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Feuerwehrleute mit Kreislaufproblemen Flächenbrand in Lotte gelöscht – Bahnstrecke zweitweise gesperrt

Von Ursula Holtgrewe

In Lotte ist am Mittwoch in der Mittagszeit ein Feld in Brand geraten. Foto: NWM-TVIn Lotte ist am Mittwoch in der Mittagszeit ein Feld in Brand geraten. Foto: NWM-TV

Lotte. Feuerwehrleute aus Lotte und Westerkappeln haben am Mittwoch gemeinsam einen Brand an den Bahngleisen am Torfkuhlenweg gelöscht. Etwa zwei Stunden war die Bahnstrecke Amsterdam–Berlin gesperrt. Aufgrund der Hitze kamen drei Einsatzkräfte mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.

Brandstiftung schloss die Polizei aus. Sie gab an, dass Erntearbeiten den Brand kurz vor 13 Uhr ausgelöst hatten. Der breitete sich rasch auf dem Stoppelfeld aus. „Vermutlich ist eine Achse am Mähdrescher heiß gelaufen und hat Staub entzündet. Unsere Fahrer haben besonnen gehandelt und mit dem Pulverlöscher die Flammen erstickt“, lobte der Lohnunternehmer die Umsicht der Mitarbeiter.


Beim Ernteeinsatz löste dieser Mähdrescher einen Feldbrand aus, den Feuerwehrleute aus Lotte und Westerkappeln Mittwochnachmittag löschten. Foto: Ursula Holtgrewe


Weil ein Teil des Feldes an der Rufschranke über die Bahngleise am Alt-Lotter Torfkuhlenweg bereits in Flammen stand, wurde die Feuerwehr informiert. Der Einsatzort hieß „im Bereich Westerfeld“. Der liegt in Alt-Lotte. Also rückten die Löschzüge aus Alt-Lotte und Wersen aus. Mit acht Fahrzeugen und 21 Helfern begannen sie den Angriff auf die Flammen. Die Westerkappelner wurden nachalarmiert, weil das Feld im gemeindlichen Grenzbereich aber auf Westerkappelner Seite liegt; und zwar an der Straße Up Hinau. Der Löschzug Westerkappeln-Stadt rückte mit vier Fahrzeugen und 15 Feuerwehrleuten an.



Weiterhin waren zwei Rettungswagen, einer vom Roten Kreuz Westerkappeln, und ein Notarzt vor Ort. Drei Kameraden bekamen während des Einsatzes Kreislaufprobleme. Sie trugen ihre schwere dunkle Schutzausrüstung bei 35 Grad und der enormen Hitzeentwicklung durch den Flächenbrand während der Löscharbeiten. Umgehend waren Wersener Feuerwehrleute, die zugleich Mitglieder der First Responder sind, mit ihrer Ausrüstung bei den Patienten und leisteten Erste Hilfe.

„Beim Eintreffen standen rund 700 Quadratmeter Feld im Brand. Wir haben sofort mit der Bandbekämpfung begonnen. Eine Herausforderung war es, den Wassernachschub sicherzustellen. Dazu haben wir eine Schlauchleitung zum nahe gelegenen Hischebach gelegt. Für die nachgerückten wasserführenden Fahrzeuge richteten wir eine zentrale Löschwasserstelle beim Lekkerland-Parkplatz ein, um den Wassernachschub sicherzustellen. Beim gemeinsamen Einsatz haben wir das Feuer von verschiedenen Seiten angegriffen“, berichtete Lottes Wehrleiter Marcus Prinz. Hilfreich sei überdies, dass ein Landwirt einen Grubber zur Verfügung gestellt habe, mit dem die obere verbrannte Schicht sofort in die Erde eingearbeitet werden konnte.

Ein Deutsche-Bahn-Notfallmanager war gleichfalls vor Ort. Er erdete die Oberleitungen der Lokomotiven, so- dass die Feuerwehrleute ihre Löscharbeiten am teils dicht bewachsenen Bahndamm ohne Risiko eines Stromschlages ausführen konnten.

Feuer nach einer Stunde im Griff

Das Großaufgebot der Helfer gewährleistete, dass nach rund einer Stunde die Flammen gelöscht waren und der beißende Qualm sich gelegt hatte. Es sah so aus, als wäre das Feuer besiegt. Doch da zügelten Flammen aus einem Strohhaufen empor. Darauf waren die Feuerwehrleute vorbereitet. Sie hielten einen Wasserstrahl drauf und löschten.



Westerkappelns Wehrleiter Ingo Bünemann zog gleichfalls ein zufriedenstellendes Fazit über die gemeinsame Aktion, die der Brand auf der Fläche zweier Fußballfelder erzwang. Flächenbrände seien tückisch, betonte er: „Wenn ein kleiner Windstoß kommt, kann ein Feuer wieder aufflammen.“ Daher sei es wichtig, dass sichergestellt sei, dass es keine Glutnester am Bahndamm mehr gebe.

Zentrale Verpflegungsstelle

An der Rufschranke am Torfkuhlenweg richteten die Wehrleiter eine zentrale Verpflegungsstelle für alle Einsatzkräfte ein. Mineralwassernachschub organisierten sie ebenso. „Dann können wir sehen, wer kann noch weitermachen und wer braucht eine Pause“, erklärte Prinz den Feuerwehrleuten. Er weiß, dass alle, die bei aktuellen Temperaturen in Einsätzen mit Wasser löschen, auch sich selbst jede Menge Flüssigkeit zuführen müssen.

Diese Fürsorge teilte auch Bünemann, der sich, wie die Kameraden auch, am Einsatzende umgehend der dunklen Jacke entledigt hatte, die das Saunagefühl und das Schwitzen bei Tropenhitze noch erhöhte.

Gegen 15 Uhr waren beide Bahngleise wieder befahrbar. Die Feuerwehr weist darauf hin, keine brennenden Kippen aus Autofenstern zu schnippen und nicht auf trockenem Gras zu parken, das durch die Katalysatoren entzündet werden kann.


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