Zeitgewinn, der Leben rettet Bürgerverein Wersen sponsert zwei Defibrillatoren

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First Responder Christian Wentzel (links) und Wehrführer Marcus Prinz freuen sich über die zwei neuen Defibrillatoren, die der Bürgerverein Wersen gesponsert hat. Der Vorsitzende Olaf Wienhaus (rechts) und der langjährige ehemalige Vorsitzende Wilfried Freier übergeben die technischen Lebensretter. Foto: Erna BergFirst Responder Christian Wentzel (links) und Wehrführer Marcus Prinz freuen sich über die zwei neuen Defibrillatoren, die der Bürgerverein Wersen gesponsert hat. Der Vorsitzende Olaf Wienhaus (rechts) und der langjährige ehemalige Vorsitzende Wilfried Freier übergeben die technischen Lebensretter. Foto: Erna Berg

Lotte. Der Bürgerverein Wersen hat schon wieder viel Geld für die Bürger in Wersen, Halen und Büren ausgegeben: Er stattet die First Responder der Lotter Feuerwehr mit zwei Defibrillatoren aus.

Am Mittwoch überreichten der Vorsitzende des Bürgervereins, Olaf Wienhaus, und der langjährige ehemalige Vorsitzende, Wilfried Freier, im Rathaus die lebensrettenden, automatisierten externen Defibrillatoren (AED,kurz Defis) an die First Responder (Ersthelfer) Christian Wentzel und Marcus Prinz, der auch gleichzeitig Wehrführer ist.

Der Bürgerverein hatte im Jahre 2012 zwei Defis für Wersen und Büren und einen nötigen Schutzkasten für den draußen angebrachten AED an der Bücherei an der Bringenburg gesponsert. Der Verein sorgte auch dafür, dass Sauerstoffflaschen angeschafft werden konnten.

Kein Umweg mehr nötig zum stationären Defi

Als Wilfried Freier vom DRK-Vorsitzenden Peter Jablonowski erfuhr, dass die First Responder keine Defis für ihre ehrenamtliche Tätigkeit haben, entschied der Bürgerverein, diesen Lebensrettern zwei zu sponsern, damit sie auf ihrem Weg zum Patienten nicht erst noch einen Umweg machen müssen, um einen stationierten Defi abzuholen.

„Es war unser Grundgedanke, dass die Ersthelfer durch eigene Defis wertvolle Zeit gewinnen“, betonte Wienhaus. Die Geräte gehen in die Ortsteile Büren und Wersen, wo am meisten Einsätze gefahren werden, informierte Wentzel. Die beiden AEDs kosteten zusammen 2300 Euro und wurden bei der Björn-Steiger-Stiftung bestellt.

Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Peter Jablonowski, findet es vorteilhaft, dass die gleichen Geräte angeschafft wurden, die in Halen, Alt-Lotte, Wersen und Büren schon seit Jahren frei zugänglich ihren festen Platz haben. „Ich bin froh, dass die First Responder jetzt nicht mehr auf die stationierten Defis zurückgreifen müssen, sondern ihre eigenen dabei haben. Das ist ein wichtiger Zeitgewinn für die Lebensrettung“, sagte Jablonowski.

DRK bietet Kurse zum Umgang mit dem Defi an

Dank eines First-Responder-Einsatzes wurde in Wersen bereits ein Leben gerettet, wobei ein gesponserter AED eingesetzt wurde. Jablonowski wünscht sich allerdings mehr Engagement aus der Bevölkerung: „Wir bieten vom DRK aus Kurse an, damit auch Laien lernen, mit dem Defibrillator umzugehen und ihre Hemmschwellen dabei abzubauen.“

„Ein AED kostet viel Geld, dafür müssten wir viele Jahre dafür sparen“, sagte Prinz und dankte dem Bürgerverein im Namen der anderen Ersthelfer. Zurzeit sind acht First Responder aktiv. Sie bekommen am Wochenende zusätzliche Unterstützung durch die Freundin eines Ersthelfers. In Halen wohnen ein, in Wersen drei und in Büren vier Ersthelfer. Zwei weitere Interessenten haben sich gemeldet und werden das Team vielleicht bald unterstützen.

First Responder vorm Notarzt da

Die First Responder kommen im Zeitraum zwischen Alarmierung und Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst zum Einsatz. Da sie vor Ort wohnen, erreichen sie mit ihren Privatfahrzeugen im Durchschnitt in vier Minuten die Einsatzstelle. Der Rettungswagen braucht etwa zehn, der Notarzt in der Regel 13 Minuten. Genau aus diesen Gründen – der notärztlichen Unterversorgung in der Gemeinde - entstand die Idee, in Lotte eine First-Responder-Gruppe aufzubauen, die im Juni 2014 startete.

Team sucht weitere Ersthelfer

Wentzel würde es sehr begrüßen, wenn weitere ehrenamtliche Ersthelfer das Team unterstützen. Man sollte eigentlich mindestens 21 Jahre alt sein, aber „manche einsatzbereite 20-Jährige haben schon die nötige Reife und können sich gerne melden“, sagt Wentzel. Eine kostenlose Ausbildung von 80 Stunden mit Praktikum wird organisiert. Insgesamt 70 bis 80 Einsätze bei rund 150 Alarmierungen leisten die Aktiven im Jahresdurchschnitt.

Wenn der Disponent der Leitstelle in Osnabrück oder Rheine entscheidet, dass ein Notarzt zum Einsatz kommen muss, starten die First Responder und sind fast immer vor dem Rettungsdienst vor Ort. Sie kommen montags bis freitags in der Zeit von 18 bis 6 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen 24 Stunden zu den Notfällen – freiwillig und unentgeltlich. Manchmal auch am Werktag, wenn sie durch Schichtarbeit oder Urlaub gerade verfügbar sind, sagte Prinz.


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