Den Durst der Bäume löschen Servicebetrieb bittet Lotter Bürger um Mithilfe

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Lotte. Der Servicebetrieb der Gemeinde Lotte bittet die Bürger um Mithilfe beim Wässern der Straßenbäume und -gehölze.

Die Männer vom Bauhof sind von morgens bis abends im Einsatz, um das öffentliche Grün vor den Verdorren zu bewahren. „Aber das ist noch zu wenig“, sagt Servicebetriebsleiter Hans-Georg Kunkemöller. Sie schaffen es gerade mal, die eigenen Neuanpflanzungen vor dem Verdursten zu bewahren.

Flachwurzler besonders gefährdet

Denn die Hitze in Verbindung mit der langen Trockenheit setzt nicht nur Menschen und Tieren, sondern auch den Pflanzen zu. Ganz besonders da, wo viel Sonne hinkommt, der Boden sandig und der Grundwasserspiegel niedrig ist, leiden wie die gesamte Vegetation auch die Straßenbäume und -gehölze. Insbesondere Flachwurzler wie Fichten, Kiefern, Hainbuchen, Weiden, aber auch Ahorn, Birke, Apfelbaum, Kornelkirsche, Flieder oder Haselnuss sind nicht nur anfällig für Windbruch, sondern leiden auch besonders unter der Trockenheit.

Blattabwurf als Alarmsignal

Ebenso wie Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz sieht er mit Sorge auf die Jungbäume an der neuen Landesstraßenbrücke am Lotter Bahnhof, für die allerdings der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig ist. „Da kommt kein Servicebetrieb mehr hinterher, auch in anderen Kommunen nicht“, sagt Wilm Chemnitz.

Wo und wie sollten denn die Bürger beim Wässern helfen? Woran könne sie erkennen, dass die Bäume aufgrund von Wassermangel Not leiden? „Blattabwurf um diese Jahreszeit ist immer ein Stresssymptom“, klärt die Umweltbeauftragte auf. Ein typisches Merkmal für Trockenheitsstress ist es auch, wenn sich die Blattränder gelblich-braun verfärben oder einrollen.

Für Jungbäume oft tödlich

Manche durch Sommertrockenheit bedingte Schäden wie das Einziehen der Kronen, Triebabsprünge bei Pappel und Eiche oder auch Borkenabsprünge zum Beispiel bei Platanen sind erst im Folgejahr sichtbar. Insgesamt werden die Gehölze hochanfällig für Schädlinge und Krankheiten. Junge, frisch angepflanzte Bäume überleben den Trockenstress oft nicht und sterben ab: Da hilft nur Wasser.

Frühmorgens oder nach Sonnenuntergang

„Wir bitten die Anwohner, frühmorgens oder abends nach Sonnenuntergang die Straßenbäume zu gießen“, appelliert Kunkemöller an die Lotter. Zu anderen Zeiten mache das keinen Sinn, weil das Wasser dann verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht. Besonders auf Südseiten und wo tagsüber viel Sonne hinkommt, sei das Gießen wichtig. Wo das Wässern per Schlauch nicht möglich ist, tun es auch Eimer oder Gießkanne: Schon zwei Zehn-Liter-Kannen am Tag pro Baumscheibe könnten helfen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, Bäume einmal pro Woche mit jeweils acht bis zehn Eimern Wasser zu gießen.

Die freiwillige Feuerwehr Lotte ist derzeit nicht im Einsatz, um statt Flammen den Durst des Straßengrüns zu löschen: „Es wurde noch keine Anfrage an uns herangetragen“, so Wehrleiter Marcus Prinz auf Nachfrage.


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