als Diplom-Ingenieur leitete er das Staatliche Baumanagement Elbe-Weser in Cuxhaven, lebte aber mit seiner Familie weiter in Wersen. Nach zehn Jahren als sachkundiger Bürger zog er 2009 für die Grünen in den Lotter Rat ein, wurde 2011 ihr stellvertretender Fraktionschef. Auch in anderen Ehrenämtern wie in der Lotter Bürgerradwege-Initiative galt er als außerordentlich engagiert und zupackend, ging dabei auch Auseinandersetzungen nicht aus dem Wege.

„Nein, bequem war Stefan nicht; aber immer an der Sache orientiert. Zusammen mit ihm haben wir für die Gemeinde viel erreicht“, bestätigt ein ebenfalls hörbar erschütterter CDU-Fraktionschef Werner Schwentker. Die beiden waren wohl die treibenden Kräfte beim Abschluss des Jamaika-Bündnisses aus CDU, Grünen und FDP 2011, nachdem die SPD ihre Mehrheit im Rat verloren hatte. Schwentker voller Respekt: „Ein toller Mann!“

„Er wird uns allen fehlen“

Auch Rainer Lammers bekennt, dass er als Sozialdemokrat anfangs seine Konflikte mit Stefan Franke hatte. Über die Jahre hätten sie sich aber zusammengerauft, mal in der Sache gestritten, häufig an einem Strick gezogen. Lammers: „Er wird uns allen fehlen, als Mensch und mit seiner Kompetenz.“


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