Neubaugebiete in der Gemeinde Wie lebt es sich „Auf dem Esch“ in Wersen?

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Lotte. Die Zeit vergeht. Seit fast drei Jahren wohnen die ersten Häuslebauer nun schon im Neubaugebiet „Auf dem Esch“ in Wersen. Haben sie sich gut eingelebt? Was hat sich sonst so getan in dieser Zeit?

Das zweiteilige Neubaugebiet wirkt an heißen Tagen wie verwaist. Seit Wochen ist kaum mal jemand auf der Straße oder in den Gärten zu sehen, denn die Hitze ist groß, und die Sommerferien dauern an. Die meisten haben an diesem Dienstag die Rollläden runtergelassen, um die Wohnungen einigermaßen kühl zu halten. Der Spielplatz wird ab und zu in den Abendstunden besucht. Dann beginnt auch das nachbarschaftliche Leben in den Gärten und auf den Terrassen.

Kaum zu meckern

Familie Neufeld vom Sichterweg ist am 1. Juli 2016 in ihr neues Haus eingezogen und hat im Juli ein großes Trampolin für ihre Kinder gebaut. Sonst haben sie ihren Garten schon fertig gestaltet: „Wir haben eine gute Nachbarschaft, leihen uns Geräte aus und genießen gemeinsame Sommerabende auf der Terrasse. Alles ist toll, wir haben nichts zu meckern“, sagt Olga Neufeld.

Eine fünfköpfige Familie wohnt am Mähbinderweg. Alexandra ist das jüngste Mitglied und wurde in der Zeit geboren, als sie schon im Neubaugebiet wohnten. Sie hätten „alles nette Nachbarn, besonders eine türkische Familie“, erwähnte sie. Die Anwohnerin ärgert sich über die vielen vertrockneten Blätter aus dem benachbarten Wäldchen. Es knistert nur so in den Beeten und auf dem Rasen. Sie schlägt vor, dass die Baumkronen eingekürzt werden. Die Kinder spielten gerne im Wäldchen, aber sie fände es schön, wenn es parkähnlicher gestaltet werden könnte, zum Beispiel mit Bänken.

Eine weitere Familie wohnt an der Hauptstraße „Auf dem Esch“. Die Anwohnerin findet die hohen dunklen Zäune aus Kunststoff im beiden Wohngebieten nicht schön und bedauert es, dass einige Vorgärten sehr steril und kaum naturnah gestaltet sind: „Viele Steine und Zäune, kaum etwas Grünes oder Blühendes für Insekten und Vögel. Die Vorgärten sollten schon etwas ansprechender sein“, wünscht sich die Anliegerin. Sie freut sich über gute Nachbarn, man helfe sich gegenseitig, besonders beim Blumengießen, wenn jemand im Urlaub ist.

Man hilft sich

Ein Anlieger vom Mahlsteinweg - wohnt seit 2015 im Neubaugebiet - berichtet: „Mit meinen Nachbarn in meiner Straße gibt es gute Kontakte untereinander, sodass auch mal zusammen gegrillt wird. Ein Gespräch beim Blumengießen über den Zaun gehört ebenso dazu wie das gegenseitige Aushelfen mit Gartengeräten, Partyzeltgarnituren oder auf das Haus aufpassen, wenn der Nachbar in Urlaub ist.“ Die Lärmbelästigung durch die Osnabrücker Straße werde durch den Lärmschutzwall ganz gut abgefangen, „bis auf noch mal schnell aufdrehende Motorräder oder hochmotorisierte Autos.“

Sein Nachbar ist Rentner und kümmere sich „hervorragend“ um das vor seinem Grundstück liegende Pflanzenbeet. Sehr erfreut ist dieser Anwohner über die gut angelegten Straßen in der Siedlung und deren Gestaltung, aber „ich würde mir wünschen, dass die durch Müllwagen, Lkw und Pkw bereits beschädigten Beetbegrenzungen wieder instand gesetzt werden, wenn der Schaden gemeldet wird“.

Ein gemeinsames Straßenfest, wie es eines zur Einweihung gab, könnte der Gemeinschaft im Wohngebiet noch mal einen positiven Anschub geben, da sich doch einige mit ihren hohen Einzäunungen etwas isolieren, schlug der Anwohner vor.

Ein junges Baugebiet

Im Juli 2014 wurde der symbolisch erste Spatenstich getan und entsprechend mit Investor Werner Kluth, Vertretern der beteiligten Planungs- und Baufirmen, Lottes Bürgermeister Rainer Lammers, Fraktionsvorsitzenden, Verwaltungsmitarbeitern, Interessenten und künftigen Bauherren gefeiert.

Während einer lebhaften Anliegerversammlung im Rathaus votierten die Bewohner für eine „maximal verkehrsberuhigte“ Tempo-30-Zone. Daniel Kloth von der Flick Ingenieurgemeinschaft hatte zuvor den Gestaltungsplan zum Straßenendausbau des Neubaugebiets vorgestellt. Einige Anlieger hätten gerne auf geplante Baumtore verzichtet, aber „Bäume müssen gepflanzt werden“, betonte Astrid Hickmann, Fachbereichsleiterin Bauverwaltung.

Nach einer effektiven Bauzeit von sieben Monaten wurden die Beleuchtungs-, Asphalt- und Pflasterarbeiten beendet. Die Straßen im Wohngebiet erinnern an historische Maschinen, mit denen Getreide geerntet und verarbeitet wurde: Sichterweg und Mahlsteinweg im oberen Baugebiet und Mähbinderweg im unteren. Die „Hauptstraße“ die durch beide Bauabschnitte verläuft, heißt wie die ganze Siedlung „Auf dem Esch“. Die Straßennamen waren von Lottes Bauausschuss gewählt worden. Im Juni 2016 hatte Investor Kluth zur Spielplatzeinweihung eingeladen. Viele Gäste kamen, um auf diesem Spitzenspielplatz gebührend zu feiern.

Im September vergangenen Jahres hieß es „Wir haben fertig“! Anlieger, Investor Werner Kluth und Frau Renate, Gemeindevertreter und Gäste feierten ein fröhliches Nachbarschafts- und Straßenabschlussfest.

Vor drei Jahren begann dort die Entwicklung mit 21 Personen. Mittlerweile wohnen auf 52 Grundstücken insgesamt 190 Bürger in diesem 5,3 Hektar großen Wohnbaugebiet. 61 sind unter 18 Jahre, 15 unter zwei Jahre jung.


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