Eisen im Lotter Gohfeldß Hof Iseroth wurde nach dem Iserothweg benannt

Von Astrid Springer


Lotte Alte Flur- und Straßennamen künden meist von Beschaffenheit und Eigenschaften kleinräumiger Gebiete. Allerdings sind sie zumeist nicht so leicht zu erschließen, da die verwendeten Begriffe teils historischen Ursprung sind, teils verschrieben oder auch mundartlich überprägt. Das gilt auch für den Iserothweg in Lotte, der von der ehemaligen B 65 ins südliche Gohfeld abzweigt.

Abgeleitet ist der Straßenname von einer weitläufigen Ackerflur, die bereits in der Urkarte als Iseroth bezeichnet wird. Mit dem Fabeltier Isegrimm hat der Flurname dort nichts zu tun, auch nicht mit Eseln oder der ägyptischen Gottheit Isis.

Nicht der Hof stand Pate, sondern umgekehrt

Und anders als man vielleicht denken könnte, stand auch der Hof Iseroth nicht Pate für den Straßennamen, vielmehr war es umgekehrt. „Wir wollten für unseren Hof und Pferdepension einen griffigen Namen“, berichten die Inhaber Tanja Braun und Michael Ebke. Da bot sich der historische Straßenname an, der ehemalige Name der Hofstelle war Dreyer.

Ein sprachliches Indiz für die Bedeutung von Iseroth findet sich vielmehr im Ortsnamen Iserlohn, bei dem eindeutig belegt ist, dass es sich um das mittelniederdeutsche Iser in der Bedeutung Eisen handelt. Iserlohn ist der lichte „Eisenwald“.

Metallvorkommen im Fels

Nun wurde in Lotte zwar kein Eisen abgebaut, aber Metallvorkommen im anstehenden Fels gaben einst schon dem Goldbach seinen Namen.

Dass es auf diesem Teil des Gohfeldes tatsächlich jede Menge Eisen gibt, bestätigt Anwohner Günter Böggemann. „Die Brunnen hier führen seit jeher stark eisenhaltiges Wasser“, berichtet er. Und das gilt unabhängig von der Tiefe der Brunnen.

Vor einigen Jahren ließ Böggemann selbst einen neuen Brunnen bohren. Bei der Bohrung traf man auf Kohleflöze, Fließsande und sogar eine Gasblase. Das eisenhaltige Wasser blieb ihm aber auch in 100 Metern Tiefe erhalten. „Die kleinen Siebe in Hähnen und Leitungen waren regelmäßig vom Eisen verstopft“, so Böggemann.

Eisen-Ort

Bleibt die Frage nach dem Grundwort. Wenn man davon ausgeht, dass es sich dabei um Roth handelt, geht es weniger um die Farbe, auch wenn hier Eisen im Spiel ist, sondern vielmehr um eine alte Kurzform für „Rodung“, wofür das alte roth auch anderenorts regelmäßig steht. In dem Fall müsste ein r im Laufe der Zeit verloren gegangen sein.

Geht man davon aus, dass es dieses zweite r nie gegeben hat, liegt ein Iser-oth zugrunde. Oth ist sehr alt und kommt auch in einem Flurnamen bei Münster vor: telg-oth war der Ort, an dem junge Eichen gezogen wurden.

Der Lotter Iser-oth dürfte demnach ein Eisen-Ort sein. Der Name dürfte dabei vom eisenhaltigen Wasser herrühren.

Möglicherweise findet sich in Richtung Goldbach auch Raseneisenstein, eine Eisen-Anreicherungsschicht im Boden, aus der einst gegebenenfalls Eisen gewonnen werden konnte.


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